dem Schmaus , Was treibt dich in die weite Welt , Wo bist du kleiner Mann zu Haus ? « Er spricht » Ich bin ein Narr fürs Geld , Ein Narr ist überall zu Haus , Ich bleibe , wenn es Euch gefällt , Ich gehe , wenn mein Witz zu kraus . Beim Herrn von Limpurg war ich lang , Der war zu sanft , ich sprach zu hart , So machte ich zu Euch den Gang , Um mich zu freun an Heldenart . « Der König ruft nun seine Narrn , Um ihn zu prüfen , ob er klug , Und ihn zu fangen in dem Garn , Mit einem list ' gen Narrenzug ; Zwei alte Tölpel stolpern her , Mit buntem Kleide angetan , Doch ihre Zungen sind so schwer , Sie greifen an den kleinen Mann , Mit lahmen Späßen ohne Mut Und wären lieber wieder fort , Doch unser Kleiner gar nicht ruht , Er schenket ihnen gar kein Wort . Der Kleine übermeistert sie , Im fremden Land gilt der Prophet , Er fürchtet keinen , scheut sich nie , Er weiß es nicht , wie es dort steht . Die großen Tölpel werden stumm , Der König nimmt ihr hölzern Schwert Und spricht : » Ihr Narren seid zu dumm , Der Kleine ist des Schwertes wert , Ihr geht , der Mann im roten Kleid , Wird eure Löhnung zahlen aus ! « Der Kleine schmückt sich voller Freud , Die beiden gehen voller Graus . Der Kleine höhnt sie wacker aus , Ein jeder Einfall neue schafft , Nie dauerte so lang der Schmaus , Wie mundet heut der Rebensaft , Der König sagt zu allen laut , Daß er noch nie so lustig war , Dem Kleinen hat er ganz vertraut , Er sagt , was wahr , er trinkt , was klar , Der Narr belehrt den klügsten Rat Und wendet jeglichen Verdruß , Der Kleine denkt : » Es ist ein Staat , Wo mir ein jeder gut sein muß . « Da bringt der Mann im roten Kleid Noch eine Schüssel seinem Herrn , Der sieht hinein mit Schadenfreud , Und tut sie wieder dann versperrn . Doch unser Narr ist schon so dreist , Er blicket durch den Spalt hinein , Obgleich der König es verweist , Der Narr fängt kindisch an zu schrein . » Herr « , spricht er , mit gebrochner Stimm , » Zwei Menschenhäupter liegen drin ; Wer reizte Euren edlen Grimm , Mit Frevel oder Eigensinn ? « » Mit nichten « , spricht der König kalt , » Die beiden hab ich nicht gehaßt , Sie wurden mir nur allzu alt , Und haben hier nicht mehr gepaßt , Es sind die Narren , die allhier Dein guter Witz schnell überwand , Was sollten sie nun ferner mir , Du hast sie in ihr Nichts gesandt , Ein kluger Mann , wenn er verdummt , Erweckt noch aller Narren Witz ; Was ist ein Narr , der je verstummt , Er ist auf Erden nichts mehr nütz . « Das läuft dem Narren kalt wie Eis Durchs Rückenmark zu Zung und Mund , Dann wird ihm wieder glühend heiß , Er spricht aus bangem Herzensgrund : » Der Teufel sei hier Narr fürs Geld , Denn wagte ich mein Leben gern , So wär ich auch ein großer Held Und nicht ein Narr für große Herrn , Ich spring zurück in meinen Fisch , Der Narren Blut löscht allen Witz : Wer junge Narren braucht am Tisch , Der gönn den alten ihren Sitz . « . Bei den letzten Worten fing Grünewald zu lachen an : » Ich will dem alten Stadtpfeifer gern seinen Platz gönnen , dies liebe Städtlein hat kaum eine Straße und auch die ist nur halb gepflastert , ich möchte hier nicht begraben sein , wenn Anna nicht bei mir läge . Das Fest ist auch jetzt vorbei , sie kommen herunter und ich bin schon hier . Anna soll leben , hoch , hoch und immerdar hoch . « Der Fackelzug führte sie eben nach ihrem Hause vorüber , ein seliger Anblick . Als alle vorüber waren und nur der Abfall der Fackeln von der leuchtenden Erscheinung noch am Boden verglühte , sang Grünewald zu den Fenstern Annens hinauf : Nun kenne ich die Nacht Und ihre Flammenspur , Und hemme meine Uhr , Daß spät der Tag erwacht , Und schließt die Läden dicht , Dem ersten Morgenlicht . Eh ' Licht kann werden , bringt die Nacht , Der Schöpfung dunkle Freuden sacht ; Ich kenne die Geschichte Und nehme die Gewichte , Die Räder und die Glocken , Aus meiner Uhr bedacht , Sonst schlägt sie in der Nacht , Und ich fahr auf erschrocken . Nun steht die Zeit ganz still , Des freu sich , wer da will , Des freuet sich alsbald Der treue Grünewald . Anton sah verwundert den Mann an , der so in einem Atem lachen und weinen , belustigen und rühren wollte , aber er trug ein brüderliches Herz zu ihm und nötigte ihn , da er ohne Obdach , sein Lager mit ihm zu teilen . Zweite Geschichte Das Bild am Giebel Anna , die schöne , junge Frau , wurde spät von der Sonne erweckt , die über den wolkenlosen Himmel in voller Klarheit hinzog und ihre Strahlen in den runden Scheiben des Fensters sammelte , um mit einem Kusse ihrer Art die geschlossenen , weichen Augenlider der Müden zu erwärmen , die sich gern dem Tag verleugnet hätte , nachdem sie den Morgen verschlafen hatte . Endlich rief sie leise ihren Berthold , um ihn nicht zu erwecken , wenn er noch schliefe . Als sie aber keine Antwort erhielt und die Blendung ihr gestattete umzuschauen , da sah sie , daß Berthold nicht mehr im weiten Bette zu finden , daß er sich fortgeschlichen habe ,