englisch plapperte , die Aufmerksamkeit nicht nur der beiden jungen Damen , sondern auch der Mistreß Eshton und der Lady Lynn in Anspruch nahm und nach Herzenslust gehätschelt wurde . Endlich brachte man den Kaffee und rief die Herren herein . Ich sitze im Schatten — wenn in diesem glänzend erleuchteten Zimmer ein Schatten zu finden ist — und der Fenstervorhang verbirgt mich halb . Wieder öffnet sich der Eingang . Das vereinte Eintreten der Herren , gleich dem der Damen , ist sehr imposant : sie sind alle schwarz kostümirt ; die meisten von ihnen sind groß und einige jung . Heinrich und Friedrich Lynn sind sehr feine junge Männer , und Oberst Dent ist ein schöner , kriegerisch aussehender Mann . Herr Eshton , das Parlamentsmitglied für die Grafschaft , hat ein vornehmes Wesen : sein Haar ist ganz weiß , seine Augenbrauen und sein Bart noch schwarz , was ihm das Ansehen eines guten Familienvaters auf dem Theater verleiht , und Lord Ingram ist gleich seinen Schwestern sehr groß und schön wie sie , theilt aber das zerstreute und theilnahmlose Wesen seiner Schwester Maria : er scheint mehr Länge der Glieder , als Lebhaftigkeit des Bluts oder Stärke des Gehirns zu haben . Und wo ist Herr Rochester ? Er kommt zuletzt : ich blicke nicht nach dem Bogen , und doch sehe ich ihn eintreten . Ich richte meine Aufmerksamkeit auf die Stricknadeln und die Maschen der Börse , die ich stricke — ich wünsche nur an die Arbeit zu denken , die ich in Händen habe , nur die Silberperlen und die Seidenfäden zu sehen , die in meinem Schooße liegen , und doch erblicke ich deutlich seine Gestalt , und erinnere mich unwillkürlich des Augenblicks , wo ich sie zuletzt gesehen , gerade nachdem ich ihm , wie er sagte , einen wesentlichen Dienst geleistet — wie er meine Hand gehalten , auf mein Gesicht niedergeblickt , und mich mit Augen betrachtet , die ein bis zum Ueberfließen volles Herz andeuteten , und an dessen Regungen ich Antheil hatte . Wie nahe hatte ich ihm in jenem Augenblicke gestanden ! Was war seitdem geschehen , um unsere gegenseitige Stellung zu verändern ? Aber jetzt , wie fern und fremd waren wir einander geworden ! So entfremdet , daß ich nicht erwartete , er werde zu mir kommen und mich anreden . Ich wunderte mich nicht , als er , ohne mich anzusehen , sich auf der andern Seite des Zimmers niedersetzte und mit einigen von den Damen sprach . Sobald ich sah , daß seine Aufmerksamkeit auf sie gerichtet war , und daß ich ihn unbemerkt ansehen konnte , richteten sich meine Augen unwillkürlich auf sein Gesicht : ich hatte meine Augenlider nicht mehr in meiner Macht : sie erhoben sich , und die Pupille wendete sich zu ihm . Ich sah ihn an und empfand ein lebhaftes Vergnügen — ein kostbares und doch qualvolles Vergnügen , wie reines Gold mit einem stählernen Punkte der Qual : ein Vergnügen , gleich dem , welches der vor Durst umkommende Mensch empfinden mag , wenn er weiß , daß die Quelle , zu der er hinschleicht , vergiftet ist , sich aber dennoch niederbeugt und das göttliche Getränk einschlürft . Sehr wahr ist es , daß Schönheit in dem Auge des Beschauers liegt . Das farblose , olivengelbe Gesicht , die eckige , massive Stirn , die breiten , schwarzen Augenbrauen , die tiefen Augen , die markirten Züge , der feste und trotzige Mund — Nichts als Energie , Entschiedenheit und fester Wille — waren der Regel nach nicht schön : aber sie waren mehr als schön für mich : sie waren voll Interesse und hatten einen Einfluß , der sich meiner völlig bemeisterte — der meinem Gefühle , meiner eigenen Macht entging und sie an die seinigen fesselten . Ich hatte nicht beabsichtigt , ihn zu lieben : der Leser weiß , ich hatte mich lebhaft angestrengt , in meiner Seele die Keime der Liebe auszurotten , die ich dort entdeck ; und jetzt , bei dem ersten Wiedersehen , schlugen sie wieder aus , wurden grün und stark ! Ich mußte ihn lieben , ohne daß er mich ansah . Ich verglich ihn mit seinen Gästen . Was war die galante Anmuth der Lynns , die matte Beredtsamkeit des Lord Ingram — selbst die militairische Auszeichnung des Obersten Dent gegen seinen Blick angeborener Glut und ächter Kraft ? Ich fand kein Interesse an ihrer Erscheinung , an ihren Ausdrücken , doch stellte ich mir vor , daß die meisten Beobachter sie anziehend , schön und imposant nennen würden , während sie Herrn Rochester ' s Züge für rauh und seinen Ausdruck für melancholisch erklären müßten . Ich sah sie lächeln , heiter lachen — es war Nichts — das Licht der Kerzen hatte eben so viel Seele , als ihr Lächeln , das Klingeln der Schelle eben so viel Bedeutung , als ihr Lachen . Ich sah Herrn Rochester lächeln : seine strengen Züge wurden milde , sein Auge glänzend und sanft , und sein Strahl zugleich durchdringend und lieblich . Er sprach in diesem Augenblick mit Louise und Amy Eshton . Ich wunderte mich , daß sie diesem Blicke mit Ruhe begegneten , der mir so durchdringend schien . Ich erwartete , daß ihre Augen sich senken und ihre Farbe sich erhöhen werde ; doch war es mir lieb , zu sehen , daß sie auf keine Weise bewegt wurden . „ Er ist nicht für sie , was er für mich ist , “ dachte ich „ er ist nicht von ihrer Art. Ich glaube , er ist von meiner Art — ich bin dessen gewiß — ich fühle mich ihm verwandt — ich verstehe die Sprache seines Gefühls und seiner Bewegungen : obgleich Rang und Reichthum uns weit von einander trennen , so habe ich doch etwas in Kopf und Herzen , in Blut und Nerven , was mich geistig