gegenüber , die jetzt mit höchster Anstrengung unsere so gut wie vollzogene Vereinigung mit den Engländern wieder zu lösen trachtete . Die diesseitige Tirailleurkette wurde verstärkt und wieder verstärkt , bis zuletzt die halben Bataillone aufgelöst kämpften . Alles umsonst . Der heftige Widerstand der alten Garde brachte den Angriff ins Stocken ; ein Wanken begann , das ein Weichen zu werden drohte . In diesem Augenblick trat Laurens , wie es in den Berichten heißt , » mit seiner kräftigen Gegenwart « ein , schob das Füsilierbataillon nach links , um dadurch Verbindung mit dem rechten Flügel des 4. Korps zu gewinnen , nahm gleichzeitig die Soutiens der Musketierbataillone zusammen und führte sie , durch die Tirailleurschwärme hindurch , zu neuem Angriff vor . Im Vorgehen wurde nach rechts hin Verbindung mit den Bergschotten gewonnen , die an dieser Stelle standen und kämpften . Vorwärts ! Wohl erkannte man die Gefahr , als es so gerade im Sturmschritt auf die alte Garde losging , die noch dazu durch eine vorteilhafte Stellung begünstigt war , aber siehe da , es gelang . Der Feind wurde geworfen . Seit Beginn dieses Angriffs war kaum eine halbe Stunde vergangen . Von Position zu Position in den Kessel zurückgedrängt , zog sich die Garde von Frichermont auf la Belle – Alliance zu . Der Nebel hatte sich inzwischen gänzlich geteilt . Noch einmal sah man die feindliche Kavallerie anrücken , jedoch bald Halt und Kehrt machen . Endlich verschwanden die französischen Kolonnen hinter Planchenoit . Die prächtigste Sommernacht zog herauf und ein glänzender Vollmond beleuchtete das Schlachtfeld , auf welchem die Engländer und Preußen nunmehr als Sieger vereint ruhen durften . Unser Regiment vereinigte sich bei la Haye-Sainte und bezog daselbst ein Biwak , dicht neben ihm einige Bataillone Hochländer . Als man sich einigermaßen eingerichtet hatte , ließ Laurens die Hautboisten und Sänger vor die Mitte des Lagers treten und zuerst » Nun danket alle Gott « , dann » Heil Dir im Siegerkranz « anstimmen . Als die Hochländer diese Melodie hörten , die wie bekannt zugleich die der englischen Nationalhymne ist , fühlten sie sich freudig überrascht , fielen ein und sangen ihr » God save the King « mit , indem sie mit tränenvollen Augen ihren preußischen Waffengefährten in die Arme stürzten . Dann wurde noch lang in die Nacht hinein gejubelt und getanzt , obgleich der Boden von dem furchtbaren Regen der vorigen Nacht sehr aufgeweicht und durch die Kavallerieattacken gräßlich durchknetet war . Vierundzwanziger und Bergschotten im frohsten Durcheinander . Die Verluste des Regiments waren mit Rücksicht auf das große Resultat gering zu nennen 50 : 137 Mann an Toten und Verwundeten , die , wie bei Ligny so auch hier , größerenteils auf die beiden Musketierbataillone entfielen . Die Friedensjahre Von 1815 bis 1848 Am 2. November 1815 trat das Regiment den Rückmarsch in die Heimat an ; es marschierte über Brüssel , Köln , Braunschweig , Magdeburg nach Breslau und Neisse . In diesen Garnisonen wurde die Demobilisierung ausgeführt . 1817 trat das Regiment aus dem 6. ( schlesischen ) Armeekorps in das 3. ( brandenburgische ) über und wurde nach Frankfurt a. O. hin gelegt . In Frankfurt und Umgegend stand das Regiment drei Jahre und rückte erst im September 1820 in seine neuen Garnisonen Ruppin und Prenzlau ein . Die Regimentskommandeure der Vierundzwanziger waren von 1815 bis 1848 die folgenden : Oberstleutnant von Laurens bis 1816 , Oberst von Romberg bis 1821 , Oberst von Petery bis 1834 , Oberst von Wulffen bis 1838 , Oberst Chlebus bis 1844 , Oberst Ehrhardt bis 1848 . – 1824 wurde der Erbgroßherzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin Chef des Regiments , 1842 der Sohn Paul Friedrichs , der jetzt regierende Großherzog Friedrich Franz . Das 24. Regiment im Jahre 1848 und 1849 Am 24. Februar 1848 erfolgte die » Februarrevolution « und in weniger als drei Wochen zog das revolutionäre Wetter über ganz Europa hin . Überall fand es reichlichen Zündstoff und überall schlug es ein . Auch bei uns . Es war eben nicht alles so , wie es sein sollte . Die Zusagen von 1815 waren unerfüllt geblieben , ein Druck war da , eine Luft , die das freie Atmen hinderte . Auch die Besten , wenn sie nicht Unzufriedene waren , waren wenigstens unbefriedigt . Aus dieser Stimmung heraus erwuchs unser » 18. März « . Ohne den stillen Vorschub , den das gesamte Volksgefühl den Krawallern von Fach leistete , wäre dieser Tag nicht möglich gewesen . Die junge Freiheit war geboren . Aber sie konnte ihren unmittelbaren Ursprung nicht verleugnen , und mit jedem Tage wurde es klarer , daß sie von der Gasse stammte . Das vielzitierte » Schaumspritzen « eines freiheitlichen Geistes wurde mehr und mehr unbequem und die hohe Libertas trug das Kleid des Rehbergers . Unser Regiment war es , dem damals die Aufgabe zufiel , die Ausschreitungen der Hauptstadt im Zaume zu halten , weniger durch direktes Eingreifen , als einfach durch seine Gegenwart . Die Übermütigsten wußten , daß wenigstens ein loyaler Faktor da war , mit dessen 3000 Bajonetten gerechnet sein wollte . Sehr bald nach dem » 18. März « waren unsere Vierundzwanziger in die Hauptstadt eingerückt und hatten in den Kasernen des 2. Garderegiments und der Gardeartillerie Quartiere bezogen . Speziell diese Kasernen waren wohl mit Rücksicht auf die nahe gelegene » Oranienburger Vorstadt « gewählt worden . Der Sicherheitsdienst befand sich in den Händen der Bürgerwehr und nur einige wichtigere Punkte wurden unseren Vierundzwanzigern zugewiesen . Unter diesen das Zeughaus . Eben dieses war auch am 14. Juni wieder durch eine Füsilier-Kompanie Vierundzwanziger besetzt worden , als sich am Nachmittage genannten Tages jene Ereignisse vorbereiteten , die unter dem Namen der » Zeughaussturm « bekanntgeworden sind . Ein sehr lehrreiches Kapitel in der Geschichte der Revolutionen , zugleich ein treffliches Beispiel dafür , daß Unternehmungen von einer nicht wegzudisputierenden historischen Bedeutung oft nicht bloß durch die zweifelhaftesten , sondern auch