ein ! Ihr Schreck wird so groß sein , daß sie augenblicklich fortrennen , ohne sich um sie zu bekümmern . « » Und dann ? « » Dann machen wir die Soldaten schnell frei und gehen mit ihnen fort , ehe die Beni Khalid zurückkehren . « » Dazu brauchen wir sehr lange Zeit ! « » Nein ; das geht sehr rasch ! « » Bedenke , daß wir doch auch die Waffen , die Kamele und alles , was den Soldaten gehört , haben müssen ! « » Das dauert trotzdem nicht lange , denn wir nehmen soviel Haddedihn mit , wie wir brauchen ; die bleiben natürlich im Dunkel der Nacht , hinter dem Münedschi , bis der geeignete Augenblick gekommen ist . « » Aber der Münedschi ist blind ! Er kann nicht geführt werden , da sie zunächst nur ihn sehen dürfen ! « » Wir stellen ihn so , daß er nur geradeaus zu gehen hat . Das ist doch nicht schwer . « » Wird er sich zu diesem Coup brauchen lassen ? « » Warum nicht ? Wir sagen ihm , um was es sich handelt . « » Das dürfen wir nicht . « » Warum nicht ? « » Weil wir noch nicht wissen , wie er sich von jetzt an zu den Mekkanern , seinen bisherigen Freunden , stellen wird . Hat er etwa alles gehört , was du Hanneh erzählt hast ? « » Nein , gar nichts , denn er befand sich wieder in seinem schlafähnlichen Zustande , aus welchem er infolge seiner Schwäche und Ermüdung nur zuweilen und für kurze Minuten kommt . In diesem Halbschlafe ist er , als er zu uns , beinahe an das Feuer kam , plötzlich aufgesprungen und so schnell fortgelaufen , daß ihn Hanneh gar nicht hat halten können , aber ebenso rasch wiedergekommen , um sich niederzusetzen und weiterzuschlafen . Er weiß also gar nicht , wo wir sind und was hier geschehen ist . « » Wir wollen es ihm auch nicht sagen , um zu vermeiden , daß er im Gefühle seiner Zugehörigkeit zu den Mekkanern vielleicht etwas sagt und thut , was uns hinderlich ist . In seinem jetzigen Zustande ist er zur Ausführung von Hannehs Plan unmöglich zu verwenden . « » So warten wir , bis er erwacht ! « » Womit willst du ihn dann dazu bringen , den fackeltragenden Geist zu spielen ? « » Sihdi , das laß nur Hannehs Sorge sein ! Sie weiß jeder Sache einen Grund zu geben , und wenn dieser nicht ausreicht , sogar mehrere und viele Gründe , und wird also auch hier zur rechten Zeit den richtigen Gedanken finden ; darauf kannst du dich verlassen ! Und nun sag : Stimmst du endlich bei ? « » Noch nicht . « » Aber warum nicht ? « » Weil mir die Sache vorkommt , als ob Kinder spielten ; sie ist kindlich , sogar kindisch und nicht so tapferen Kriegern angemessen , wie unsere Haddedihn doch jedenfalls sind . Wir können unseren Zweck ja doch auf ganz andere , uns würdigere Weise erreichen . « » Das gebe ich zu , Sihdi ; aber diese andere Weise würde mir nicht gefallen , weil sie nicht der Klugheitstiefe meiner Hanneh entsprungen ist . Ich bitte dich , doch einmal in den Brunnen ihrer Gedanken hinabzusteigen ! Sie hat einen so köstlichen Plan ersonnen , und nun soll er nicht ausgeführt werden ! Daß du diesen Plan kindisch genannt hast , das darf sie nie im Leben erfahren , weil dies eine Kränkung für sie wäre , welche ihr Herz wohl gar nicht überstehen könnte . Du mußt also schon um ihretwillen deine Genehmigung erteilen , ohne daß ich dich darauf aufmerksam zu machen brauche , daß nach deinem eigenen Willen jetzt ich allein zu bestimmen habe , was geschehen soll . Ja , das hast du gesagt ! Und nun willst du dich meiner Anordnung doch nicht fügen ! Ist das recht ? Ist das gut und schön von dir ? « Da seine Appellation sich auf diese , seiner Meinung nach gewichtigen Gründe stützte , beeilte ich mich , zu antworten : » Lieber Halef , ich bleibe zwar bei meiner Ansicht , will dich aber nicht hindern , den Versuch zu machen , ob der großartige Plan deiner guten Hanneh ausgeführt werden kann . « » Ich danke dir , Sihdi ! Wie wird sie sich freuen , wenn sie erfährt , daß du eingewilligt hast ! Ich werde alles Nötige sogleich mit ihr besprechen und mich dann beeilen , es auszuführen . « » Alles Nötige ? Was verstehst du darunter ? « » Was ? Das will ich eben mit ihr beraten . « » Lieber Hadschi , der Plan ist ihrem Köpfchen entsprungen , die Ausführung desselben aber laß Männersache sein ! Ueber das dabei Nötige ist unser Urteil wohl nicht weniger genügend als das ihrige . Ich werde natürlich auch mit dabei sein . Wir müssen zunächst vor allen Dingen wissen , wo die Beni Khalid sind und in welcher Weise sie sich gelagert haben . Ich gehe sofort , dies zu erforschen , und du wirst mich begleiten . Komm ! « » Jetzt gleich ? « fragte er enttäuscht . » Ja . « » Du willst mit helfen ? « » Natürlich ! « » Aber , Effendi , es war uns ja eben darum zu thun , diese Sache ohne deinen Beistand auszuführen ! « » Das kann ich nicht zugeben . Du sollst zwar bestimmen , was zu geschehen hat , aber daß ich von der Erfüllung deiner Befehle ausgeschlossen sein soll , davon habe ich nichts gesagt . Der Streich , den du den Beni Khalid spielen willst , hat große Aehnlichkeit mit einem Knabenscherze , kann aber sehr ernste und beklagenswerte Folgen für uns haben . Wenn ich trotzdem darauf eingehe