, je nach Umständen . « » Durch den Anzug ? « » Durch den Anzug , durch den Ausdruck unseres Gesichts , ja durch die Stellung unseres Bartes . « » Ah ! das ist ja erstaunlich ! « rief Arthur . » Und wer versteht sich auf diese kleinen und seinen Nuancen ? « » Alle , denen was daran gelegen ist . Ja , ihr meint , das Ding sei so leicht , man habe da nur im Vorzimmer zu stehen und eine Meldung zu machen . Nein , nein ! Das will Alles durchdacht sein , denn ich versichere Sie , so gut es bei den Schauspielern denkende Künstler gibt , so gibt es auch bei uns denkende Adjutanten . « » Erstaunlich ! « entgegnete lustig der Maler . - » Und wie betrachtet man einen solchen Barometer , den Sie heute vorzustellen das Glück haben ; das heißt , wie liest und versteht man seine Zeichen ? « » Das ist nicht leicht zu sagen , « erwiderte der Graf , indem er seinen Waffenrock zuknöpfte , den ihm der Kammerdiener zu gleicher Zeit fest in die Taille hinein zog . » Sehen Sie , zum Beispiel man hat seine Freunde , die man gerne avertirt , wie es drinnen aussieht , ohne ein Wort zu sprechen , denn Sie wissen , in dem Vorzimmer halten sich oft die Kammerdiener auf , die immens seine Ohren haben . Ist es ein schönes klares Wetter , so geht man vergnügt auf und ab , summt auch , natürlicher Weise pianissimo , eine kleine Arie oder steht in ruhiger Beschaulichkeit an einem der Fenster . Gibt es dagegen Wolken , so macht man ein ernstes Compliment , dreht den Schnurrbart ein klein wenig in die Höhe , oder rückt häufig an Säbel und Schärpe , um ja Alles in bester Ordnung zu haben . « » Und wenn nun der Barometer Sturm anzeigen soll ? « » Dann lehnt man sich gedankenvoll an eine Tischecke , « erwiderte der Graf , indem er seinen Säbel festhakte , » und hält vor allen Dingen den Federhut unter dem Arm . Es zeigt das an , daß man jeden Augenblick gewärtig sein kann , zu irgend einer unangenehmen Commission hinaus gesprengt zu werden . « Jetzt war die Toilette beendigt ; der Kammerdiener steckte seinem Herrn ein parfumirtes Sacktuch in die linke Tasche des Waffenrocks , reichte ihm Federhut und Handschuhe , und verließ darauf mit unhörbaren Schritten das Zimmer . Der Graf trat in das Nebengemach , stellte sich hinter den Stuhl des Künstlers , indem er das bald fertige Aquarell mit Wohlgefallen betrachtete . Es war das Portrait einer schönen Frau , deren Jugend in die letzte Hälfte des vorigen Jahrhunderts fiel ; das sah man an dem gepuderten Haar , und dem eigenthümlichen Schnitt des Kleides , - das Bild der Großmutter des Grafen , von welchem Arthur seinem Freunde gerne eine schöne Copie machte . » Ich bin Ihnen für Ihre gelungene Arbeit sehr dankbar , « sagte der Hausherr ; » ich habe schon lange gewünscht , dies Bild zu besitzen . « » Von Dank kann keine Rede sein , « entgegnete der Maler . » Ich bin noch stark in Ihrer Schuld ; die beiden alten köstlichen Reiterpistolen , die Sie mir neulich verehrten , sind wahre Meisterwerke und machen den schönsten Theil meiner Sammlung aus . « » Kleinigkeiten ! « versetzte der Graf , indem er sich auf die Lehne des Stuhles stützte . » Wenn das Aquarell fertig ist , so werde ich noch eine Büchse dazu auftreiben . Es ist schade , daß ich Ihre Liebhaberei für alte Waffen nicht früher kannte , ich habe schon so manches werthvolle Stück verschleudert . - Doch indem ich hier plaudere , fällt mir ein , daß draußen der Baron sitzt und wahrscheinlich ungeduldig meine Rückkunft erwartet . « » Das glaube ich nicht ; er sitzt ruhig am Tische , trinkt seine Chocolade und liest die Zeitung . - Eigentlich ein seltsamer Herr . « » Allerdings ist er in manchen Beziehungen ein sonderbarer Mensch , aber ein guter Kerl und ich mag ihn wohl leiden . « Der Maler schaute sich nach dem Salon um ; als er aber sah , daß der Teppich vor der Thüre hing , blickte er wieder auf seine Arbeit . » Unbesorgt ! « lachte Graf Fohrbach , der diese Bewegung gesehen ; » das ist Alles bei mir wohlweislich eingerichtet . Ich mag es nicht leiden , wenn die Bedienten zu viel hören ; ich muß doch irgend ein Asyl haben , wo ich vollkommen allein sein kann . - Beide Thüren , die zum Schlafzimmer und die zum Salon , haben geheime Federn und bleiben nie offen stehen . Sie fallen geräuschlos in ' s Schloß und sind so sorgfältig gearbeitet , daß nicht das lauteste Wort durchdringen kann . « » Kennen Sie den Baron schon lange ? « fragte anscheinend gleichgültig der junge Maler . » Seit ungefähr einem halben Jahre ; ich gehe sonst nicht leicht neue Bekanntschaften ein , aber er brachte mir von W. , woher er kam , ganz außerordentliche Empfehlungen von guten Freunden . Auch amusirt mich zuweilen sein geziertes Wesen ; er ist dabei gutmüthig , sehr gebildet , hat viel gesehen , und , wenn er will , erzählt er vortrefflich . Eine innige Freundschaft möchte ich gerade nicht mit ihm eingehen , aber zum gewöhnlichen Umgang gefällt mir die Art , wie er sich gehen läßt und wie man ihn ebenfalls gehen lassen kann . Jetzt sitzt er zum Beispiel draußen ; wenn ich ihn ruhig da lasse und mich durch die Hinterthüre entferne , um meinen Geschäften nachzugehen , so findet er das ganz natürlich und kommt Abends zum Thee mit demselben freundlichen und unbefangenen Gesicht . « » Ich brachte das Gespräch nicht ohne Absicht auf den Baron