, « sagte Arthur . » Wie so ? « » Ich will Ihnen das gelegentlich einmal erzählen , es ist ein höchst eigenthümlicher Vorfall und doch vielleicht wieder ganz unbedeutend ! ich weiß selbst nicht , was ich davon denken soll . - Aber Sie sind eilig , und ich will Sie heute Morgen nicht aufhalten . « » Aufrichtig gesagt , ja , lieber Arthur , « erwiderte Graf Fohrbach . » Aber vergessen Sie Ihre Geschichte nicht , ich gestehe wohl , daß ich mich für den Baron interessire . « » Hat er Vermögen ? « » Für das was er ausgibt , muß er reich sein . Ich traf ihn neulich bei Ihrem liebenswürdigen Papa - meinem Banquier , der ihm auf die freundlichste Art von der Welt ein Paket Banknoten einhändigte . Der Kassier verbeugte sich tief vor ihm , und das ist ein guter Barometer - wie Sie wohl am besten wissen - « » Wie Sie im Vorzimmer Seiner Majestät ! « » Allerdings , junger Spötter ! - Doch - - Teufel ! wie vergeßlich ich bin ! Da habe ich Sie um etwas bitten wollen - was war es doch ? - Richtig , jetzt fällt mir ' s ein . - Wie viel Uhr ist es wohl ? « unterbrach er sich . - » Lassen Sie nur stecken , ich will im Salon nachsehen , da ist eine Standuhr , die täglich nach der im Schloß gerichtet wird . « Damit hob er den Thürvorhang auf und ging in ' s Nebenzimmer . Der Baron saß noch ruhig bei seiner Chocolade und las aufmerksam seine Zeitungen . Doch studierte er besonders die hinteren Seiten derselben , wo sich die Annoncen befanden . Als der Graf eintrat , wandte er kaum den Kopf herum , nickte vielmehr nur leicht , als ihm dieser sagte : » Verzeihen Sie , Baron , daß ich Sie sitzen ließ , aber Sie wissen , Herrendienst geht vor allem Anderen . Ich muß um elf Uhr in ' s Schloß , und es ist wahrscheinlich schon halb vorbei ; da muß ich mich ungeheuer beeilen . « » Ei , mein lieber Graf , « entgegnete der Baron mit sanfter Stimme , indem er seine Tasse niedersetzte und sich auf die zierlichste Art von der Welt den Schnurrbart strich , » da haben Sie Zeit genug . Ihr vortrefflicher Kutscher bringt Sie ja in zwei Minuten an die Thüre der Freitreppe . « » Da haben Sie Recht , mein Bester , « versetzte der Graf , der aus einer reich mit Gold und Steinen incrustirten Mappe eine Lage Postpapier heraus nahm . » Aber ich bin Geschäftsmann und muß vorher noch einen wichtigen Brief schreiben . Doch um Sie nicht in Ihrer Lectüre zu stören , will ich mich in ' s Nebenzimmer begeben . « » Ich lese Anzeigen , « sprach gähnend der Baron , » fand aber da etwas , was mich erschreckte . Da ist ein Kerl , der kündigt einen Odeur an , von dem er sagt , es sei das feinste Oel , was man den Rosen entziehen könne und habe den sanften Geruch dieser Blume , ohne jedoch an das Scharfe , Unangenehme des gemeinen Rosenöls zu erinnern . « » Das wäre Ihr coeur de rose ! « entgegnete Graf Fohrbach . » Ei , ei ! Baron , am Ende hat Sie Ihr Armenier verrathen und Ihr Geheimniß ist in Jedermanns Munde . « » Unbesorgt ! « sagte der Baron , indem er sein Battisttuch hervorzog und es unter die Nase preßte ; » diese Feinheit bringt nur er hervor , und wenn der Kerl da in der Zeitung wirklich etwas Aehnliches anpreist und verkauft , so wird doch die gemeinste Nase den Unterschied deutlich riechen . « » Das ist ein Trost für Sie , « erwiderte der Graf , der bei diesen Worten in ' s Nebenzimmer eilte . Doch rief er noch durch die Thüre : » Nur einen Augenblick , Baron ! Ich bin gleich wieder bei Ihnen . « Die Thüre fiel zu und man hörte deutlich , wie das Schloß einschnappte . Zweiter Band Einundzwanzigstes Kapitel . Jäger und Kammerjungfer . Der Baron schaute in diesem Augenblick über seine Zeitung hinweg , dann ließ er die linke Hand , in der er sie hielt , langsam sinken und wandte den Kopf nach rechts und nach links , während er forschend durch das ganze Zimmer blickte . Dabei war der Ausdruck seines Gesichtes auf einmal ein ganz anderer geworden : das Auge , das sich gewöhnlich so affektirt und matt hinter den herabfallenden Augenlidern verbarg , blitzte unter den scharf zusammengezogenen Augenbrauen hervor ; seine Lippen , die meistens halb geöffnet waren und von einem süßen Lächeln umspielt wurden , erschienen voll Spannkraft und Energie , und ließen , als sie sich leicht emporzogen , zwei Reihen schneeweißer Zähne sehen . - Er legte die Zeitung nieder , stützte die rechte Hand leicht auf den Tisch und erhob sich von seinem Stuhle , ohne das geringste Geräusch zu machen . Dann wandte er sich um , glitt durch den Salon nach dem Schreibtische des Grafen , wo sich in einer breiten Schaale von Bronze Bleistifte und alle möglichen Schreibmaterialien befanden . Dazwischen lag ein kleines Petschaft , dessen Griff aus Gold in getriebener Arbeit bestand und reich mit Steinen besetzt war . Dieses Petschaft nahm der Baron geräuschlos aus der Schale fort , betrachtete es einen Augenblick , steckte es in die Tasche seines Rocks und ging dann ebenso leise wie er gekommen , zu seinem Stuhle zurück , auf welchen er sich wieder setzte . Nun nahm er abermals die Zeitung in die Hand , wandte den Kopf , wie vorhin beschrieben , rechts und links , um alle Ecken des Salons zu besichtigen und dann nahm sein Gesicht plötzlich wieder jenen weichen und schlaffen Ausdruck