, und die Loge geschlossen sei , zündete die Lichter wieder an , blies das geistige Feuer aus , und schenkte rings die Gläser voll . Alle schworen , dies Getränk sei die höchste Erfindung , keiner kannte dessen mächtig berauschende Kraft ; auch die Gräfin trank ihr Glas , eigentlich mehr , als ihr gut war . Es ist ungemein reizend , eine schöne Frau sich selber unbewußt von fremder irdischer Kraft höher belebt zu sehen ; nur die reine Begeisterung von oben kann noch lieblichere Bewegung und Deutung in ein Gesicht bringen . Der Graf konnte sich nicht satt sehen an der Geliebten ; kein Schauspiel hatte ihn je so angezogen als diese schöne Beweglichkeit , der Glanz der Augen , das Hingeben des ganzen Wesens . Da Waller bemerkte , daß niemand seiner achte , stimmte er ein lautes Soldatenlied an , das er kürzlich auf den Brenner gesungen hatte : Der Mantel ist mein lustig Haus , Drin ist gewölbt ein Keller , Da gibt es manchen schönen Schmaus , Da geht es stets herein , heraus , Und kostet keinen Heller . Ein Ofen ist in diesem Haus , Das ist die Tabakspfeife , Die macht mir Wölklein weiß und kraus , Es scheint recht wie ein Blumenstrauß , Weg ist ' s , wenn ich nach greife . Der Brenner ist des Teufels Kost , Mit Feuer ich ihn locke , Und für den einzigen Höllentrost Er alle Feinde niederstoßt , Zu Dutzend und im Schocke . Mein Pferdchen , das mit Sprüngen trabt , Hab ich durch ihn erbeutet , Wie es mir nun das Herze labt , Als hätt ich es zum Thron gehabt , Wenn es die Mähne breitet . Es ist ein großer Federkrieg In aller Welt entstanden , Die hohe Feder wallt zum Sieg So weit mein Schwert reicht , alles liegt , Als wüchs es auf dem Sande . Wir sitzen ab im Städtlein drin , Die Bürgermädchen schauen , Die erste faß ich an das Kinn , Die zweite sieht , daß ich es bin , Und tut mich lieblich hauen . Ich laß mir ein klein Zettelein Von ihrem Ratsherrn schmieren , Dafür läßt mich ein jeder ein , Und bringt mir gleich den Krug mit Wein , Ich und mein Pferd regieren . Das Mädchen führt uns in den Stall , Im Stall , da ist es dunkel , Da leuchtet dann ihr Aug zumal Wie Sonne über Berg und Tal , Mit lieblichem Gefunkel . Das schöne Kind klatscht mir mein Pferd , Möcht ihm zu fressen geben . » Nur glühe Kohlen frißt mein Pferd , Die Augen dein , die sind der Herd ; Dir ist es ganz ergeben . « Wer das Kommißbrot hat erdacht , Das war ein guter Reiter , Das steht uns frei bei Tag und Nacht , Mein Pferdchen es auch nicht veracht , Es macht uns fest und heiter . Während dieses wilden Liedes , das Waller mit allerlei Gebärden akkompagnierte , war der Gräfin , deren Blut sehr bewegt war , so angst geworden vor ihm , daß sie sich furchtsam an den Grafen drückte und endlich fort lief , der Graf ihr nachging , und so blieb Waller ganz allein und trank ruhig bis zum letzten Tropfen alles rein aus . Dann seufzte er und ging zu dem Bette des kranken Traugott , aber statt dessen Leiden mit Liebe und Trost zu mildern , klagte er ihm sein Unglück mit den Papieren . Der Kleine faßte ihn an und sagte , daß er alles lesen könne , was im Kirchenknopfe liege ; Waller schimpfte ihn aus , aber er fing an herzusagen , und sagte dem Vater ganze Stücke , die er niemals vorgelesen hatte . Waller nahm diese geheimnisvolle Verbindung ganz ohne Nachdenken auf , holte Papier und Feder , und ließ sich alles wieder diktieren , wovon er keine Abschrift genommen hatte , bildete am Morgen , als alles fertig war , der Gräfin ein , er sei in der Nacht als Nachtwandler hinaufgestiegen und habe die Papiere , die ihm wert , abgeschrieben , und so ritt er ohne Abschied oder Dank von dem Kleinen fort in die weite Welt . Die Gräfin , die nachher von Traugott den Zusammenhang erfuhr , erklärte sich alles aus einem glücklichen Gedächtnisse des Kindes , das dem Vater sonst zugehört , wenn er seine Verse laut nachskandierte , wie das immer seine Gewohnheit war . Eine Stunde hatte Waller in dem Zimmer seiner verstorbenen Frau zugebracht , das der Graf , wie wir wissen , unverändert gelassen ; wie sie an einer kleinen Staffelei in Rötel die Gegend halb aufgezeichnet hatte , so lag noch die Zeichnung , der Rötel , selbst die Semmelkrumen , mit denen sie einiges ausgerieben . Wir erinnern dies , weil es zum Verständnisse eines Liedes notwendig , das der Graf und die Gräfin , einige Tage nach dieser letzten Abreise Wallers , von ihm in eine Glasscheibe mit einem Demanten eingekratzt fanden : Lichte Streifen von dem Himmel Leicht zur Erde niederwallen ; Will das Licht die Saiten stimmen ? Will ein Regen niederfallen ? Eilend ist meine Streiferei , Wo das Paradies wohl sei . Viele dichte Dornenhecken Sollen es der Welt verschließen , Tausend Vögel drinnen stecken , Tausend Bäche rauschend fließen ; Eilend ist meine Streiferei , Wo das Paradies wohl sei . Wie viel tausend rote Blicke In dem grünen Klee hier winken , Winkt ihr mir zu meinem Glücke , Blumen , die im Grün ertrinken ? Endet hier meine Streiferei , Wo das Paradies wohl sei ? Zwei Kaninchen auf zwei Beinen Sitzen da an einem Blatte , Während sie ' s zu fressen scheinen , Sie sich recht geküsset hatten ; Liebet ihr euch im Ehestand , Nehmet mich auf in dem sel ' gen Land . » Mit den Kaninchen sind wir gemeint « , sagte die Gräfin . Freundlich