hätte , die im Silaswald umirrten und die » Freimaurer « , welche später in Cosenza erschossen wurden - die Bandiera und ihre Genossen - verrathen wollten ... Denen begegnete » dort oben am Kreuz « , erzählte er , der Bruder mit dem Todtenkopf , redete den einen , den er kannte , in fremder , ich glaube russischer Sprache an und warf ihn jählings von oben da am Kreuz hinunter in den Neto ... Die Bürgersfrau von Nocera , die sich auf Betrieb des Bruders vortheilhaft mit einem Verwandten verheirathet hatte , war in diesen Ereignissen bewandert ... Sie konnte lesen und schreiben und führte ihrem Mann sein Hauptbuch ... Was im Silaswald vorging , hatte sie seit Jahren um des geliebten Bruders willen mit dem größten Interesse verfolgt ... Lebhaft stand ihr in Erinnerung , wie man sich damals gewundert , warum der fremde Mönch , ein Sohn des heiligen Franciscus , wiederum auch für diese wilde That so heil und ungestraft davonkam ... Diesmal wie bei Gelegenheit der immerhin bedenklichen Todesart des Grizzifalcone ... Rosalia sprach noch jetzt dies Erstaunen nach ... Er hat gute Freunde , sagte Scagnarello ... Er hat sie da , wo sie am meisten nützen können - in Rom ... Und wenn man Rom hat , hat man Neapel ... Damals , als der Freimaurer in den Neto flog , sah und hörte man lange nichts mehr vom Frâ Hubertus ... Mit Einem mal war er wieder da und der Sindico von Spezzano zog den Hut vor ihm ab ... Hätte der Bruder die Weihen , er wäre längst in San-Firmiano Guardian ... Rosalia kannte alles das und schwieg , in Hoffnung auf die Geltendmachung eines so großen Einflusses in Neapel ... Nach einer Weile fragte Scagnarello : Signora - wart ihr denn auch schon dazumal an - den - ich meine , an den Bluteichen - ? ... Die Frau erschrak über diese Frage und schwieg ... Ich meine , habt Ihr ihn nie gesehen ? fuhr Scagnarello leise und lächelnd fort ... Die Frau wußte vollkommen , was und wen Scagnarello mit seiner Frage meinte ... Hm ! Hm ! räusperte er sich und fuhrt fort : Ich möcht ' es , bei San-Gennaro , auch einmal wagen und ihn besuchen ... Nur um die Nummern zu hören , die ich im Lotto spielen soll ... Da war ein Mann von Cotrone - wißt Ihr , was er dem gesagt hat , als der die nächsten Nummern hören wollte , die herauskommen - ? ... Er sollte arbeiten und auf Gott vertrauen - ? ... antwortete Rosalia ... Nein , entgegnete Scagnarello - Das kann sich Jeder selbst sagen - ! Dem Mann von Cotrone hat er gesagt : Wer gab dir früher deine Nummern ? ... » Der Pfarrer von San-Geminiano in Cotrone ! « ... Kamen sie heraus ? ... » Nein ! Auch die auf den Namen Mariä nicht ! « ... Warum nicht auf den Namen Mariä ? ... » Der Pfarrer rechnete die Nummern nach den Buchstaben aus - M. war 12. Sie kamen aber nicht heraus « ... Ich verstehe ! Kannst du lesen ? ... » Nein ! « ... Auch nicht das ABC ? ... » Nein ! « ... Im Namen Maria kommt zweimal A vor - das gab zweimal 1 ... » Da nahm der Pfarrer für das zweite 1 das Doppelte ; manchmal das Dreifache ; so hab ' ich zehn Jahre auf Maria und die Heiligen gesetzt , aber nicht mehr gewonnen , als ausreichte , um den Pfarrer zu bezahlen - « ... - « ... Der Pfarrer ließ sich bezahlen ? ... » Ich bezahlte die Messen , die meine Todten aus dem Feuer erlösten ! « ... Nun , mein Sohn , sagte der Alte von den Bluteichen , so nimm einmal den Namen » Jesus ! « Siehst du , das sind auch fünf Buchstaben , auch fünf Zahlen und die letzte nimm dann gleichfalls doppelt - 9. 5. 18. 20. 36 ... - So hab ' ich sie behalten - ! unterbrach sich Scagnarello - Gewinnst du , sagte der Hexenmeister , dann danke deinem Erlöser durch gute Anwendung des Geldes ! Verlierst du aber , so nimm an , daß er dir eine christliche Lehre geben wollte und dich blos durch deine Arbeit reich machen wird ! ... Der Mann aus Cotrone spielte und gewann - eine Terne ; es ist auch so ein ganz reicher Mann ... Das Ding sprach sich aus ; alles setzte auf den Namen Jesus ; es hat aber keinem mehr so glücken wollen , wie dem Mann aus Cotrone ... Rosalia seufzte über diese Zaubereien und sann über Scagnarello ' s Aeußerung , daß der Mann von Cotrone wol noch eine besondere Anweisung bei diesem kabbalistischen Spiel des Einsiedlers von den Bluteichen hinzu empfangen haben müßte ... Sie hatte die vollkommene Geneigtheit , dieser Meinung zuzustimmen ... Zuletzt bat sie ihn beim Blut des heiligen Januarius , von solchen durch die Hölle angerathenen Lottonummern , auch von den Bluteichen , von den nächtlichen Versammlungen , welche dort die Geister hielten , besonders aber von dem erschossenen feurigen Hunde und den blutigen Thaten des Bruders Hubertus zu schweigen und auf eine baldige glückliche Ankunft in San-Giovanni zu hoffen ... Nach einer halben Stunde , welche Scagnarello im schmollenden Gespräch mit Pepe und zuletzt mit Klagen über die theuere Zeit und die von der Hitze versengte zweite Heuernte zubrachte - letzteres im Interesse eines erhöhten Trinkgeldes - deutete er mit der Peitsche auf einen im Mondlicht grell beleuchteten Gegenstand an demselben Wege , welchen sie fuhren ... Schon lange hatte auch schon Rosalia ihr Auge auf diesen Punkt gerichtet und fragte jetzt : Seht Ihr denn da etwas , Signor ? ... Es ist - so wahr ich Napoleone heiße - endlich der braune Bruder ... Ich wette um meinen Pepe - er ist ' s ...