Räuber die Hand - dann schied er , von Mauro und einem der Männer zurückbegleitet . Wie anders trat ihm hier die Idee der Revolution , der Erhebung des Volks zum Kampf für die Freiheit entgegen , als dies früher im Vaterlande der Fall gewesen ! - Ein unheimlich beschämendes Gefühl überkam ihn bei der Erinnerung . Doctor Welland hatte mehrfache Gründe , die Entwickelung der Costa - Angelegenheit abzuwarten und wollte unter allen Umständen seinen Weg nach Constantinopel nicht fortsetzen , ohne nochmals den Versuch gemacht zu haben , denselben zu sprechen . Da Gregor bei dem , was er beschlossen , der Hilfe des Freundes bedurfte , verschob er gleichfalls die Verfolgung des Briten bis zur gemeinschaftlichen Abreise , die nach dem Rache des mit allen smyrnaer Verhältnissen so wohl vertrauten Räubers mit einem der vielfach kreuzenden griechischen Handelsschiffe geschehen sollte . Die Vorgänge in Smyrna hatten unterdeß ihren weiteren historisch merkwürdigen Verlauf genommen . Die mehrfachen Klagen der Consuls und Gesandten bei dem Divan über die Unthätigkeit und Unfähigkeit des gegenwärtigen Gouverneurs von Smyrna , Ali Pascha , hatten in Constantinopel endlich Früchte getragen , und die Nachricht seiner Absetzung traf in Smyrna ein , vorangehend seinem Nachfolger Ismael Pascha , der den Ruf eines energischen , zuverlässigen und wortgetreuen Mannes genoß . Das Ende des laufenden Gouvernements sollte aber noch durch verschiedene Akte der gränzenlosen Schwäche und Apathie bezeichnet werben , welche , verbunden mit Tyrannei und Willkür , die Regierung der türkischen Provinzen charakterisiert . Die Namen der Mörder des jungen Hackelberg waren bereits am anderen Morgen in ganz Smyrna bekannt ; mehrere Tage gingen sie frei und triumphirend mit ihren Genossen durch die Straßen , und als endlich der General-Consul von Weckbecker so weit sich vor den persönlichen Gefahren gesichert hatte , um die Pflichten seines Amtes erfüllen zu können und von Ali Pascha die Verhaftung der Mörder verlangte , war Fumagalli verschwunden , von Bassitsch aber verlautete , daß er in Diensten des englischen Predigers Louis sich befinde . Der erste Dragoman des Pascha begab sich daher zur Verhaftung des Ungars zum englischen Consul , der ihm auch den freien Zutritt in das Haus des Predigers Louis gestattete . Dieser erklärte jedoch nach vielfach versuchten Ausreden , daß sein Diener allerdings noch bei ihm sei , aber vorgebe , unter amerikanischem Schutze zu stehen , er könne ihn also nur dem amerikanischen Consul ausliefern . Anstatt sich nun unter allen Umständen des Meuchelmörders zu versichern , begab sich der Dragoman zum amerikanischen Consul , der unbedingt Bassitsch für einen amerikanischen Bürger erklärte , endlich aber nach vielem Hin- und Herreden seinen Kanzler Griffith zur vorläufigen Verhaftung des Mannes mit zum Prediger Louis sandte . Dort erhielten sie die Mitteilung , Bassitsch kleide sich eben um ; als man aber dessen Zimmer öffnete , war es leer . Herr Louis behauptete , das Verschwinden sei ihm unerklärlich und höchst wunderbar , der Kanzler Griffith stimmte hierin ein , und der türkische Dragoman zog sich im stolzen Bewußtsein seiner Pflichterfüllung zurück . Auf gleiche Weise entgingen alle Betheiligten der Strafe . Fumagalli und Bassitsch suchten auf der amerikanischen Corvette Aufnahme und Ueberfahrt nach , Capitain Ingraham ließ ihnen jedoch sagen , sein Schiff sei nicht für Meuchelmörder eingerichtet . Es war ein englisches Handelsschiff , die » British Queen , « das sich zu ihrer Aufnahme bereit erklärte und sie vorläufig nach England führte . Die österreichische Brigg » Hussar « war unterdeß durch die Ankunft einer Galeotte verstärkt worden , die sofort Befehl erhielt , sich neben die Brigg zu legen . Die drei Schiffe ankerten gegenüber dem preußischen und österreichischen Consulat in der Entfernung von ungefähr 800-1000 Schritt vom Lande . Am Morgen des 2. Juli - es war ein Sonnabend - bemerkte man plötzlich besondere Vorbereitungen auf den Schiffen und vom amerikanischen Consulat aus verbreitete sich die Nachricht , daß es zwischen ihnen zum Kampf kommen werde . Eine große Menschenmenge versammelte sich sofort am Ufer und hundert Gerüchte kreuzten sich . Von dem Kanzler Griffith erfuhr endlich Welland Folgendes . In Folge einer am Abend von Constantinopel zugleich mit der offiziellen Bestätigung der Absetzung Ali Pascha ' s eingetroffenen Ordre der amerikanischen Gesandtschaft hatte Capitain Ingraham dem Commandanten des Hussar mittelst einer Note angezeigt , daß er die sofortige Auslieferung des amerikanischen Bürgers Costa verlangen oder ihn mit Gewalt holen solle . Die Antwort des Majors Schwarz war die eines ächten Soldaten : Sein amerikanischer Kamerad möge das Holen versuchen , das Nichtabgeben sei seine Sache , es sei denn , daß ihm hierüber Ordres seiner Vorgesetzten zugingen . In Folge dieser Antwort sah man alsbald die Schiffe sich zum Kampf fertig machen . Die Corvette zählte ein Drittheil Kanonen und Mannschaft mehr , als die beiden österreichischen Schiffe , die Uebermacht war also auf ihrer Seite und Major Schwarz traf demgemäß seine Anstalten . Er legte sich möglichst nahe dem Feind und setzte seine Mannschaft in Bereitschaft , sofort bei dem ersten Kanonenschuß zu entern . Zugleich ließ er den Gefangenen aus seiner Haft holen und erklärte ihm mit männlichem Bedauern , daß er genöthigt sei , sein Schicksal an das des Schiffes zu knüpfen . Costa wurde auf dem Mitteldeck an den Mast gebunden und eine doppelte Wache an seine Seite gestellt , die den strengen Befehl erhielt , sobald ein Amerikaner den Bord des österreichischen Schiffes betreten werde , dem Ungar eine Kugel durch den Kopf zu schießen . Die Amerikaner , welche einsahen , daß es einen Kampf auf Leben und Tod gälte , da Major Schwarz zugleich erklärt hatte , daß er im Fall des Unterliegens sein Schiff in die Luft sprengen werde , fertigten ihre Testamente aus und sandten sie durch ein Boot an das Land . Hier wurden unterdeß die Verhandlungen eifrig betrieben . Der amerikanische Consul hatte dem General - Consul von Weckbecker ein Ultimatum überbracht , welches die Entscheidung auf vier Uhr Nachmittags aussetzte . Diese Frist benutzte der preußische Consul ,