Wände der Hütte wie mit Tageshelle erleuchtete , und wanderte nun spähend umher und forschte nach Spuren und Zeichen der verübten That . Die Hütte , vor langen Jahren von einem neuen Ansiedler errichtet , der sie bald darauf wieder verließ , war seit dieser Zeit nur höchst selten von einzelnen Jägern bei stürmischem Wetter als Lagerplatz benutzt worden , und deshalb gänzlich vernachlässigt und verfallen . Früher hatte auch wohl der erste Besitzer ein kleines Stückchen Land dicht daneben urbar gemacht und Mais darauf gezogen , jetzt aber nahm kräftig aufwachsendes Unterholz mit seinen engverzweigten Wurzeln den Acker ein , und selbst im Innern der Hütte verriethen einzelne junge Stämme die üppige Vegetation des Bodens , der hier , von Regen und Sonnenschein gleich entfernt gehalten und nur durch die Feuchtigkeit des vorbeiströmenden Flusses genährt , mehrere junge Eichen- und Hickorystämmchen an derselben Stelle emporgetrieben hatte , wo vor noch nicht so langer Zeit Menschen unter schützendem Dache gehaust . Neben einem dieser Schößlinge lag die Leiche , Assowaum suchte jetzt vergebens nach Spuren , die ihm den Mörder hätten verrathen können . Der Boden war zu hart , um die Spuren eines Menschenfußes in deutlichen Umrissen bewahrt zu haben , und was sich noch etwa hätte zeigen können , hatten die Männer zertreten . Nur dort , dicht neben dem kleinen Gestell , auf dem Alapaha das von dem Gatten erlegte Hirschfleisch getrocknet - in der zerstreuten Asche - entdeckte er , von den Anderen noch nicht zerstört , die theilweise Fußspur eines Mannes . Assowaum betrachtete sie lange und aufmerksam , es war aber nur der vordere Theil des Fußes , er konnte nicht die ganze Länge erkennen , und dann wieder rührte sie von einem solchen Stiefel her , wie ihn Brown trug ; es mochte des jungen Mannes Spur sein , der ja eben erst die Hütte verlassen hatte . Assowaum maß die Spitze ebenfalls am Stiel seines Tomahawks und schaute mehrere Minuten lang sinnend auf die niedergetretene Asche . Solches Zeichen genügte aber nicht und er wanderte weiter umher , forschte nach irgend einem zurückgelassenen Gegenstand des Mörders und fand - den Tomahawk der Geliebten , der blutig von rauher Hand in die Ecke der Hütte geschleudert schien und dort bis jetzt seinem Adlerblick entgangen war . Ein stolzes Lächeln des Triumphes durchzuckte jedoch zum ersten Mal die Züge des wilden Kriegers , als er die Blutspuren an der leichten , doch scharfen Waffe seines Weibes bemerkte : Alapaha war einer Indianerin würdig gestorben , und der Feind , der sie vernichtet , hatte zuerst von ihrer Hand geblutet . Das brachte aber auch das Andenken an den Tod der Geliebten mit erneuter Heftigkeit vor seine Sinne , und den Tomahawk fest mit den Eisenfingern umspannend , richtete sich der wilde Krieger hoch empor und schaute mit blitzenden Augen umher , als ob er den Mörder erspähen und ihn mit dem Racheschrei auf den Lippen zu Boden schmettern wollte . Ach zu spät ! wo war diese rettende Hand in der Stunde der Noth ? wo war dieses starke Herz im Augenblicke der Gefahr gewesen ? weit - weit von hier , und das arme Wesen mußte hülflos und unbeschützt fallen und verbluten . Assowaum knirschte wind , in ohnmächtiger Wuth . Dann aber siegte endlich die kalte , ruhige Ueberlegung des Indianers . Noch einmal durchforschte er jeden Winkel , jede Ecke des kleinen Raumes , verließ dann die Hütte und untersuchte im Freien jeden Strauch und jeden offenen Moosfleck - vergebens . Der niederströmende Regen hatte Alles verwischt , nur zwischen dem Flusse und der Hütte , jetzt zwar schon von den steigenden Fluthen erreicht , fesselten einzelne Birkenzweige seine Aufmerksamkeit , von denen die Blätter gewaltsam abgestreift zu sein schienen ; doch hatte , wie schon gesagt , der wachsende Fluß jede Spur darunter verwaschen , und der Indianer kehrte , ohne seinen Zweck erreicht zu haben , in die Hütte zurück . Hier bereitete er nun für die ermordete Gattin das Todtenlager ; seine Decke breitete er aus und legte ihre starren Glieder darauf , aus dem Flusse trug er Wasser herbei und wusch ihr das blutige Antlitz und Haar rein von dem rothen , geronnenen Lebensstrom , schob ihr dann die eigene Decke unter das Haupt , daß sie gut und sanft ruhe wie vor alten , schönen Zeiten , und versuchte , ihre Hände auf dem Herzen , das ihn so treu und innig geliebt hatte , zu falten . Die Rechte hielt aber krampfhaft geschlossen , und schon wollte er den Versuch aufgeben , mit Gewalt die im Tode erstarrten Finger zu lösen , als er etwas Fremdartiges in ihnen fühlte , seine Anstrengungen erneute und in dem Griff der Leiche einen dunkeln Hornknopf , den sie im Todeskampf gefaßt und gehalten hatte . Was war aber mit solchem Zeichen zu beginnen ? Wie konnte das auf die Spur des Thäters führen ? Assowaum schüttelte traurig mit dem Kopfe , schob jedoch den Gesundene in die Kugeltasche an seiner Seite und setzte sich nun wieder still zu den Füßen der Gattin nieder , als ob sie nur schlummere und er ihren Schlaf bewachen wolle . So saß er regungslos viele lange Stunden ; das Feuer fiel in sich zusammen , flackerte noch manchmal zuckend empor und verglomm endlich ; dichte Finsterniß erfüllte den kleinen Raum - draußen im Walde zogen sich die Wölfe scheu vor der Nähe des Menschen zurück , kein Laut unterbrach die feierliche Stille , als das Plätschern und Gurgeln des Flusses . Selbst die Eule hatte den schaurigen Platz gemieden , und nur weit , weit entfernt lockte ihr klagender Ruf den Gefährten , den sie dann mit leisem , geräuschlosem Flügelschlag in die freundlicheren Hügel folgte - Alles schwieg , und immer noch kauerte die dunkle Gestalt vor der stillen Leiche , bis draußen die frische Morgenluft den Thau von den Büschen schüttelte , im Osten ein heller Streifen den nahenden Tag