« entschuldigte sich Hariman . » Unsinn ! Niemand ist da , Niemand ! Aber Einer kann kommen , jeden Augenblick . Und wenn der hört , was du da den Bäumen erzählst , ist Alles entdeckt , was du doch sonst so sorgsam verschweigst ! « » Wen meinst du ? « » Old Shatterhand . Er ging in den Wald , und zwar genau in der Richtung , in welcher du verschwandest . Ich kenne den Dämon , der dich zwingt , so laute Reden zu halten . Darum bin ich schnell hinter dir her , um dich zu warnen . Aber ich wußte nicht , wo du warst . Es dauerte lange , bis ich dich fand . Endlich hörte ich dich schreien . « » So ist dieses Schreien doch zu Etwas gut gewesen . Du hättest mich sonst nicht gefunden ! « » Rede doch nicht so lächerlich , sondern komm ! Man wird in kurzer Zeit zum Essen rufen . « » Ah ! Die Bärentatzen ? « » Ja . Bin neugierig , ob sie ihr gelingen . Sie hat noch niemals welche gebraten . « » O , die bringt Alles fertig , Alles , sogar Bärentatzen ! Und wenn sie ihr nicht gelängen , so äße man sie doch , und sie würden schmecken , sage ich dir , schmecken . Also komm ! « Sie gingen miteinander fort . Ich beeilte mich , ihnen unbemerkt vorauszukommen , und das gelang . Als sie den Lagerplatz erreichten , saß ich dort schon an der Seite des » jungen Adlers « , und es schien , als sei ich nicht erst vor wenigen Augenblicken , sondern schon vor längerer Zeit zurückgekehrt . Für Leser , welche gern Alles wissen , auch so nebensächliche Dinge , erkläre ich hierdurch mit größter Feierlichkeit , daß die Zensur , die ich den Bärentatzen gab , auf IIa lautete . Das Herzle ist zwar meine Frau , und ich wäre also wohl verpflichtet gewesen , ihr eine » I mit Stern « zu verleihen ; aber das wäre geschmeichelt und also unwahr gewesen , und hierzu gebe ich mich sogar in Küchenangelegenheiten nicht her . Hätte Klärchen die Tatzen trotz der lebhaften Mithilfe Pappermanns verdorben gehabt , so wäre es mir überhaupt nicht eingefallen , ihr eine Zensur zu erteilen , denn nach Paragraph 51 der » Strafprozeßordnung für das Deutsche Reich vom 1. Februar 1877 « habe ich in allen derartig heiklen Fällen als Ehemann das Recht , meine Aussage zu verweigern . Aber die Leistung war keine schlechte . Sie stand vielmehr , besonders was die beigefügten Wacholderbeeren , die Pilze und den Beifuß betrifft , so hoch über dem Niveau der Gewöhnlichkeit , daß ich unbedingt zu einer I oder gar einer Ia gegriffen hätte , wenn die Tatzen noch zwei bis drei Tage älter gewesen wären . Der Grund lag also nicht am Herzle , sondern die Tatzen selbst waren schuld . Wenn ich hierdurch zu einer IIa gezwungen wurde , so fühle ich mich stark verpflichtet , der Wahrheit gemäß hinzuzufügen , daß sich die II nur auf den Bär , das a aber nur auf meine Frau bezieht . Nach dem Essen unternahmen wir Beide , nämlich sie und ich , einen Ritt nach dem schon erwähnten Aussichtsbaum auf der Bergeshöhe . Es kam mir darauf an , eine weite Umschau zu halten . Die Squaws der Sioux hatten nach dem Nugget-tsil gewollt . Sie hätten schon lange vor uns hier eintreffen müssen , und doch war keine Spur von ihnen zu entdecken . Wir hatten überhaupt weder die Fährte noch den Stapfen eines einzigen Menschen zu sehen bekommen . Darum ritt ich jetzt nach der dominierenden Kuppe , um von dort aus Umschau zu halten . Als wir da oben ankamen , gab es eine schöne , reine , klare , den Blick weithin tragende Luft . Ich stieg auf den Baum , so hoch mich seine Zweige trugen . Die Bergesgruppe des Nugget-tsil lag unter mir . Sie war bewaldet . Jenseits dieser Waldregion breitete sich die von mir schon früher geschilderte , spärlich bewachsene Prairie . Ich konnte sie sehen , und noch weit in sie hinein , rundum . Aber es war kein Mensch zu entdecken , auch kein Tier . Ich hatte mein Fernglas mitgenommen . Ich suchte mit ihm die ganze Gegend ab . Keine Spur eines lebenden Wesens . Wir konnten sicher sein , heut nicht gestört zu werden . Wir ritten also wieder nach unserem Lager hinab und kamen dort an , als es zu dunkeln begann . Pappermann hatte für trockenes Feuermaterial gesorgt , welches für die ganze Nacht reichte . Er lag vor dem Zelteingange wie ein treuer Hund , der sich verpflichtet fühlt , ihn zu bewachen . Der » junge Adler « saß in seiner Nähe . Die beiden Enters hockten am Feuer und brieten ihren Hasen . Sie teilten davon später auch an uns aus , und wir weigerten uns nicht , kameradschaftlich mitzuessen . Sie kamen uns verändert vor . Sie erschienen uns unbefangener als sonst . Sie nahmen an unserm Gespräche bescheiden , aber doch in einer Weise teil , als ob gar nichts zwischen uns und ihnen liege . Wie kam das ? Hatten sie jetzt ein besseres Gewissen als früher ? Oder richtiger , waren ihre Absichten jetzt weniger feindlich als vorher ? Wahrscheinlich ! Sogar auch in Beziehung auf Sebulon , der sich so ruhig und vernünftig benahm , als ob die heutige Schatzgräberszene vollständig aus seinem Gedächtnisse verschwunden sei . Es lag im heutigen Milieu , daß wir ausschließlich von Winnetou und seinen Apatschen sprachen . Ich erzählte einige sehr bezeichnende Episoden , die ich mit ihm erlebt hatte ; Pappermann berichtete über die Art und Weise , in welcher er ihn kennen gelernt hatte , und der » junge Adler « schilderte in verschiedenen Charakterzügen den tiefen Einfluß , den