G ' richt umi und dös sag ' n , daß i koan roten Spenser it hab ' ? I hätt ' s scho glei g ' sagt , aba i hab ' mi nimmer auskennt , weil da Xaver gar so unverschämt g ' log ' n hat . Moanst it , mir soll ' n umi geh ' und dös schreib ' n lassen , daß i koan roten Spenser überhaupt it hab ' ? « » Dös hat jetzt koan Wert it . « » Net ? « » Dös ko ' st bei da Verhandlung fürbringa , da hoscht no Zeit g ' nua . « » D ' Muatta ko ' s aufweisen , und der Vater aa . « » Den laßt aus ' n G ' spiel ! « » Aba er kunnt do an Zeug ' n macha , ob er mi scho amal g ' sehg ' n hat mit an roten Spenser . « » Moanst , der stellt si mit ' n Xaver vors G ' richt ? Na , mei Liaba , und wann i du waar , redet ' i dahoam ganz weni von da Verhandlung . « » Bal d ' Weßbrunner Dirn ' so frech is und sagt , sie hat mi kennt an mein ' roten Spenser ! « Der Haberlschneider zahlte , und bald rasselte sein Wagen über das Nußbacher Pflaster . Beim Unterbräu saßen Leute am Fenster . Sie wandten die Köpfe , als sie das Fuhrwerk hörten . Einer öffnete das Fenster und pfiff gellend durch die Finger . Die anderen schrien und lachten . » Dös is da Xaver g ' wen , « sagte Ursula . » I hab ' n scho g ' sehg ' n , « erwiderte der Haberlschneider , » den Lausbuab ' n. Schaug ' it um , sinscht plärren s ' no besser ! « Er ließ seinen Schimmel einen guten Trab anschlagen und hielt fleißig Umschau , wie die Wintersaat keime . Die Ursula hielt ihren Korb auf dem Schoße und dachte darüber nach , wie ihr der Xaver jetzt allen Spott antue . Und allmählich kamen ihre Gedanken wieder auf die Weßbrunner Dirn , die gar so frech log und gewiß eine Absicht dabei hatte . Hinterhalb Pettenbach holten sie einen städtisch gekleideten Mann ein . » Dös is ja der Herr Mang , « sagte der Haberlschneider . » Öh , brr ! « Er wartete , bis Sylvester herankam . » Grüß Gott ! Mögen S ' net aufsitzen ? « » Ich dank ' schön , Haberlschneider , es is nimmer weit . « » Wie S ' moana . Nacha adje ! « Als Sylvester auf die letzte Höhe kam und Erlbach vor sich liegen sah , ging er frischer voran . Beim ersten Haus grüßte er den Weiß Flori , der im Garten arbeitete . Dann bog er in die Dorfgasse ein . Es war ihm , als hätte er seit Jahren die Heimat nicht mehr gesehen . Alles war so , wie er es vor wenigen Monaten verlassen hatte , und doch schien es ihm gänzlich verändert . Da vorne war das Schulhaus ; an der Gartentüre standen zwei Männer . Wie er näher kam , erkannte er sie ; den alten Lehrer und Herrn Sitzberger . Jetzt sahen sie ihn . Stegmüller winkte ihm ; der Kooperator aber wandte sich um und ging eilig in die Nebengasse . » Ja , Grüß Gott , Herr Sylvester ! Sieht man Sie auch mal wieder ? « » Grüß Gott , Herr Lehrer , und wie geht ' s Ihnen ? « » Wie ' s halt geht , wenn man alt ist . D ' Mutter hat ' s auch bös g ' habt , gelt ? « » War sie krank ? « » Hamm Sie das net g ' wußt ? « » Nein , kein Wort . « » Sie brauchen net erschrecken , es geht ihr schon wieder besser , aber eine Zeit war ' s net gut d ' ran . « » Ja , dann entschuldigen ... « » Ich darf Sie net aufhalten . Adieu und b ' suchen S ' mich die nächsten Tag ' ! « Sylvester eilte weg . Die Nachricht hatte ihn bestürzt . Die Mutter schrieb ihm so selten , daß er sich keinen Gedanken darüber machte , als in der letzten Zeit die Briefe ganz ausblieben . Da hatte er jetzt immer um sich gesorgt , und derweil lag seine alte Mutter schwer krank daheim . Scham und Angst überkamen ihn , und sein Herz schlug rascher , als er in das kleine Haus trat und die Stubentüre aufklinkte . » Ja , kimmst du jetzt daher ? « Die Mutter stand schwerfällig vom Stuhle auf und ging ihm entgegen . » I hab ' mir denkt , du kimmst auf ' n Abend mit der Post ? « Die Stimme hatte den alten Klang nicht mehr ; und wenn die Augen auch lachten , konnte sie doch die Müdigkeit nicht verbergen . » Mutter , warum hast du mir keine Nachricht geben ? « » Wegen der Krankheit ? Ach , geh ! Dös is scho wieder rum . Bist z ' Fuaß raus ganga , weil d ' Stiefel so staubig san ? « » Ja . Aber setz ' dich doch ! Warum hast mir nicht schreiben lassen ? « » Es is ja wieder gut wor ' n. I bin froh , daß d ' net früher kemma bist ; da hätt ' i dir gar it recht Grüß Gott sag ' n kinna . « » Von fremde Leut ' muß ich hören , daß du krank warst ! « » Es is ja nix g ' wesen . Des sell hon i scho öfter g ' habt , daß mir d ' Füaß aufg ' schwollen