Geblendet hat mich trügrisch nur der Flimmer , Der Ird ' sches nie zur Heimat sich erwählt . Vergebens wollt den Flüchtigen ich fassen , Er kann doch nie vom steten Wandel lassen , Drum führe mich zum Kreis der stillen Mächte , In deren tiefem Schoß das Chaos schlief , Eh , aus dem Dunkel ew ' ger Mitternächte , Der Lichtgeist es herauf zum Leben rief . Dort , wo der Erde Schoß noch unbezwungen In dunkle Schleier züchtig sich verhüllt , Wo er , vom frechen Lichte nicht durchdrungen , Noch nicht erzeugt dies schwankende Gebild , Der Dinge Ordnung , dies Geschlecht der Erde , Dem Schmerz und Irrsal ewig bleibt Gefährte . Führer Willst du die Götter befragen , Die des Erdballs Stützen tragen , Lieben der Erde Geschlecht . Die in seliger Eintracht wohnen , Ungeblendet von irdischen Sonnen , Ewig streng und gerecht ; So komm , eh mein Leben ganz verhauchet , Eh mich die Nacht in ihre Schatten tauchet . Horch ! Es heulen laut die Winde , Und es engt sich das Gewinde Meines Wegs durch Klüfte hin . Die verschloss ' nen Ströme brausen Und ich seh mit kaltem Grausen , Daß ich ohne Führer bin . Ich sah ihn blässer , immer blässer werden , Und es begrub die Nacht mir den Gefährten . In Wasserfluten hör ich Feuer zischen , Seh , wie sich brausend Elemente mischen , Wie , was die Ordnung trennet , sich vereint . Ich seh , wie Ost und West sich hier umfangen , Der laue Süd spielt um Boreas ' Wangen , Das Feindliche umarmet seinen Feind Und reißt ihn fort in seinen starken Armen : Das Kalte muß in Feuersglut erwarmen . Tiefer führen noch die Pfade Mich hinab , zu dem Gestade , Wo die Ruhe wohnt , Wo des Lebens Farben bleichen , Wo die Elemente schweigen Und der Friede thront . Erdgeister Wer hieß herab dich in die Tiefe steigen Und unterbrechen unser ewig Schweigen ? Wandrer Der rege Trieb : die Wahrheit zu ergründen ! Erdgeister So wolltest in der Nacht das Licht du finden ? Wandrer Nicht jenes Licht , das auf der Erde gastet Und trügerisch dem Forscher nur entflieht , Nein , jenes Ursein , das hier unten rastet Und rein nur in der Lebensquelle glüht . Die unvermischten Schätze wollt ich heben , Die nicht der Schein der Oberwelt berührt , Die Urkraft , die , der Perle gleich , vom Leben Des Daseins Meer in seinen Tiefen führt . Das Leben in dem Schoß des Lebens schauen , Wie es sich kindlich an die Mutter schlingt , In ihrer Werkstatt die Natur erschauen , Sehn , wie die Schöpfung ihr am Busen liegt . Erdgeister So wiss ' ! Es ruht die ew ' ge Lebensfülle Gebunden hier noch in des Schlafes Hülle Und lebt und regt sich kaum , Sie hat nicht Lippen , um sich auszusprechen , Noch kann sie nicht des Schweigens Siegel brechen , Ihr Dasein ist noch Traum - Und wir , wir sorgen , daß noch Schlaf sie decke , Daß sie nicht wache , eh die Zeit sie wecke . Wandrer O ihr , die in der Erde waltet , Der Dinge Tiefe habt gestaltet , Enthüllt , enthüllt euch mir ! Erdgeister Opfer nicht und Zauberworte Dringen durch der Erde Pforte , Erhörung ist nicht hier . Das Ungeborne ruhet hier verhüllet Geheimnisvoll , bis seine Zeit erfüllet . Wandrer So nehmt mich auf , geheimnisvolle Mächte , O wieget mich in tiefem Schlummer ein . Verhüllet mich in eure Mitternächte , Ich trete freudig aus des Lebens Reihn . Laßt wieder mich zum Mutterschoße sinken , Vergessenheit und neues Dasein trinken . Erdgeister Umsonst ! An dir ist unsre Macht verloren , Zu spät ! Du bist dem Tage schon geboren ; Geschieden aus dem Lebenselement . Dem Werden können wir und nicht dem Sein gebieten , Und du bist schon vom Mutterschoß geschieden Durch dein Bewußtsein schon vom Traum getrennt . Doch schau hinab , in deiner Seele Gründen , Was du hier suchest , wirst du dorten finden , Des Weltalls seh ' nder Spiegel bist du nur . Auch dort sind Mitternächte , die einst tagen , Auch dort sind Kräfte , die vom Schlaf erwachen , Auch dort ist eine Werkstatt der Natur . Der Tonie hat Clemens geschrieben , er komme in wenig Tagen - er hofft , mich hier zu finden , ich kann ' s nicht ändern , daß ich fortgehe , grade wie er kommt , es tut mir leid , wie gern ich ihn gesprochen hätte , - Du , sag ' s ihm doch , in drei Wochen bin ich zurück , bitte ihn , daß er so lange bleibe , ich werde gewiß um keinen Tag zögern , es liegt mir daran , ihn zu sehen , das einliegende Blatt gib ihm , er hat ' s von mir verlangt , es ist ein Gedicht , was ich schon früher gemacht habe . Clemens wird zu Dir hinauskommen , ich glaube , Du tust wohl , noch so lang in Offenbach zu bleiben , bis ich wieder zurück bin , Du bist vergnügt dort , und niemand legt Dir was in den Weg , hier würden Sitten- und Splitterrichter Dich verdrießlich machen , Clemens würde dabei manche Frage an Dich tun , die Dir unlieb sein dürfte , und mir ist ' s unangenehm , wenn er Dich ins Gebet nimmt . Du schreibst mir doch ! - Schicke Deine Briefe ins Stift , dort ist am Samstag und den Donnerstag drauf Gelegenheit , etwas an mich zu schicken . - Ich wäre gern noch hinausgekommen , glaubst Du , daß George mich im Kabriolett hinausfahren ließe ? - Wolltest Du wohl bei ihm drum fragen ? - Was Dir die Großmama aus ihrem Leben erzählt , das merk Dir doch