über die lachet , die im Winter auf den Ofen sitzen und wollene Strümpfe tragen . Und was eins nicht mag , daß dies dann auch niemand tun soll , das ist noch lange nicht gesagt . Wie viele Bestellungen hiehin , dorthin werden nicht gemacht , und Mädchen , welche unbsinnt gehen , sind sicher eine größere Zahl , als solche sind , welche nicht gehen . Und warum sollte man in ein ehrbar Wirtshaus nicht gehen dürfen , und was ist da unanständig , Es ist Landsbrauch , und wer einen ehrbaren Sinn ins Wirtshaus trägt , bringt sicher einen ehrbaren Leib wieder hinaus . Dann , Meitschi , was meinst , was tätest , wenn wir dich verkuppeln wollten einem alten Sünder , wenn wir dich verspotteten und verlachten , der Vater dir abputzte , die Mutter des Vaters Meinig wäre und die Brüder auf dir wie der Teufel auf einer armen Seele , und ein rechter Bursche machte dich und du ihn , und im Hause wäre keine Ecke zu einem vertraulichen Wort , und du hättest doch das Herz voll und es hieß : Entweder nimm dBestellig an oder ergib dich dem grauen Unflat - Meitschi , was tätest ? Jetzt hast du gut krähen , aber sinn , was ich gesagt , und jetzt , wenn du Anne Mareili wärist , Meitschi , was tätest , Meitschi , was meinst ? « » Ach Mutter , nichts meine ich « , sagte Annelisi , » ich täte , was du mir raten würdest . « » Du bist es Täschli « , sagte die Mutter . » Aber jetzt , Kinder , geht ins Bett und danket Gott , daß er gemittelt hat , daß wir wieder mit einander reden können in Liebe und Friede , und betet , daß es immer so bleiben möge . « » Zürn nüt « , sagte Annelisi zu Resli , » aber was witt , ich bin schalus über das Meitschi , welches du lieber hast als mich , und das wird so bleiben , bis ich einen finde , der mir auch lieber wird , als du mir bist . Sehen möchte ich das Meitschi doch , es nähmte mich wunder , obs denn auch so ein Ausbund ist , daß kein anderes ihm zu vergleichen wäre ; das wäre bös für alle , wo es nicht bekämen . « » Dank dem lieben Gott auch dafür , lieb Annelisi « , sagte die Mutter , » daß er jedem Menschen apartige Augen gegeben hat , es wäre bös , wenn es anders wäre . So ist mir jetzt mein Mann der liebste , brävere Kinder als meine sehe ich nicht , und es wird sich wohl noch einer finden mit solchen Augen , welchem du als das schönste und beste Meitschi erscheinst auf Gottes liebem Erdboden . « Resli wartete nicht lange , die Abrede auszuführen , aber es ging ihm doch dabei , wie es gewöhnlich geht , wenn zwischen dem Entschluß und der Tat eine Zeit liegt , und auch nur eine kurze . Das Fassen des Entschlusses hat Kraft verzehrt ; als der Entschluß geboren war , hatten die Geburtskräfte sich abgespannt , und Ruhe ist eingetreten . Nun steht der Mensch da , wie von hoher Höhe herabgefallen ins tiefe Tal , und vor ihm steht als eine neue Höhe die Tat da ; da ist nicht ein Schreiten , ein Satz von einem zum andern , sondern ein neuer Anlauf tut not , ein neues Aufraffen , was gewöhnlich menschlicher Trägheit so schwer wird . Taten vollbringen sich schwer und selten , wie die Weiber auch nicht alle Tage gebären , der Himmel nicht alle Tage donnert ; des Menschen Tun ist meist nichts als ein tägliches Abhaspeln der täglichen Gewohnheiten . Eine Braut abfordern , absonderlich unter solchen Umständen , ist eine Tat , und wenn man schon dazu den Entschluß gefaßt hat , so ist sie damit nicht vollbracht , sondern mit jedem Tage , der zwischen der Ausführung liegt , wächst die Lust , dieselbe jemand anders in den Sack zu schieben . Mehr als hundertmal ward Resli reuig , daß er nicht nach , gegeben , als Anne Mareili meinte , er solle den Vater senden ; er empfand es , wie im Übermut eine Rute sitzt , die unbarmherzig geißelt . Ists doch eigentlich Übung , daß Väter Brautbitter bei den Eltern der Braut sind , daß sie hingehen und sagen : » My Bueb möcht dys Meitschi , du wirst doch öppe nüt drwider ha , es wird dr recht sy ? « Manchmal macht man es schöner , wie zum Beispiel jener Ätti , der am Läufterli doppelte des Abends spät , bat , der Alte möchte unters Fenster kommen , und als er erschien , anhub : » Es ist Gottes Wille , daß mein Bub und dein Meitschi zusammenkommen sollen , und da habe ich mich darein ergeben , du wirst wohl auch müssen . Aber fragen hätte ich dich doch mögen , was du Ehesteuer geben willst , öppe drütusig Pfung , düecht mih , nit ? « » D ' Sach ist mer recht « , antwortete der Andere , » aber mehr als hundert Kronen gebe ich allweg nit . « » Wird nit Ernst sy « , antwortete der Erste . » Wohl ists « , sagte der Andere , » nit e Chrüzer meh chan ih gä , selb ist no zviel . « » So wirds nicht Gottes Wille sein « , sagte der Erste , » daß die Zwei zusammenkommen , des Herrn Ratschläge sind unerforschlich und seine Wege wunderbar . Adie wohl und zürn nüt . « » Ds Kunträri « , antwortete der Andere und machte satt das Läufterli zu . Und warum es Übung ist , daß Väter gehen , kömmt erstlich noch aus dem alten schönen Grundsatze , daß Eltern