zu sein , um kleine lustige Empfindungen zu gewinnen , und dieses scheint mir die einzige Art von Freundschaft , die unsern großatmichten Jünglingen zu erlauben wäre , denn sie lernten dadurch die Würde des kleinen und bloß scherzhaften , des reinen Spieles oder Spaßes kennen , da sie doch zu glauben scheinen , die Freundschaft gehe allein und schnurstracks zum Tragischen hinauf . Auch kann man allerdings in einer solchen kurzweiligen Freundschaft vieles lernen , man übt sich hier an einem tausendfachen Stoffe , dem die Ungeschicklichkeit der Behandlung nicht schadet . Ein junger Stümper voll Drang und Eifer , und dadurch um so tölpischer , soll sich [ nicht ] an einem kararischen Marmorblocke üben , um den Stoff eines Meisterwerks zu zerstören ; er mag die ersten Schläge seines Meißels an einem Sandsteine mildern , und ein fröhliches Bild hauen , dem es auf einen Buckel nicht ankömmt , und an dem er seiner Ungeschicklichkeit lachend genießt . Dieses letztere ist der erste Schritt zu jeder Kunst und auch der des Lebens . Wir sollen Freunde werden lernen durch Geselligkeit , denn die Freundschaft ist nichts als Geselligkeit unter ernstern Umständen . Die andere Gattung aber oder die innige Freundschaft aus langer Weile will nie etwas von ihrer Mutter wissen , und kann auch nicht wohl , denn sie müßte sonst von sich selbst wissen . Sie ist nämlich die lange Weile selbst , und zwar eine der gediegensten Arten , jene langwierige erbliche , die sich ewig erklären will und wie blinde , stumme und taube Seuche herumkriecht . Zwei Menschen , die nichts zu tun haben , was können sie Schlechteres oder Besseres anfangen als Freundschaft , und solche nun sind es , denen ich jene innige brennende Freundschaft vorschlagen möchte ; da sie selbst so leer sind , mögen sie es in der Form wieder einbringen , mögen sich den ganzen Tag umarmen . Zu dieser Art Menschen gehöret eine gewisse Gattung , die Sie sehr gut kennen , mein lieber Haber , ich meine den jugendlichen philosophischen Anflug der letzten fünf Jahre . Diese Menschen sind in ihrer ganzen Jugend in einem geräuschvollen Veranstalten ihrer Jugend begriffen , und zernichten sich einer in dem andern . Ewiges Umklammern ist der Charakter ihrer Freundschaft , und wenn sie aufhören sich zu umfassen , so hat sicher ihre Verirrung gesiegt , denn dieses Umfassen ist ein Streich , den ihnen die Natur noch spielte , die sich immer an die Gestalt hält . Da ihr inneres Wollen und Treiben aber ganz gestaltlos und daher langweilig ist , so müssen sie sich in solcher Freundschaft entschädigen . So wie bei den Griechen , die das gestaltvollste Volk waren , es wirklich eine bloße Gestaltenliebe gab , die Knabenliebe , eine künstlerische bildende Verirrung , ebenso liegt in diesen Menschen , welche die gestaltlosesten sind , eine Gestaltenfreundschaft , die ewig Verderbtheit bleiben wird , indem sie eine krankhafte Metastase der Liebe in die Freundschaft , ein unglückliches Vermischen der heiligen ersten Ursache mit dem geselligen Zwecke ist . Erlauben Sie mir , Ihnen die Geschichte jenes jungen philosophischen Anflugs in einer Parabel zu erzählen : Ein frommer und tapferer Held , im Herzen für den Glauben brennend , forderte seine Brüder auf , das heilige Grab des Erlösers aus der schändenden Gewalt der Ungläubigen zu befreien . Mächtig war seine Rede und hinreißend , von allen Seiten strömten ihm an Andacht , Gesundheit und Kraft gleiche Seelen wie Wogen entgegen . Alle zogen seinen Weg , ein stürmendes Meer , das sich gegen Orient wälzte . Unter dem versammleten Volke , das des Helden Rede verschlang , befand sich auch eine Schar junger Schüler und unerfahrner Neubekehrten . Leicht , wie jugendliche Gemüter hingerissen werden , machte auf diese Jünger die glänzende , ergreifende Rede des frommen Helden einen heftigen Eindruck . Sie standen tief erschüttert , gerührt oder erregt , wie jedes einzelne Gemüt es werden konnte , unter den streitbaren Männern . Vorwärts strömte bald die Flut des frommen Krieges ; aber man hatte vergessen , die Jünglinge zu ermahnen , wie sie sich zuerst durch tieferes Eindringen in die Geheimnisse des Glaubens weihen müßten , bevor sie an dem heiligen Werke teilnehmen könnten . Sie sahen das Bild des Kreuzes in den wehenden Fahnen , sie sahen die heiligen Zeichen der Erlösung von allen Waffen und Werkzeugen des frommen Bundes strahlen , und längst war der heilige Zug schon über Berge und Meere , als sich in hitziger Ungeduld die phantastischeren unter ihnen erhoben mit dem Aufrufe , - Auf ! auf ! laßt uns im schönen Bunde der Freundschaft , dicht von Jugend umblüht , das heilige Grab erlösen , nach ! dem heiligen Kreuzzuge . Aus allen Studierwinkeln rannten die jungen Toren heran und schlossen sich an die Freunde . Sie bezeichneten ihre Schülermäntel mit dem Kreuzeszeichen und bestachen ihre kleinen Liebschaften , ihnen aus abgedankten seidenen Röckchen zierliche Fahnen zu verfertigen . In einem lustigen Taumel voll kindischer Andacht und Prahlerei zogen sie auf demselben Wege , den die andern genommen und deren tiefe , ernste Fußtapfen ihnen als Führer dienten . Durch lustige Wiesen zogen sie hin , die Blumen zertretend oder als Futter ihren Eseln opfernd , deren sie viele bei sich hatten . Wahrlich die Besten im Zuge , denn sie waren doch bescheiden und führten des Haufens Nahrung mit sich . Da aber der Weg in der Folge schwerer zu erkennen war , ja wohl hie und da die Spuren vom Winde verwehet oder auf hartem Boden nicht sichtbar waren , blieben sie stehen , und stritten - wohin nun ? Früher schon hob sich der Unmut unter den Jüngsten , sie wollten nicht begreifen , was das heilige Grab ihnen nützen würde . Von den Mutigern verlacht , kehrten sie um , und kamen in die Heimat zurück , doch nicht ohne den Ihrigen lange ein Spott zu bleiben , denn sie hatten sich in