so wehleidig , dös woaßt , und i bin net glei ob ' n außi . Mi hat scho oft oana beleidigt , und i hab ' s net g ' acht und hab ' mir denkt : Geh zua , desweg ' n bin i do , was i bi . Aba jetzt bin i ja nix mehr , als wia ' r a Hadern , an den si jeder sei dreckate Hand hiwischt . « - » Laß dir amal sag ' n ... « » Dös Trösten hat koan Wert . Dös macht ' s net anderst . Probier ' s du und laß dir an Unrecht g ' schehg ' n , und du glaabst , es braucht nix , als wia d ' Lug aufdecken , und nacha mirkst , daß d ' nirgends außi find ' st , daß dir d ' Händ ' bunden san ! A jed ' s Wort von dir is nix , und der ander schaugt dir zua , wia ' st zappelst , und lacht di brav aus ! Und du muaßt ' s runterfressen , und bal ' st derstickst ! Mach dös amal durch , und nacha sag ' no mal , daß i mir ' s z ' hart ei ' bild ' ! « » I glaab da ' s , daß ' s di verdriaßt . « » Ja , verdriaßt ! Seit an Vierteljahr geh ' i umanand , und jed ' n Tag werd ' s ärger . Was bin i denn ? A Lausbua , der red ' n derf , was er mag , und koa Mensch paßt auf . Wenn d ' Arbet net g ' schehg ' n müaßt , i tat koana mehr ; freu ' n tuat ' s mi nimma . « » So plagst di g ' rad selm . Es waar g ' scheiter , du tatst as amal vergessen . « » Dös laßt si net o ' schaffen . Wann i wirkli bei der Arbet drauf vergiß , brauch ' i bloß ins Dorf eina kemma und de spöttischen G ' sichter sehg ' n. « » Es gibt Leut ' g ' nua , de auf deiner Seit ' n san . « » Dös müassens recht hoamli sei , i spann ' nix davo . « » Du gehst ja nirgends hi und hörst d ' Leut ' net red ' n. « » Is scho recht . Und was willst denn ? Wann i wirkli den Brocken abi g ' schluckt hätt ' , nacha gibt ma ja der Pfaff ' an neuen z ' fressen ! « » Dös vo heunt werd no guat . Dös braucht di net z ' kümmern . « » Net , moanst ? Daß er si dös überhaupts traut hat ? Daß er mir zoagt , er derf si d ' Stiefeln an mir o ' putzen ? Aba paß auf ! Lang ' treibt er dös nimma ! Und jetzt geh ' n i ins Bett . Guat Nacht ! « » Du hoscht ja no gar nix g ' essen ! « sagte die Schullerin . » I mag nix mehr . « Er ging und zog die Türe hinter sich zu . Die Bäuerin seufzte . » Er is wieder ganz aus ' n Häusel . « Der Haberlschneider schaute schweigend vor sich hin . Nach einer Weile stand er auf und sagte : » Dös is amal g ' wiß , daß er an Vormunder net macha derf . Wann er da Verhandlunga hätt ' mit ' n Pfarra , und danach mit ' n Hierangl , dös waar it guat . Da kunnt was passier ' n. « » Jessas Marand Josef ! I kimm nimmer aus der Angst . « » Jetzt red ' st mit eahm nix mehr d ' rüber , und an Vormunder mach ' i. I bin kälter bei dera Sach ' und ko ' s eh ' nder richten . « » Da tuast ma ' r an großen G ' fallen . « » Dös sell g ' schiecht gern . Morg ' n schaug i wieder her zu dir , und für heunt guat Nacht , Bäurin ! « » Guat Nacht und schön ' Dank ! « Als die Schullerin allein war , setzte sie sich neben den Herd und schaute in die Glut . Warum das alles über sie kam ? Jetzt ging die Kümmernis nicht mehr aus , als wenn es ihr so aufgesetzt wär ' . Sie wollte nicht viel vom Leben . Von Kind auf war es nur Arbeit , und erst recht wieder Arbeit , wie sie Schullerin wurde und ihrem Bauern das Haus in Ordnung hielt . Sie hatte nicht lauter Schönes gehabt und die Hände nicht oft in den Schoß gelegt . Aber so war sie zufrieden damit , und so war es ihr recht . Es waren Sorgen , die sich jedes gefallen läßt . Aber das , was jetzt über sie kam , scheuchte den Frieden aus dem Hause und nahm ihr den Mut zur Arbeit . Eine weinende Kinderstimme tönte von oben herunter . Erst leise , dann immer stärker . Da war niemand bei der Ursula , der das Kind zur Ruhe bringen konnte ! Die Schullerin seufzte noch einmal und dann ging sie müde und schwerfällig die Stiege hinauf . Siebzehntes Kapitel Als Sylvester in Nußbach ausstieg und mit langsamen Schritten den Bahnhof verließ , sagte er sich die Rede vor , welche er seit Monaten ausgedacht hatte . Sie sollte die Kraft haben , die alte Veronika Mang von ihren Wünschen abzubringen . Darum war sie sehr lang , hatte eine schöne Einleitung und einen guten Schluß und war auch mit Beispielen und Beweisen ausgestattet . Sylvester hegte oft Vertrauen zu den wohlgefügten Sätzen , und ebenso oft verzweifelte er an ihnen .