In diesem Augenblick erhalte ich den äußerst geistvollen Plan zu Eurem Schattenspiel ; ich will alles so gut machen , als ich kann , aber ich erschrecke fast vor dem Plan , wenn ich nur Leichtigkeit genug besitze ; das Ende sei mir überlassen , sagt Ihr . So haben wir denn wirklich wie Brüder in der Ferne gearbeitet . Der Clausner steigt mit Winkelmann ein und fährt zu Brentano . Nun fällt der Vorhang Eures Schattenspiels , und nun laßt meine Szene angehn , die geht gleichsam bei Brentano vor , und das Edle , Rührende in ihr hebt das Komische wieder auf , so daß das Fest ganz den Eindruck einer freudigen Anmut bekömmt . Euer Schattenspiel ist dann ein himmlisches Vorspiel ; was ich entworfen , ist überhaupt äußerst leicht auszuführen , und wie glücklich wird Clodine durch die Berührung ihrer kindlichen Zärtlichkeit sein . - Schreibt mir doch gleich den Samstag , ob Euch mein angehängter Plan gefällt . In Tonis Stube unter der Treppe kann die Höhle der Zauberin sein , Ihr dürft nur um die Ecke herum eine spanische Wand stellen , so habt Ihr ein Theater , und in der Höhle ist ja noch dazu ein Eingang auf den Gang ; schöner könnte es nicht sein . Das Schattenspiel macht Ihr an der Saaltür und seid in Tonis Stube . Während es hinweggenommen wird , kleiden sich die Schauspielerinnen an , die Gesellschaft tritt in Tonis Stube und ist nun gleichsam mit dem Postwagen in der Sandgasse angekommen , und da geht das weitere vor . Den Gesang , den Tanz könnt Ihr ja weglassen , wenn es Euch zu viel wird . Aber mein Bild der Vestalin , meine kleine Szene mit der Zauberin , sie freut mich gar sehr , und ich weiß , es wird sehr herrlich auf das Komische wirken . Schreibt gleich umgehend , was Ihr wollt , an dem Schattenspiel fange ich heute schon an . Die Idee mit dem Postwagen und Winkelmann ist göttlich . Danke der Toni herzlich . Clemens Liebe Bettine ! Du hast mir einen schönen Ofenschirm geschickt , er entzückt alle Leute , die ihn betrachten , und ist jetzt der größte Schatz meines Mobiliarvermögens , außer Deinem Porträt , wie Deine Liebe überhaupt mein größter Besitz ist . Ich sende Euch hier das Schattenspiel , ich habe es in einem Tag geschrieben , das ist alles , was ich zu seiner Entschuldigung sagen kann . Die kleinen Cochonerien , die es enthält , habe ich genau nach dem übersendeten Plan verfaßt und mir darin keine Freiheit erlaubt ! - Soeben erhalte ich Euren Familienbrief , worin Ihr noch viele Umstände vorbringt von Theater und dergleichen , was ich von hier aus nicht begreife , ich habe Euch doch das Lokal bestimmt , könnt Ihr nicht fertig werden damit , so spielt das Schattenspiel und lacht womöglich , ich will versuchen , allein , ohne Hilfe die Claudine zu erfreuen ; die Posse hab ich geschrieben , das Edle will ich dichten ! - Auf den Schirm hat die Günderode mit Bleistift von ungefähr ihren Namen gekritzelt , auch dies Zufällige hat mich sehr gerührt . Schreibe bis Mittwoch wieder , Deine Briefe sind die einzigen , die ich jetzt habe ! - Adieu ! Clemens An Clemens Unser Teetisch hat sich in eine Pappfabrik verwandelt , George führt den englischen Phaëton aus mit Jockey und Pferden . Franz macht die Dekorationen , ich wollte die Schauspieler machen , es mißlang , ich wurde abgesetzt und darf nur immer noch das zweite Bein machen , den zweiten Arm , und die Zimmer darf ich möblieren ! - Auch soll ich alle Nähnadeln einfädeln . Günderödchen kommt zuweilen , weil ich nicht so oft zu ihr komme , und dann verschwinden wir ins kleine grüne Kabinettchen hinter der Treppe . Den Christian hatten wir erwartet , daß er uns würde helfen , er kam gestern an zu Pferde mit einem scharlachroten Mantelsack , einer Pelzmütze , einem Dompfaffen und einem zahmen Marder , den er mir schenkte ; dies Tierchen plagt mich sehr ! Aber weil es so sehr schön ist ; es will auf meinem Schoß schlafen , und wenn ich ' s herunternehme , dann knurrt es und fletscht mir die Zähne . Auch hat ihm der Christian tanzen gelehrt , es quält mich , aber es ist mir doch eine Gesellschaft ! - Die Proben vom Schattenspiel werden gemacht ; da ich keine Rolle dabei habe , so konnte ich gestern mit Marianne in die Oper gehen ! - Ich hab mich an Offenbach erinnert bei der Musik . Palmira ! - Diese Oper gibt mir die Empfindung , als läg ich auf duftendem Heu und schlief und hörte das Ganze nur mit halbem Ohr . Heute Morgen war so schöner Reif , ich bin mit Marianne bis auf die Gerbermühl gefahren , von dort ging ich zur Großmama ! - Sie war recht erfreut ; ich hab mit ihr ausgemacht , daß ich zum Frühjahr bei ihr sein will und die ganze Frühlingsarbeit im Garten machen , wie im vorigen Jahr noch ! - Ach , das ist jetzt für mich ein Erholungspläsier ! Beim Gärtner war ich und hab nach meinen Bäumen gesehen , alles sieht kernfrisch bei ihm aus und dem Frühling entgegenstrebend . - Er glaubte nicht , sagt er , daß es diesen Frühling so schön sein werde wie im vorigen Jahr ! - Die Witterung lasse sich nicht so gut an ; - ach Frankfurt , du liegst mir wie Blei auf dem Herzen ! In meinem Schreibschrank hab ich in Offenbach gewühlt und hab da den Anfang von einer Beschreibung meines Klosterlebens herausgefunden und dann auch ein Märchen , zu dumm - die Günderode hat ' s gesagt . Aber vom Kloster soll ich weiterschreiben , wenn das Schattenspiel vorbei ist . - Es ist hier im Haus kein einsam Winkelchen , wär