alles beim alten , nur die besahrte Hofdame war geftorbeu , an eiuem der letzteu heißeu Augusttage hatte sie der Tod ereilt . Nach der üblicheu Frist war sie dauu mit allem von ihr gewüuschteu Pomp be . grabeu wordeu druuteu aus dem Kirchhof . Aber uichk da , wo alle buut durcheiuander lageu , wie sie gerade starbeu , ueiu , Frau vou Gruber haae ihre letzteu Sparpseuuige dazu bestimmt , au der Mauer beerdigt zu werdeu , in welche eine wappeugeschmückte Saudfteiutafel über dem Hügel eiugelaffeu wurde . Gauz , ,de . plaeiert wollte sie auch im Tode uichk seiu , wenn ihr gleich eiust die Familiengruft verkauft wordeu war mitsamt dem Stammschloß ! Bei dem Begräbuis hatteu die Breiteufelfer den Schloßhaupt . manu zum letzteumal gefehew daß er überhaupt noch lebte , das merkte man nur noch daran daß seine Lampe dork oben über ihnen brannte . - Auch der Oberförster sah Abeud für Abeud das Licht . Er faß läuger deuu je in feiuer Stube uud ging nicht mehr in der Dämmerung zu feiueu Kindern , um sie fiugen zu hören . sie faugen auch nicht wehr , es war ja uiemaud da , der ihnen dazu fpielte ! Mitunter überkam den großen ftarkeu Mann eine wahnsinnige Angst uud Uuruhe , eine Ungeduld , ein Zoru , der ihu ungerecht machte gegen seiue Umgebung , gegen sich felbft , fo daß er die Mütze von der Waud riß uud hinauslief , ftnudeulaug wie fouft auch , nur daß er nicht mit Friedeu im Herzeu heimkehrte , der Wald haae seine beruhigeude Sprache für ihn verloreu . Mitteu aus dem Rauschen aus dem seierlicheu Flüsteru .glaubte er dauu plötzlich eine ruhige , klare Fraueustimme zu .hören , wie er sie tausendmal gehört während der letzten Jahre . Und er stierte aus die Wege , als köuute er dort den Abdruck eiues schmaleu Fraueusußes entdecken , wie er ihn vor seiner Hausthür gesuudeu an jeuem Abeud , da sie zu ihm kam , um sein ver . waiftes Hanswesen zu überuehmen . Und wenn er heimkehrte , müde uud abgefpauut , dauu öffuete er reiu mechauisch die Thür der Wohufwbe uud schaute uach dem Feustertrat , auf dem eiue feine Gestalt sonst gesessen , die Iüngste neben sich - da aber ftand der leere Stuhl . Und die Uhr an der Waud tickte auch uicht , und die Blumeu am Feufter hiugen die Köpfe . In den Ecken oder am Dach lümmelten müßig die Kinder umher oder balgteu sich im Garteu , uud die Hunde hatten es sich wieder be . guem gemacht auf dem Sofa uud fuhren scheu mit eiugezogener Rute an ihm vorüber , obgleich er nicht daran dachte , sie zu ftrafen . Er feufzte nur uud uahm der Aeltefteu das Buch fort , au dem sie sich einen roteu Kopf geschmökert hatte , uud hieß fie mit barscheu Worteu , sich um die Geschwister kümmeru . Dauu ging er in seine Stube , wo er sich vor feiueu Arbeitsasch setzte , aber nichts arbeitete . Er hakte hier so geru geweilt , uameutlich zu der Zeit , als er sein Hauswefeu in Zucht und Ordnung wußte , uud nie hatte er daran gedacht , daß es anders werden könnte , so ein thörichter alter Patron war er gewesen ! Run war es anders geworden , und der Doktor May hatte zu ihm gefagt , er müffe wieder eine Dame haben , ob seine Frau ihm eine engagieren falle ? Die Kinder verkämen ja reinweg ! Nein , nein , er wallte es nicht , er könnte keine andere da fitzen fehen auf dem Platz am Feufter ! Es müßte fa gehen , es müßte ! Oftern würde die Agnes konfirmiert , dann komme ihr auch wohl der Verstand mit dem Amte . - Merkwürdig , daß Hede Kerkow nie wieder heruuterge . kommen war ! Die Kinder ließ sie sich zwar znweileu hiuauf . holeu , uud dann kamen sie ordentlich gekämmt uud ausgeflickt wieder . Er felbft hätte es nicht gemerkt , aber . die Karo . liue sagte es , uud die Karoliue schickte dauu auch höchft uu . geuiert die zerriffeueu Höscheu , Röckcheu uud Strümpfe der wilden Raugen durch Agues zu Fräuleiu Kerkow , deun dazu habe sie keine Zeit , behauptete sie ^ uud seit ein paar Dagen stieg das Iüugste jedeu Morgen um zehu Uhr hiuaus uud wurde vou Daute Kerkow in der Kuust des Lesens uud Rechuens weiter uuterrichtet , das heißt , es machte seine Schulaufgaben droben uuter ihrer Aufficht , wie bisher in der Kinderftube nuten , nur beffer . Heute war des Oberförsters Geburtstag . Er selbft hatte uicht darau gedacht , aber der Strauß Afteru und buuter Wald . blätter , der auf dem Kaffeeasch staud , eriuuerte ihn daran , uud ebeuso die seierlicheu erwartungsvolleu Gesichter der Kiuder , deren jedes sein Berscheu sagten Tante Kerkow hatte sie dieselben gelehrt . Es ward ihm sonderbar zu Mut , uud der Dauk wollte uicht recht aus der Kehle . Er mußte an die Geschichte mit Aeune ^ denken . - - Einmal in seinem Lebeu war ein Sturmwind über ihn gebraust , hatte ihn in heißer Leideuschast geschüttelt uud gebeugt , uud da ^ ^ ueiu , das würde er uie verwinden , das würde ein wnnder Fleck bleiben zeitlebens ! Und neben diesen Erinnerungen her lief ein anderes Gefühl , etwa als kühle ein linder Hauch diesen wuudeu Fleck , daß er ihn zuweileu doch vergeffen kouute , uud der Hauch ging aus von dem Walteu , dem bescheidenen , faft unsichtbareu Walteu eiues gebildeten , verständnis . vollen Wesens , das ein Zufall ihm ius Haus geführt , das wie der gute Geist selber in seinen vier Pfähleu geherrscht hatte ! Es war iknn der Gedauke uie gekommen , sie zu fesselu für immer , kam ihm auch heute uicht , er häae nicht den Mut ge .. habt , die