Waldverhau und steckten das Astgewirr der niedergeschlagenen Stämme in lohenden Brand . Wenn die Gadnischen mit Wasserkübeln schwarmweis aus dem Hallturm herausstürzten , um den aufschlagenden Brand zu löschen , begannen auf dem Fuchsenstein die Faustbüchsen zu knattern , und die Trommelkanone pupupuputete . Der Büchsenmeister Kuen verstand seine Sache . Von den Löschleuten des heiligen Peter wurde mancher , der mit zwei triefenden Wasserkübeln aus dem Tor des Hallturmes herausgesprungen war , mit leeren und schlaffen Händen wieder in das Tor hineingetragen . Als unter dem Kugelhagel des Fuchsensteines gegen den züngelnden Brand des Verhaues mit Wasser nicht mehr aufzukommen war , begannen die Antwerke auf der Gadnischen Mauer große Körbe mit Erde , Sand und Mist in das Feuer zu schleudern , um es zu ersticken . Aber der Ostwind blies , schürte die halb erlöschenden Gluten immer wieder an , ließ das Feuer von der Gadnischen Mauer weg durch den Waldverhau sich durchfressen gegen den Fuchsenstein und trieb die dicken Rauchwolken auf den bayrischen Heerhaufen zu und über die Plaienschen Gehänge des Untersberges . So dick war die Luft mit diesen Rauchmassen angefüllt , daß man von dem nahenden Gewitter in der nördlichen Ferne nichts mehr sehen konnte . Herr Martin Grans , der sonst nicht zu den Andächtigen zählte , begann auf die Hilfe des Himmels zu bauen . » Laßt der gütige Herrgott nit regnen , bis der Sturmweg durchgebronnen ist , so haben wir des Teufels Arbeit wider uns selber gemacht . « Auch die sechsundzwanzig , die durch den Hochwald des Untersberges hinaufkletterten , hatten unter diesen stickenden Rauchschwaden , die der fackelnde Ostwind über sie her peitschte , schwer zu leiden . Oft mußten sie sich zu Boden werfen , die Gesichter in das Moos drücken oder die in einem Wildbach mit Wasser getränkten Mäntel um die Köpfe wickeln . Doch je höher sie kamen , um so dünner wurde der Rauch . Die Leute klommen über den steilen Hang empor , keuchend , hustend , die Gesichter von Schweiß übergössen . Wo sie rinnendes Wasser fanden , fuhren sie mit den Händen hinein , tranken und benetzten die Augen . Jul , der immer unter den ersten kletterte , wurde schwach und fing zu taumeln an . Malimmes stützte den Buben , Runotter lief um Wasser . Da schlug unter heftigem Sausen der Wind um , und plötzlich waren die sechsundzwanzig in reiner Luft und hatten über sich den blauen Himmel und die klare Sonne , unter sich ein graues , flutendes Rauchmeer , das sich gegen Osten schob und den ganzen Kessel des Tales füllte . Von dem brennenden Verhau , vom Fuchsenstein und vom Hallturm war unter diesen hastig treibenden Schleiern nichts zu sehen . Jul erholte sich , als er Wasser getrunken hatte . Auf alle Fragen , ob er sich wohl fühle und wieder klettern könne , nickte er stumm . Malimmes nahm dem Buben die Eisenschaller , die Kettenhaube und die Armkacheln ab ; und alles lud er am Bidenhänder auf seine Schulter . Runotter sagte : » Gib mir das ! « Malimmes schüttelte den Kopf : » Ich spür ' s nit . « Sie klommen , bis der Wald zu Ende ging und auf dem steilen Gehäng die niederen Latschenstauden begannen . Hier mußten sie bleiben und die Nacht erwarten . » Tu mir die Leut in guter Deckung zwischen den Stauden halten « , sagte Malimmes zu Runotter , » ich steig mit dem Buben zu einem Fleckl hinaus , wo ich guten Lugaus hab . « Er legte die Wehrstücke zu Boden . » Komm , Jul ! Eh die Nacht nit da ist ; , brauchst du dein Wehrzeug nimmer . « Die beiden kletterten über den Sturz des Berges hin , bis Malimmes sagte : » Der Westwind treibt den Rauch zum Rotofen hinüber . Wir müssen uns decken . Sonst könnten wir sichtig werden für die am Hallturm . Komm , tu rasten und laß dir wohl werden ! « Auf einer schroffen Felsnase ließen die zwei sich zwischen dichten Latschenstauden in das linde Berggras nieder . Durch eine Gasse des Gebüsches konnten sie hinunterschauen in die Tiefe , in der das Feuer als roter Vorläufer der Kriegsscharen kämpfte . Die Kammerbüchsen schwiegen , seit der wallende Rauch da drunten das Zielen unmöglich machte . Doch der schärfer werdende Westwind säuberte den Fuchsenstein immer mehr von diesen grauen Schleiern . Man konnte schon das Gewimmel des Heerhaufens und das Zeltgewirr des Gelägers erblicken . Das alles sah so fein und zierlich aus wie ein Spielzeug vornehmer Kinder . Nun entschleierte sich auch der Brand des niedergeschlagenen Waldes . In der Tiefe mußte das eine grauenhafte Flamme sein ; doch aus der Höhe gesehen war ' s ein hübsches , liebliches Geflacker , rötlich , bläulich und gelb , mit zartem Rauchgeringel ; das Rauschen und Geprassel des Feuers klang herauf wie das Geplätscher eines Brunnens ; und wenn das Schleuderwerk auf dem Fuchsenstein nach den noch nicht in Brand geratenen Teilen des Waldverhaues ein neues , flammendes , qualmendes Pechfaß schleuderte , war es anzusehen , als flöge da drunten ein kleiner Käfer , dessen Rückenschild in der Sonne glitzerte . Lachend sagte Malimmes : » Da schau hinunter , Bub ! Jetzt versteh ich ein lützel was von des lieben Herrgotts Gleichmut . Wenn das da drunt schon für uns so kleinweis herguckt , wie lausig muß für einen in der höchsten Höh alles ausschauen , was auf dem Erdboden umeinander krabbelt ! « Ein schweres Atmen machte ihn aufblicken . Er sah erschrocken in das erschöpfte Gesicht des Jul , dessen Augen rote Ränder hatten wie von heißem Weinen . » Bub ? « Jul beugte sich langsam vor und deutete mit gestrecktem Arm hinunter gegen den Hallturm , über den sich der Rauch zwischen heiß wabernden Luftströmen in dicken Schwaden hinwälzte . - » Schau nur - schau - was müssen die armen Leut da