in Teufels Namen - ! Dankmar blickte ihn starr an . Der große Ungeschlachte in der Dunkelheit war verschwunden ... Wir haben noch drei Thüren zu öffnen , fuhr Hackert heiser und leise fort . Die Schlüssel , die zu Ihrem Gelde führen , kenn ' ich . Die sind ' s ! Und auf drei gewaltige Schlüssel , die er aus der Rocktasche zog , deutend ging er voran . Dankmar folgte . Wie konnte er jetzt zurückbleiben ! War es auf einen Diebstahl seines Vermögens abgesehen , warum sollte er den Anlaß nicht benutzen , da nun gewiß zugegen zu sein ? Er fühlte Hackert ' s knöcherne feuchte Hand . Sie hatte ihn mit krampfhafter Aufregung ergriffen ; er folgte willenlos . Halten Sie sich an mich , sprach Hackert . Die Pantoffeln aus ! Auf den Zehen ! Einen Schnupfen ist die Abreise schon werth . St ! Reden Sie nichts ! Dankmar ließ mit sich geschehen , was geschah . Die Erinnerung an Hackert ' s Rechtfertigung damals mit dem Pferde Lasally ' s hatte ihn entwaffnet . Er folgte und bewunderte die Gewandtheit , wie Hackert mit der einen Hand ihn , mit der andern den Unbekannten führte , der sich im dunkeln Korridor ihnen wieder zugesellte . Dieser tappte und trat so ungeschlacht auf , daß ihn Hackert einen Bären und Elephanten über dem andern schalt . Wer ist Das ? fragte Dankmar . Vorgesehen ! war Hackert ' s Antwort . Die Wanderung dauerte mehre Minuten . Endlich stand man still . Hackert flüsterte : Das ist die Verbindungsthür ! Still ! Die Wache wird im Hofe abgelöst ... Es schlug grade ein Uhr von den nahegelegenen Rathhaus- und Johanniskirchenthürmen . An die Wand gedrückt , wartete man das Verhallen der militärischen Tritte ab , die über den steinernen Fußböden der Höfe hörbar waren . Durch ein Fenster glaubte Dankmar , der diese Räumlichkeiten kannte , wol unterscheiden zu können , daß die Schildwache auch eben an dem Eingang der Gerichtskasse erneuert war . Doch auch die Thür , die Hackert eben aufschloß , führte in das scharfbewachte Nebengebäude . Jetzt versagten ihm die Schlüssel nicht . Der Große , dessen Konturen Dankmarn allmälig an irgend eine ihm schon vorgekommene Persönlichkeit erinnerten , trappte schweigend , nicht einmal auf Socken , sondern mit bloßen Füßen dem Führer nach , der endlich eine Stiege herab , dann wieder eine hinaufschritt . Alles war hier dunkel , still und schauerlich einsam . Aber Hackert kannte jeden Gegenstand . Einige Stufen empor blieb er stehen und begann die noch zwei übrigen Schlüssel erst an einer eisenbeschlagenen Thür zu prüfen . Der eine paßte . Nach kurzer Weile trat man in den Kassenraum . Ein großer Schrank wurde vom zweiten Schlüssel geöffnet . Jetzt hörte Dankmar nur die an den Andern gerichteten Worte : Tasten Sie nach dem hölzernen Kleeblatt ! Richtig ! Da ! Die Silberarbeiter sind mit dem Luxus noch nicht fertig . Aufgehoben ! Und der Dritte bückte sich und Hackert half einen Gegenstand den mächtigen Schultern aufladen . Dankmar wußte nicht , wo ihm die Besinnung blieb . Er fühlte den hölzernen Schrein , in dem einst seine Dokumente von Angerode gelegen hatten . Er fühlte das Kreuz auf dem Deckel . Er wußte ja , daß man zu den Dokumenten die Stadtkämmereischeine gelegt hatte . Die Truhe war trotz des papiernen Inhaltes ihrer plumpen Gestalt wegen nicht leicht . Nun zurück ! flüsterte Hackert , lehnte die Schrankthüre nur eben an , ließ den Schlüssel stecken und tappte vorwärts . Aber krachend stieß der Träger mit seinem Schrein an die Wandecken . Donner ! Wenn wir nicht Licht haben , rennt Der noch eine Säule um ... Und Licht verräth dich ! flüsterte Dankmar . Und Licht zeigt mir den Kameraden ! Wer ist ' s ? Hackert , ich folge wie ein Taumelnder ; aber Gott sei deiner Gurgel gnädig , wenn Ihr die Frechheit habt , mich mit dem Schein einer Spitzbüberei , die nur Ihr , nur Ihr begangen habt , entfliehen zu lassen ... Nur keine Reden gehalten , Herr ! Es schallt hier ! war Hackert ' s ganze Antwort . Man ging denselben Weg zurück , den man gekommen war ... Jetzt galt es die Korridore zu vermeiden , in denen die vielen andern Gasflammen noch brannten und die Schritte der Wachen hörbar waren . Sie befanden sich wieder im Profoßhause . Dankmar begriff nicht , wie man die Ausgänge desselben gewinnen , wie man mit einem so auffallenden Gegenstande , dem Schrein , sich aus ihm entfernen konnte . Hackert lenkte aber in einen Seitengang . An dem äußersten Ende war ein kleines Fenster , das auf die Straße führte . Es war nur ein Luftloch , ein schmaler Streifen in der Wand . Hackert schien Dankmar ' n toll , als er die Miene machte , durch diese kaum handhohe , aber breite Öffnung müßte man nun auf die Straße gelangen . Der Schrein und wir ? Hierdurch ? Der Dritte setzte den Schrein ab . Hackert deutete nur auf Stillschweigen . Unwillkürlich schauderte Dankmar wieder vor einem Gedanken zurück , der ihn plötzlich berührte . Er kam ihm mit Stricken , die er fühlte . Wo diese Stricke herkamen , sah er nicht . Er fühlte sie nur , hörte nur das Auseinanderwinden ... er dachte sich die Folgen gefährlicher Prozeduren , die Hackert wagte , zu seinem Vortheil wagte und ihn dann allein kompromittirt zurückließen ... Hier soll bald Licht werden , flüsterte Hackert . Wir haben vorgearbeitet . An dieser Säule machen wir die Stricke fest . Sie ist stark genug und die Stricke reichen zehnmal bis hinunter . Hinter der Johanniskirche fast an der Ecke , die zu Schlurck ' s führt - Sie kennen die Gasse - steht ein Wagen ... Daß wir ja zusammenbleiben ! Hören Sie ? Und während Dem schon öffnete sich die Lücke .