unschuldig , aber der hat ' s gethan ! Aus diesen Ketten seid Ihr los ; fragt nicht warum ? wie so ? woher ? Das sind die kleinen Krallen und Haken des Verderbers , mit denen er die Geretteten wieder langsam an sich zieht . Aus diesen Banden seid Ihr los , wißt Ihr , in welche neue er Euch reißt ? Nur der bleibt frei , der sich ganz gefangen giebt dem Willen des himmlischen Vaters , wie ihn die Kirche erklärt . Darum , mein lieber , theurer Herr von Bredow , laßt all das Andre hinter Euch , denkt nur an das vor Euch , wie Ihr mit gerührtem Herzen dem Ewigen danken wollt für das wunderbare Werk der Rettung , wie ein Strahl der Gnade grade den Lindenberger - « » Sagt mal , Dechant , der Lindenberger : I der Tausend , wer hätt ' s gedacht ! « » Das ist gar nicht an Euch ! Grübelt nicht nach über eines Andern Schuld . Ach ! hat nicht mit seiner eigenen Rechtfertigung der wahre Gläubige so viel zu thun , daß er eigentlich nie damit fertig wird , daß er noch Andere anrufen muß , ihm zu helfen . Schütten wir nun zusammen unser gerührtes Herz aus in einem brünstigen Gebet zu den heiligen Fürsprechern . « Dieses Gebet war vorüber , und man muß sagen , Herr Gottfried , als er einmal auf den Knien lag , hatte recht inbrünstig gebetet . » Der beredete Quell , der von Euren Lippen strömte , sagte mir , daß Satan sich nun nicht wieder nähern darf ! Möchte ich doch auch fast die Gelöbnisse lesen , die aus Eurer befreiten Seele aufsteigen . Ja , theurer Herr von Bredow , die Zeiten sind vorüber , wo es den frommen Ritter , wenn er aus schwerer Drangsal erlöst war , nach Jerusalem zog . Für das Kreuz stehen keine Kreuzfahrer mehr auf . In Euren Jahren , bei der ansehnlichen Beleibtheit , mit der Gott Euch bedachte , möchte Euch auch das Pilgern nach dem heißen Lande beschwerlich fallen . « » Ich pilgern ! « » Ich rathe es Euch auch nicht . Ihr müßt Euch den Eurigen erhalten . Was würde der lange Abschied die gute Frau Brigitte Thränen kosten . Wäre es noch eine kleinere Pilgerfahrt nach Wilsnack . « » Pilger sind Tagediebe . « » Gewissermaßen . Auch ist das heilige Blut in Wilsnack leider in Verruf , seit der Erzketzer Huß sein Buch dagegen schrieb . Das ist das Betrübte , daß eine jede Ketzerei , wie man auch meint sie ausgetilgt zu haben , immer doch etwas Gift zurückläßt . Nun ist Huß zwar , durch Gottes Gnade , verbrannt , aber haben nicht die Zweifel , die er hingestreut hat über das Wunder zu Wilsnack , so gewuchert , daß , man muß es mit Bedauern sagen , selbst der heilige Vater sich veranlaßt sah , die Andacht davor zu verbieten . Das Städchen hatte so hübschen Verdienst , und er blieb im Lande . « » Ja , dazumal schnappten Viele nach der Pfründe . « » Die Opferstöcke werden überall immer leerer , die Gottlosigkeit nimmt zu . Ich wollte Euch auch nicht anrathen , lieber Ritter , wie Mancher in Eurer Lage thäte , einen Stellvertreter nach Jerusalem zu schicken . Das ist nur halbes Werk , kostet sehr viel Geld , und wer weiß , ob der Mensch nicht schon unterwegs die Zehrung verpraßt und vertrinkt . « Darin war Herr Götz ganz einer Meinung mit dem Dechanten . » Was Ihr gebt , müßt Ihr durch sichere Hände gehen lassen . Es wird jetzt durch alle christliche Länder zur Restitution des Tempels in Jerusalem gesammelt ; der allerchristlichste König hat es beim Großtürken durchgesetzt . Ihr braucht Eure Scherflein nur nach Brandenburg zu schicken ; wir sammeln auch am Dome . « Herr Götz warf einen eignen fragenden Seitenblick auf den Sprecher : » Nach Jerusalem ? Das bleibt ja nicht im Lande ? « » Freilich nicht , indessen - « Es schien , als habe Herr Götz mit einem Male den Schlaf abgeschüttelt . Er sah fast pfiffig den Geistlichen an : » Es bleibt doch Manches im Kasten kleben in Brandenburg , nicht wahr ? Da ist ' s besser , ich schick ' s gar nicht erst nach Jerusalem . « » Wenn ich Euch riethe , eine neue Lampe in unserm Dome zu stiften , sähe es wie Eigennutz von mir aus . Aber wir finden schon etwas zur Beruhigung Eures Gewissens . Das fällt mir ein , es thun sich in Rom fromme Leute zusammen , die das Kreuz den Heiden predigen wollen in der neu entdeckten Welt und in Asien . Für diese Bekehrer wird gesammelt . Was müssen sie leiden , diese heiligen Männer , unter den Teufelsdienern : Qualen , Martertode , Hitze , Kälte , Hunger und Durst . Wenn wir nur an ihr Dürsten in der Wüste bei jedem Becher dächten , ach mein Herr von Bredow , der Tropfen Wein würde uns auf den Lippen zum Gifte . Wer spendet da nicht aus vollem Herzen , was er kann . Was Ihr geben wollt - « » Will ' s mit meiner Frau überschlagen . « » Die gute Frau , wenn sie nur die Noth dort kennte , wie sie barfuß durch den glühenden Sand laufen müssen , die armen Kindlein zu ihrem Heil , sie zöge ihre eignen Strümpfe aus . « » Barfuß ? « » Alle barfuß , die in Indien und bei den Tartaren , und wollen Christen werden ! Ist das nicht schrecklich ? « » Laufen bei uns auch genug ohne Strümpfe rum . « » Die gute Frau von Bredow wird gewiß ein hübsches Päckchen schnüren , aber es braucht auch Geld , und mein Freund Götz wird gewiß mit Freuden -