ins Wasser springt und seine Ephorie und Hofmeisterstelle fahren lässet : so könnt ihr schließen , wozu eure Männer , die sich mit mir gar nicht messen dürfen in der Gelehrsamkeit , kapabel sind , falls ihr solche Pränumerantien , Elementarien und Philanthropien seid , wie ihr leider das Ansehen habt . - - Aber « ( beschloß er plötzlich , da er Albano und den Doktor sah ) » schert euch fort , ich will ersaufen ! « - » Ach lieber Schoppe ! « sagte Albano - Schoppe errötete über die Lage - » Es will ein Hanswurst sein « , sagte das weichende Leichen-Kondukt - » Was ist denn das für eine Kinderei ? « fragte Sphex , nachzürnend über Albanos vorige Heftigkeit und über den anatomischen Fehlschuß , und nahm sich Genugtuung durch die Erzählung von dessen Toben . Schoppe erkannte , wie herzlich ihn der edle Jüngling liebe , und er wollte nichts sagen , weil er sich schämte , aber er schwur sich , ihn nächstens ( nach seinem auch im stummen Denken bizarren Ausdrucke ) in seine Brusthöhle einzulassen und ihm darin ein ganzes wildes Herz voll Liebe hängend zu weisen . 49. Zykel Der blaue Tag , wo eine Himmelfahrt , eine Huldigung und ein Geburtstag gefeiert wurde , stand schon über Pestitz nach abgelegter Morgenröte - zwei Pferde waren schon die Vorläufer von vieren , der niedrige Kutschbock vom höchsten - der Landadel ging schon unbequem-frisiert in die Wirtsstuben herab und kränkte sich über das gestohlne schönste Wetter zur Birkhahn-Falz , und der Stadtadel sprach noch ungepudert über den Tag , aber ohne wahren Ernst - der Hof-Mikrometer82 , der Hofmarschall , war von allen seinen Furiers umgeben - die Hof-Passage-instrumente 83 , die Hofleute , hatten statt ihres halben Feiertages , wo sie nur nachmittags fronen , einen ganzen Werkeltag und standen schon am Waschtische - der Huldigungsprediger Schäpe glaubte fast alles von seiner Rede , weil er sie zu oft gelesen , und die Nähe der Publikation flößte ihm Rührung ein - kein Domino für den Abend war mehr zu haben , außer bei den Juden - - als ein Mann vor der Haustüre des Doktors abstieg , ders unter allen mit der Huldigung am redlichsten und wärmsten meinte , der Direktor Wehrfritz . Es war ein Sohn und ein Vater einander in den Armen , ein feuriger Jüngling und ein feuriger Mann . Albano schien ihm nicht mehr der Alte zu sein , sondern noch - wärmer als sonst . Er brachte von » seinen Weibern « , wie er sie nannte , glückwünschende Briefe und Angebinde für den Geburtstag mit ; er selber machte nicht viel aus dem Tage oder vergaß ihn , und Albano hatt ' ihn nur nach dem Erwachen ein wenig gefeiert . Diese Feste gehören mehr weiblichen Wesen an , die gern mit Zeiten liebend und gebend tändeln . Der Titularbibliothekar marschierte auf ein Dorf , namens Klosterdorf , hinaus , wo der Schulz mit seiner Familie nach einer alten Sitte den Fürsten mit der seinigen nachmachen und so als Kommissionär die Huldigung des benachbarten Umkreises eintreiben mußte ; diese , sagte Schoppe , lass ' er sich noch gefallen , aber die andre wirke zu fatal auf seine Eingeweide . Der vom heutigen Tage geblendete und mit einer Amtsrede vorn an die Ritterschaft postierte Direktor biß sich mit Schoppe herum : » Die Kammer und der Hof « , sagt ' er , » sind freilich von jeher , wie sie sind ; aber die Fürsten , lieber Herr , sind gut , sie werden selber ausgesogen , und dann scheinen sie auszusaugen . « - » Wie etwan « , versetzte Schoppe , » die Leichen-Vampyren nur Blut von sich geben , indes sie es zu nehmen scheinen ; aber das bring ' ich dadurch wieder ein , daß ich den Regenten außer den fremden Sünden auch fremde Verdienste , Siege und Opfer ganz beimesse ; hier sind sie die Pelikane , die ein Blut für ihre Kinder vergießen , das wirklich ihr eignes zu sein scheint von weitem . « Alle gingen ; Schoppe aufs Land ; Wehrfritz in die Kirche mit der Prozession ; Albano in eine Zuschauer-Loge am Huldigungssaale ; denn er wollte auf keine Weise in die Schleppe des Fürsten eingestickt sein , nicht einmal als Besatz . Das Prunk-Getümmel rauschte bald in den Saal zurück . - Die Ritterschaft , die Geistlichkeit und die Städte bestiegen die Schwurbühne . - Im Schloßhofe stand ein Fuß auf dem andern , und eine Nadel konnte zwar zur Erde kommen , aber kein Mensch , um sie aufzuheben ; jeder sah auf den Balkon herauf und fluchte früher , als er schwur . Der Fürst blieb auch nicht weg - der Thron , dieser graduierte und paraphrasierte Fürstenstuhl , stand offen , und Fraischdörfer hatt ' ihn mit schönen mythologischen und heraldischen Verkröpfungen und Außenwerken dekoriert . Dem Grafen gegenüber blühten die Hofdamen und darunter eine Rose und eine Lilie , Julienne und Liane . - - Wie man das Auge von der frostigen starren Wintergegend zum blauen wehenden Himmel aufhebt , der unsre Frühlingsabende ansah und worin die leichten Sommerwolken gingen und der Regenbogen stand : so blickte er über das glänzende Schneelicht des Hofes zur lieblichen Grazie des Lenzes hin , um welche Erinnerungen wie Blumen hingen , und die nun so fern stand , so abgetrennt , so eingekerkert in den schweren Putz des Hofes ! Nur durch die nahe Freundin wurde sie leise mit der grellen Gegenwart verschmolzen und versöhnt . - Nun fingen schöne Amtsreden an , die längste hielt der alte Minister , die kürzeste Wehrfritz ; der Fürst ließ an seinem Dezember-Gesicht , ohne aufzutauen , die warmen Lobreden vorüberstreichen ; eine fehlerhafte Gleichgültigkeit ! Denn das Lob vom Minister wie von andern Hof-Bedienten kann ihm noch bei der Nachwelt helfen , da nach Bako keines gültiger ist als das , so