nur zuhören wollte . Sie hatten drei Kinder , in denen Vater und Mutter verschmolzen waren . Sehr hoffärtig waren sie angetoggelt und machten sehr freche Gesichter . Kehrum schrie eins , und dann schrie der Mann : » Wer macht mr dKing geng z ' brülle ? Ih will de luege , ob das geng so gah müeß ! « Und sie sagte : » Schwyg ume , schwyg , du mußt dann eine Feige haben und ein paar Mandlen dazu ! « Hatte dieses das erhalten , so schrien die andern , bis sie auch hatten . Sagte die Mutter : » Jetzt hab ich keine mehr , « so fingen alle drei zu schreien an . Dann fluchte der Vater : Warum sie auch nicht genug mitgenommen hätte , sie mache es immer so . Aber sie sollten nur schweigen , beim nächsten Krämer wolle er kaufen , bis sie genug hatten . Die Knaben hießen Edewarli und Ruedeli , das Mädchen aber Carelini . Joggeli hatte immer ein heimlicher Schrecken , wenn die kamen , er wußte wohl warum ; indessen meinte er sich doch mit ihnen . Die Alte hatte eine recht mütterliche Liebe zu ihrem Sohne und eine noch größere zu seinen Kindern ; indessen klagte sie , sie kämen ihr gar so fremd vor , und wenn sie fortfuhren , so leichtete es ihr allemal , denn sie wußte nach zwei Tagen schon nichts mehr zu essen zu geben , daß es ihnen recht war . Elisi hatte rechte Freude , wenn sie kamen . Elisi und die Schwägerin Trinette ( ehemals Trini ) zeigten einander ihre Kostbarkeiten , und Eins redete herrscheliger als das Andere von seinen Krankheiten , und Eins tat dummer als das Andere mit seinen Manieren . Glaubte nun Elisi Meister zu sein mit den Kostbarkeiten und Krankheiten und Manieren , so hatte es große Freude und ließ Trinette ungern ziehen und plärete und wollte nicht Adie machen . Ward aber Trinette Meister und hatte schwerere Hafte oder ein sydigeres Tschöpli , mehr Krämpfe gehabt oder eine längere Badefahrt gemacht , eine vornehmere Mauggere ersonnen oder zümpferere Scheßti , so plärete Elisi , solange sie noch da waren , versteckte sich und kam erst wieder zum Vorschein , wenn Trinette schon im Schärbank war . Da lächelte Elisi dann , hatte Handschuhe an , an denen die Fingerspitzen abgehauen waren , ein schönes weißes Nastuch in der Hand , eine Stündelikappe auf dem Kopf , glitzerte von lauter Gold und Silber , sagte » A revoir « und » Bon voyage « , und wenn der Kohli zog , so sagte Elisi : Es sei froh , daß sie endlich fort seien ; der Bruder sei ein Grobian , Trinette hätte mauvais goût und die Kinder de mauvaises manières . Es möchte keinen Mann , pfitusig ! Aber wenn es einen bekommen sollte , so möchte es keine Kinder , pfitusig ! Aber wenn es deren bekommen sollte , und man wisse ja , was man hasse , müsse man haben , so wollte es die ganz anders erziehen ; sie müßten ihm nicht so dicke Knüderen sein und so verfrorne Nasen haben und rote Schuhe , sie müßten ihm schlanke Tournure haben und feine Gesichter und gwixte Stifeli . Es würde sich schämen , mit solchen groben Tätschen spazieren zu fahren . Vreneli sprach selten ein freundlich Wort , solange der Besuch da war . Sie behandelten ihns nicht wie eine Dienstmagd , sondern mit recht eigentlicher Verachtung ; höchstens versuchte der Sohn , einige handgreifliche Späße an ihm auszulassen . Zudem ärgerte es ihns , wie sie die Alten auszubeuten suchten auf jegliche Weise und ihnen doch alles nicht gut genug war . Trinette konnte nicht genug erzählen , wie viel sie von Hause erhielte und wie sie es gar nicht machen könnten , wenn ihre Eltern nicht so viel geben würden . Dann wußte sie zu sagen , dieses hätte ihr der Vater gegeben und jenes die Mutter , und als sie das letztemal bei ihnen gewesen , hätte ihr der Vater sechs Neutaler gegeben und die Mutter zehn und Beide ihr gesagt , wenn sie etwas mangle , so solle sie nur kommen , wo das gewesen sei , sei noch mehr . Natürlich wollte dann die gute Mutter auch nicht die Letzte sein , rückte auch aus , fast über Vermögen , und bekam kaum ein Dankeigist dafür . Die Kinder waren in allem , verdarben alles , und wehrte man ihnen das Geringste ab , so sagten sie einem entweder wüst oder schrien wie angeschossene Seekälber . Der Sohn trieb seine Sache dagegen ins Große . Bald kaufte er dem Vater eine Kuh ab und zahlte sie ihm nie oder brachte ein lahmes Roß und nahm das beste mit , vorgebend , das eine zurückzusenden , das andere holen zu lassen , vergaß es aber ; oder er mußte einen Wechsel zahlen , den ein Weinherr auf ihn gezogen , und war nicht überflüssig im Gelde , und der Vater sollte ihm vorschießen , erhielt es aber nie wieder . Irgend eine dieser Schräpfeten ging allemal vor , wenn er da war . Dabei behandelte er Vater und Mutter als dumme Baurenleute mit souveräner Verachtung , nicht viel besser als zwei Geldseckel , zu denen man Sorge trägt , solange Geld darin ist . Er brachte es allemal als einen Tageswitz heim nach Frevligen , wie er seinen Alten abermals zu Ader gelassen . Er wunderte sich diesmal gar sehr über die Ordnung , die er in der Glunggen antraf . Die schön glatten , saubern Bäume , aufgebunden die jungen , der stattliche Misthaufen , die Aufgeräumtheit allenthalben trotz der Ernte fielen ihm alsobald in die Augen . Als er sein Pferd in den Stall begleitete , wie üblich , wunderte er sich noch mehr über die Reinlichkeit darin und die schönen , wohlbesorgten Pferde und ärgerte sich , daß er diesmal