Die , die ihn hatten nächtlich überfallen , in seiner Wohnung knebeln wollen , nicht angezeigt , sondern sie zu Freunden gewonnen hatte ) , zu Murray sagte : Aber Sie , Mann des Friedens , wenn es wahr ist , daß Sie diese eisernen Stäbe - es war in Murray ' s Wohnung - hier vor Verbrechern schützen müssen , die Sie zu Ihren Freunden zu erheben vorziehen , statt in die Gefängnisse zu schicken , so muß ich auf mein Versprechen zurückkommen , Sie mit dem Bunde der Ritter vom Geiste bekannt zu machen ! Warum thun Sie Das erst jetzt ? fragte Friedrich Zeck . Weil ich an der unverbesserlichen Eitelkeit der Studirten leide ; sagte Oleander . Es ist ein Gesetz unsres Bundes , nur Die zu gewinnen , die über uns stehen . Es hieß anfangs , die gesellschaftlich über uns stehen , doch hat Dankmar Wildungen die Vorschrift verbessert und jede andre Superiorität , auch die der Sitte und der Bildung , des Geistes und des Herzens zugestanden . Ich darf also nur Menschen gewinnen für den Bund , von denen ich mir sagen muß , daß sie irgendwie über mir stehen . Und ich Eitler , ich war fast so eitel wie sonst Propst Gelbsattel . Ich sage : sonst ! Denn seitdem dieser große Mann erfahren hat , Ritter vom Geiste könnte man nur durch einen Menschen werden , der unter uns stünde , bemüht er sich , die Demuth selbst zu sein . Er duckt sich gegen Jedermann , sieht überall auf die Erde wie nach einem verlornen Groschen , möchte Jeden ermuntern , sich ihm zu nähern . Aber er macht , sagte neulich der Doktor Drommeldey in Tempelheide , er macht die sonderbare Entdeckung , daß er nicht nöthig hätte , zu den unter ihm Stehenden herabzusteigen . Niemand denkt daran , ihn für einen Größeren zu halten , als sich ... Friedrich Zeck war in der Prüfung des Satzes , man müsse immer von den unter uns sich Fühlenden geworben werden , noch so verloren , daß er kaum daran dachte , die ihm von Oleander angethane Ehre abzulehnen . Oleander aber theilte ihm Geschichte und Bestand des Bundes mit , gab ihm die Erkennungszeichen , deutete ihm die Symbolik und wollte ihm schon das Gelöbniß abnehmen , den näher bezeichneten geheimen Pflichten des Bundes sich zu unterwerfen . Staunend hatte Friedrich Zeck zugehört . Erst jetzt fiel ihm ein , er , ein Falschmünzer , ein entsprungener Verbrecher sollte sich in diesen Bund der edelsten Menschen stehlen ? Unruhig sprang er auf und lehnte seine Betheiligung ab , indem er im Übrigen die heiligste Verschwiegenheit über das bereits Vernommene gelobte . Billigen Sie die Idee nicht ? fragte Oleander . Ich bin ihrer nicht würdig , meine Kraft ist zu schwach . Lassen Sie ! sagte Zeck . Ihre Kraft zu schwach ? erwiderte der junge Geistliche . Fühlen Sie denn nicht , daß im Grunde erst durch diese Schöpfung Das , was man innere Mission nennt , ein Ziel und einen Zusammenhang erhält ? Wenn irgend etwas zur Glorie des Christenthums gethan werden kann , so bin ich gewiß keiner der Letzten , der freudig Hand an ' s Werk legt . Aber aus dem Geiste des Christenthums allein sind diese Thaten der Liebe nicht mehr zu fördern . Sie müssen , wie die Kreuzzüge einst , damit enden , daß wir das Grab und die Wiege des Heils in der ganzen Welt finden , nicht blos in dem ungläubig gewordenen Palästina . Die alten Templer waren zu der Erkenntniß gekommen , daß sich die Mission einer rein äußerlichen Fortpflanzung des Christenthums , die Mission der Heidenbekehrung , überlebt hat . Man sprach nun von innerer Heidenbekehrung , von Ketzerverfolgung , von Urchristenthum , man stiftete Sekten , Brüdergemeinden . Es waren falsche Wege zum rechten Ziel . Die Wahrheit ist die , daß eine vereinzelte Pflege des Unheils in der Welt nur wenig hilft . Das ganze Leben muß ergriffen werden von dem Geiste der Erneuerung und Wiedergeburt . Wir können die Schäden der Gesellschaft nur heilen , wenn wir neue Luftströmungen durch die verdumpfte Existenz der Zeitgenossen ziehen lassen . Licht der Sonne , Blau des Himmels , Frische der Luft , was gibt es bessere Hülfsmittel bei Heilung leiblicher Schäden ? Und mit den geistigen beginnen die leiblichen . Ich habe sonst über die Zeit geträumt . Ich bin ihr Walten geflohen . Ich habe verurtheilt , was mich aus meinem behaglichen Dämmerleben aufschreckte . Aber durch die Lehre von einer Religion des freien Geistes ist mir ein Stern aufgegangen . Ich sehe schon Tausende sich die Hände reichen auf wenige große Wahrheiten des Einverständnisses und der felsenfesten Überzeugung . Man handelt nach diesen Wahrheiten , Jeder nach seiner Fähigkeit , seinem Berufe , seinem Triebe . Nehmen wir , mein Freund , das Gebiet der Armuth und des geistigen Elendes ! Arbeiten wir nicht für das Reich Gottes im Allgemeinen , nicht auf den unnützlich geführten Namen des Heilands , sondern für das Reich des heiligen Geistes , der nach den Tagen der Apostel uns als letzte Enthüllung der Offenbarung verheißen ist ! Schaffen wir Menschen , freie , bewußte , die Erde zu lieben sich gedrängt fühlende Menschen und machen wir die Erde dieser Liebe werth ! O ich möchte mit Engelzungen reden , um der Menschheit zu sagen , was die wahren Unholde sind , die uns an hellem Tage auf Erden Nacht machen und diese Gebrechen der Gesellschaft , diese Armuth und dies Elend anwachsen lassen so ungebührlich , daß es keine Fabel mehr scheint , wenn man sagt , der Herrscher der Erde trägt eine dunkelglühende Krone und sein Reich ist das des Feuers und des ewigen Todes . Aus dieser Stunde ergab sich für Friedrich Zeck eine erneute Ermuthigung , aber auch manche ernste Pflicht , mancher Schmerz . Sein Sohn , der die Betheiligung des Vaters