könntest dann nicht mehr mit ihm desumeschleipfe . « » Vetter , ich schleipfe mit niemand desume , aber Ihr seid dr wüstest Mann , wo es gibt ; Ihr müsset doch afe ein Nichtsnutziger gewesen sein , daß Ihr niemand trauet . Aber machet meinethalb , was ihr wollt ; was gheit mich dr Uli und was gheits mih , wenn ds Korn auf den Äckern bleibt ! « Damit war Vreneli verschwunden , umsonst rief ihm der Vetter nach . Er nahm nun seinen Stecken , ging langsam hinaus , rief seiner Frau . Als die nicht Bescheid gab , kam er immer näher an Ulis Gaden , bis seine Alte ihm sagen konnte : Er solle hinaufkommen , sonst gehe es nicht gut . Das sei ihm doch ein Lärm um nichts , sagte Joggeli , er könne gar nicht begreifen , was er da tun solle und warum Uli so dr Gring mache , das sei ihm afe dr wert . Er hätte es ja nicht böse gemeint und nur wissen wollen , woran er sei , und dazu habe er das Recht , das lasse er sich nicht nehmen . » Du hättest doch afe Ursache gehabt , dem Uli z ' glauben , « sagte seine Frau . Er hätte auf dem Glauben nicht viel , sagte Joggeli , er wolle seine Sache lieber gewiß haben . Wenn einer so viel betrogen worden sei in seinem Leben wie er , er nähmte dann die Sache auch genauer . Es sei immer alles unter einer Decke gegen ihn , er nehme niemand aus . Das sei schon lange gewesen und werde immer so bleiben , bis er die Augen zutue . Darum begehre er nicht mehr dabeizusein , sagte Uli , er sehe wohl , daß er ihm nie trauen werde , und er möge nicht an einem Orte sein , wo Keines dem Andern traue . Ja , sagte Joggeli , da könne er weit laufen , ehe er einen Ort finde , wo alles einander traue . Darum solle er nicht so wüst tun . Fecken wolle er ihn nicht mehr , das wolle er ihm gesagt haben . Aber er solle dann deshalb nicht meinen , er hatte nicht zwei Augen im Kopf . Es müsse sich ein Mensch immer etwas zu furchten haben , der Teufel gehe ja umher wie ein brüllender Löwe und suche , wen er verschlinge . Diesmal sei aber er der Tüfel gewesen , der ihn habe verschlingen wollen , und das sei wüst von ihm , sagte Uli . He , er wolle es nicht mehr tun , sagte Joggeli , er solle jetzt zufrieden sein , er selbst sei auch zufrieden , und es wäre ihm zwider , wenn er wieder um einen neuen Knecht aus müßte , und er glaube , erfände kaum einen bessern . Die Leute seien neue heutzutage nichts mehr wert . Wenn man sie schon übergülden wollte , so finde man sie nicht , wie man sie suche . » He , « sagte die Frau , » wir sind alle arme Sünder und du bist auch kein Engel . Aber gät jetz enangere dHäng und höret uf branzen ! Uli , du hast gehört , mein Mann will das nicht mehr tun , und komm jetzt herab , ich habe ein Kaffee zweg , du mußt auch ein Kacheli nehmen . Man wird erst recht mit einander zufrieden , wenn man mit einander ißt und trinkt , bsunderbar ein Kacheli Kaffee . « Uli , auch an den Brief seines Meisters denkend , ließ sich dazu verstehen , ward wieder zufrieden . Joggeli tat auch zufrieden , bei sich selbst aber dachte er : seinem Weibervolk müsse er aufpassen , das könne es viel zu gut mit Uli ; wenn das so fortgehe , so sei er verraten und verkauft . Die Ernte kam mit all ihren Anforderungen . Zur Erntezeit treffen mehrere Arbeiten zusammen . Die Kirschen sind reif ; Flachs , Werch wollen gezogen , besorgt sein . Es beginnt auch an manchen Orten schon das Strauchen , Lewatsäen usw. Es ist kein Werch , wo so das Ganze ins Auge gefaßt , die Zeit benutzt , die Arbeiter verteilt sein wollen , damit allem sein Recht geschieht , nichts zuschanden geht , wie die Ernte . In derselben wird recht eigentlich die Tüchtigkeit des Landmannes gefeckt . Fast allemal in der Ernte hatte Joggelis Frau das Gallenfieber gehabt . Entweder war niemand da , der ihr kirschen wollte , als die Spatzen ; das Werch überreifete oder man ließ es an den Haufen heiß werden , den Flachs vergaß man entweder zu ziehen oder auf die Rooße zu führen und auf der Rooße zu kehren . Für nichts hatte man Zeit . Wohl aber konnte man ganze halbe Tage ums Haus herum drehen und werweisen , ob man an dieses hin wolle oder an jenes ? Und während man für dieses die Zeit zu kurz fand , für jenes zu lang , verrann die Zeit , und es blieb keine mehr als für zu essen und zu Bette zu gehen . Nun ging die Sache anders . Uli hatte alles im Auge und daher auch für alles Zeit . Jeder Augenblick wurde benutzt , jeder Arbeiter wußte , was er zu tun . Hatte man nicht mit dem Korn zu schaffen , so wußte man schon im voraus , woran man mußte , verlor mit Stotzen , Fragen , Werweisen keine Zeit . Es wurde auch nicht gezankt , nicht die Last von Einem zum Andern geschoben , denn sie war gleichmäßig verteilt , daher fühlte sich niemand gedrückt . Die Arbeit ging aus den Händen fort , man wußte nicht wie , und der Meisterfrau lachte ununterbrochen das Herz im Leibe , wenn die Körbe mit Kirschen kamen , Flachs und Werch in schönen Spreitenen vor ihr sich ausdehnten - dort hängte man den Flachs