, als wenn ' s ihm recht übel wär . « » Ja , aber protokolliert eine ganze Stund fort und kann gar nicht loskommen von der bösen Tat und wärmet sich dran , wie der König David an der jungen Dirne , von der in der Bibel geschrieben steht . Wenn er ' s für eine Sund und ein Laster hielt , so blieb er nicht so lang dabei stehen . Mich hätt er so was fragen sollen ! Ich hätt ihn an seine Frau verwiesen : die soll ' s ihm erzählen , wenn er ' s nicht mehr wisse . Etwas Ähnlich ' s hab ich ihnen ohnehin gesagt . « » Du bist aber keck ! « versetzte Christine . » Hast du denn nicht auch Abbitt tun müssen ? « » Ich , abbitten ? Ich will nicht hoffen , daß du so schmählich gewesen bist . « » Was hab ich denn machen können ? Der Pfarrer hat immer auf mich hineingefragt , ob mir die böse Tat nicht leid sei . Anfangs hab ich darauf geschwiegen , dann hat er geschimpft und gepredigt , und zuletzt hab ich eben zu allem Ja gesagt . Dann hat er unterm Protokollschreiben vor sich hingebrummelt : Sie sagt , sie trage Reue und Leid vor Gott und den Menschen , und solle ihr gewiß nicht wieder fürkommen , und bitte Gott und die liebe Obrigkeit um Verzeihung und um eine gnädige Straf ! Du weißt ja , er sagt das , was er schreibt , immer vor sich hin , es ist dann so gut wie vorgelesen . Aber meine eigene Wort sind ' s nicht , sondern er hat sich ' s eben aus meinem Ja herausgenommen , und Ja hab ich gesagt , nur daß es einmal ein End nimmt , denn sonst wär ich gar nicht fortkommen , und dir selber hat ' s ja so schon zu lang gedauert , ich hab gemeint , du wollest mich fressen , wie ich kommen bin . « » Geh « , sagte er , » das gefällt mir nicht , daß du dich hast so runtertun lassen . Hättest besser hinstehen sollen . « » Du darfst mich auch noch schlecht machen « , maulte sie . » Wie du bist aus der Fremde kommen und deines Vaters Haus ist dir verschlossen gewesen , gelt , da hast dich auch runtertun lassen und hast brav versprochen , du wollest nichts mehr von mir ? « » Das hab ich nicht versprochen « , entgegnete er , » und der heutig Tag kann ' s dir am besten beweisen , daß ich ' s weder versprochen noch gehalten hab . « » Ja , das ist wahr « , sagte sie und streichelte ihn . » Recht hab ich aber doch « , fuhr er fort , » das spür ich in meinem Herzen . Die ' s trifft und die vor Konvent kommen , müssen Buße tun und Strafe leiden , und sind doch um nichts schlechter als die andern . Ich weiß gewiß , die wenigsten sind sauber , und viele , die nicht vorgeladen und nicht gestraft werden , haben noch viel ärgere Sachen aufm Gewissen , und wenn vollends unser Herrgott Umgang hält und sieht nach den Gedanken , so möcht ich doch auch wissen , wer vor ihm besteht . Wenn ich dann vollends an die Offizier und Hofkavalier und an den Herzog selber denk - der treibt , was der Welt Brief ausweist , vor dem ganzen Land , und das ganz Land weiß , wer seine Damen sind , denn so heißen sie ' s bei Hof , wenn sie aber mit uns deutsch reden , dann erfahren wir , wie das Kind getauft ist . Und zudem geht er noch manchem ehrlichen Mann ins Revier , absonderlich in Stuttgart , wo man sich aber oft noch eine untertänige Ehr draus macht . Der gemeine Mann denkt anders drüber . Ganz kürzlich ist mir noch erzählt worden , wie ' s ihm ein Bauer gemacht hat auf der Jagd . Da hat er eine italienische Tänzerin , seine Hauptliebschaft , bei sich gehabt , die ist als ein Bub verkleidet gewesen , Page heißen sie ' s , und ist ihm hinausgekommen , daß er vielleicht geglaubt hat , sie woll ein wenig schwärmen , denn am Hof geht ' s her wie in der Arch Noä , und wie er so im Wald rumjagt , um sie zu suchen , trifft er einen Bauern und schreit ihm zu : Bauer , hast du den Pagen nicht sehen reiten in Samt , blau und weiß ? Ja , sagt der Bauer , eben ist sie da abe . Drauf lacht der Herzog , was er nur kann , und jagt den Berg hinunter , wie ihn der Bauer gewiesen hat . Und so einer will Resolutionen erlassen , daß zwei Leut , wie wir , die ' s ehrlich miteinander haben , nach den Ehrennamen , die sie uns geben , sollen gestraft werden . Und seine Mutter , die alt Herzogin , die er in Göppingen droben gefangen hält , die sagt von ihm aus , er sei nicht einmal seines Vaters rechter Sohn . Und solche Leut , die sich selber des Ehbruchs beschuldigen , wollen ihre Untertanen wegen Übertretung des sechsten Gebots strafen . Da soll doch ein siedig ' s Donnerwetter ! « » Bitt dich um Gottes willen ! « sagte Christine , die ihm , obgleich sie ganz allein waren , schon mehrmals den Mund zu stopfen gesucht hatte , » du red ' st dich ins Unglück ! « » Ich sag ' s ja nur dir « , entgegnete er , » und der Bach da wird ' s auch nicht ausschwätzen . Aber der Pfaff soll einmal vor den Herzog treten und ihn fragen , was er zu der