kein lahmes mitgebracht . Nicht weniger gefiel ihm der Kuhstall und absonderlich die junge Kuh , die Uli in Bern gekauft , die jetzt zu kalben stand und wenigstens drei Dublonen mehr wert war als vor drei Monaten , so gut hatte sie getan . » Ätti , was fangst du an in deinem Alter ? « sagte der Sohn , » fangst erst jetzt recht an dich zu rühren ? Hast die schönste War , und es ist allenthalben wie an einem Sonn , tage . « » Gefällt es dir ? « sagte Joggeli kurz . Aber die Mutter konnte sich nicht enthalten , zu sagen : » Wir haben einen gar guten Meisterknecht , der nimmt sich der Sache an , wie wenn sie sein wäre , und versteht alles wohl wie ein alter Bauer , es ist jetzt auch eine rechte Freude , dabeizusein . « Der Sohn sagte auch nicht viel darauf , aber er trappete mehr als sonst auf dem Lande herum , sah das letzte Korn laden und einführen , ging durch die Matten , daß der Alte sagte : Er könne nicht begreifen , was der Johannes habe , er laufe allenthalben herum und gschaue alles so wohl ; ob er wohl meine , er könnte den Hof vielleicht bald erben ? Aber er sei sich noch nicht Sinus , bald da dänne , und es hätte schon mancher Alte mit jungen Beinen Äpfel ab den Bäumen geworfen . Nicht daß er das begehre , aber nur so zu sagen . Als es dunkelte , sollte die Sichelten angehen , aber man hatte seine liebe Not , die Leute herzuzubringen . Vreneli , krebsrot von Kücheln und Kochen den ganzen Tag , war zuletzt zornig und sagte : Die Tüfels Schnürfline hätten den ganzen Tag schon die Finger geschleckt bis zu den Achseln und noch bas hingere , und jetzt wollte sich Keiner dafür halten , Keiner sich herbeilassen ; so könne man nicht anrichten , nicht mit der Sache ab Weg , und dann am Morgen sei Keiner vom Tisch wegzubringen und hockten da wie angebränntet . Man mußte diesem nachschicken und jenem , und am Ende war doch noch jemand nicht da , den man bei den Ohren hätte herbeireißen sollen . Da war eine gelbe Safferetsuppe in mehreren Kacheln auf dem Tische , wo das Brot so dick eingeschnitten war , daß man auf eine Kachel hätte knien können , ohne daß das Brot ein Dümpfi bekommen hätte . Dann kam Rindfleisch , grünes und dürres , Speck , Schnitze , Küchleni von drei Arten , alles hoch aufgebyget , und einige mäßige Flaschen stunden auf dem Tisch , und für alles war kaum Platz , daß die Auftragenden oft in der größten Verlegenheit waren , wo abstellen . Spatzen im Hirse muß es wohl sein , aber die wissen doch noch lange nicht , wie es einem an einem Sicheltentisch ist , der unter seinen Lasten sich biegt und unter dem man seine Beine gar nicht zum Stillehalten bringen kann , weil sie auch hinauf möchten und sehen , was da oben so herrlich riecht . Und doch war es nicht allen gut genug dort . Ds Elisi und Trinette mochten nicht zu den groben Leuten und Speisen . Im Stübli war ein besonderer Tisch gedeckt , auf dem war roter Wein , waren Fische an einer Sauce und Zuckererbse und Braten von Kälbern und Tauben , gebackene Fische , Hamme und Kuchen , Züpfen statt Brot und ein Kännchen voll süßen Tees für die Liebhaber und Dessert , den die Wirtin seit der vorjährigen Zehntsteigerung aufbewahrt hatte . Die Kinder gingen von einem Tisch zum andern , taten immer an einem Tisch wüster als am andern , bis sie endlich , zu voll von Speise und Trank , wie wüste kleine Teufelchen zu Bette gebracht werden mußten . Ds Elisi und Trinette erzählten einander , was sie alles erleiden möchten , was nicht , rümpften über alles die Nase und sagten , was ihnen dies mache und was jenes ; das Eine blähte sie und das Andere lag ihnen sonst im Magen , das Eine ließ sie nicht schlafen , das Andere brachte ihnen das Toggeli , das Eine schlug ihnen in die Augen , das Andere in die Ohren , das Eine verstopfte sie , das Andere machte ihnen den Durchlauf . Unterdessen aßen sie von dem , was sie verstopfte und was ihnen Durchlauf machte , das mußte sich ja gegenseitig aufheben , und auch dem Trinken sah man ihre Kränklichkeit eben nicht sehr an . Johannes hielt sich nicht lange am Familientische auf , sondern machte sich bald hinaus zum Gesinde und blieb dort bis der Morgen grauete und alles die Betten suchte . Er gab sich besonders mit Uli ab , setzte ihm zu mit Trinken , gab ihm Tabak und führte mit ihm Gespräche über allerlei , daß es Uli vorkam , der Wirt von Frevligen sei nicht halb so hochmütig , als man ihn verschreie . Am meisten aber verwunderte sich Uli , als derselbe schon morgens früh in den Stall kam , wo er alleine hantierte , während die andern Knechte noch schliefen . » So , bist du schon zweg und alleine ? « sagte der Wirt . » He ja , « antwortete Uli . » Die War hat gestern nicht Sichelten gehabt und hart arbeiten müssen ; da wäre es nicht billig , wenn sie länger auf ihr Fressen warten müßte . « » Es denken aber nicht alle so , « sagte der Wirt , » und darum habe ich dich etwas fragen wollen . Weißt du was , komm du zu mir ; ich hätte einen Platz für dich , wo du wenigstens zehn Kronen höher kömmst als hier , und all Tag mußt du deinen Wein und dein Schnäfeli Fleisch haben . « » Aber was sagt der Meister , wenn Ihr mich abdinget