getaucht ; als ihr aber Mrs. Morton , von einem neuen Schrecken gefaßt , das Kleid aufriß , bemerkte sie bald , daß es fremdes Blut war , was sie gefärbt hatte . Frauen zeigen in solchen Augenblicken des Schreckens oft mehr Gegenwart , als Männer . Ich wollte , als mich meine Frau zum Beistande herbeigeholt , das schwarze Kammermädchen rufen , sie hielt mich aber zurück , bis jede Spur eines außergewöhnlichen Ereignisses beseitigt war , bis meine bewußtlose Tochter in ihrem Bette lag , als habe sie die ganze Nacht dort gelegen , und endlich nach mancherlei Versuchen , sie ins Leben zurückzurufen , wieder die Augen aufschlug . Ich werde den Moment ihres Erwachens niemals wieder vergessen . Ihr Auge war ruhig , theilnahmlos , kalt - ich bog mich über sie , aber ihr Blick glitt an mir vorüber , sie sah und kannte mich nicht . Ich sandte einen Schwarzen nach der Stadt zu einem Arzte , der mein spezieller Freund ist , und als ich wieder in das Zimmer der Kranken zurückkehrte , lag sie , leise vor sich hinsprechend , da , von meiner Frau aufmerksam beobachtet . Mir war der Sinn jedes ihrer Worte unverständlich , aber Mrs. Morton schien den Schlüssel dazu gefunden zu haben und ich mußte von ihr , als das Mädchen endlich immer leiser redend eingeschlafen war , die ganze Geschichte meines unglücklichen Kindes hören . Noch waren wir in vollem Dunkel über die Ereignisse der letzten Nacht , aber die Untersuchung des blutigen Bündels Papiere , die sich als die Briefe meiner Tochter an ihren Verführer erwiesen , zusammen mit dem Messer und ihren blutgefärbten Kleidern , gab uns eine fürchterliche Ahnung , die zur Gewißheit anwuchs , als im Laufe des Nachmittags die Nachricht von dem geschehenen Morde einlief . Jetzt verstanden wir auch die Irr-Reden der Kranken - Baker mußte spät am Abend vorher dagewesen sein , sie aufs Neue bedrängt haben und mit Drohungen fortgegangen sein - sie aber war ihm in ihrer Verzweiflung gefolgt . Was bei der Begegnung Beider geschehen , wird wol für ewige Zeiten unenthüllt bleiben - zwei Dinge aber , die in der Untersuchung gegen Sie eine so große Rolle gespielt , sind mir unerklärlich : das Zeichen an der Stirn der Leiche , das wahrscheinlich von dem Falle gegen einen Baumstumpf herrührt - und der Reitpeitschenknopf , den mein irrsinniges Kind beim Suchen nach ihren Briefen wahrscheinlich mit aus der Tasche herausgerissen hat . - Lassen Sie mich Ihnen noch zwei Worte sagen und dann werde ich auf Ihre Angelegenheiten kommen . Noch ehe mein Bote aus der Stadt zurückkehrte , erwachte die Kranke wieder - ihr Blick aber war der einer Stumpfsinnigen , ihr Mund blieb geschlossen , und als der Arzt endlich anlangte , als er seine Beobachtung geendigt und mir am Abende sein Urtheil gab , war es das , was mir schon seit dem Morgen wie ein Gespenst vor der Seele stand -meine Tochter war körperlich vollkommen gesund , aber - wahnsinnig . Sie wurde , « fuhr der alte Pflanzer nach einer kurzen Pause mit bebender Stimme fort , » acht Tage darauf nach Anordnung des Arztes in eine Privat-Anstalt nach Montgomery gebracht , da ist sie noch jetzt , und noch nicht ein Wort ist seit dieser Zeit über ihre Lippen gekommen ; ihr früherer Tiefsinn aber war so allgemein aufgefallen , daß unter meinen Bekannten das jetzige Unglück kaum eine Ueberraschung erregte - - Niemand hatte eine Ahnung des wirklichen Zusammenhanges der Dinge . - Well , Sir , « begann Morton , wie sich ermannend von Neuem , » während dieser acht Tage war die Coroners-Untersuchung beendigt worden und ich hatte , durch mein eigenes Unglück wie vor den Kopf geschlagen , kaum darauf geachtet , so nahe ihr Ergebniß mir auch liegen mochte . Erst nach der Abreise meines unglücklichen Mädchens machte mich Mrs. Morton auf den Verdacht , der auf Sie , Mr. Helmstedt , gefallen war , und auf die Pflicht aufmerksam , hier in irgend einer Weise einzugreifen . Ich sah ein , daß sie recht hatte , ich begriff , daß Sie nicht für eine fremde That leiden durften - aber was sollte ich thun , wenn ich nicht die Schande meines Kindes in die Oeffentlichkeit bringen , eine Criminal-Untersuchung über sie verhängen lassen und meine häuslichen Verhältnisse den Zungen des ganzen Staates preisgeben wollte ? Mir erschien es anfangs als das Einfachste , der Sache ihren Lauf zu lassen , da Ihre Unschuld sicher schnell genug aus Tageslicht kommen würde ; als aber eine Verknüpfung der sonderbarsten Umstände gegen Sie zeugte , als meine Frau jeden Tag unruhiger wurde , als sogar mehrere Bekannte vom Gericht , die bei mir einsprachen , Ihrer Sache den schlechtesten Ausgang prophezeiten , da sah ich , daß gehandelt werden mußte . Nach mancherlei trüben und vergeblichen Berathungen entschloß sich endlich meine kleine bewundernswürdige Frau , als sie den Kampf in mir bemerkte , meinem väterlichen Gefühl ein Opfer zu bringen , das wol wenige Frauen gebracht hätten - sich der Mißdeutung des ganzen Countys bloß zu stellen , und ehe ich nur noch meine Zustimmung gegeben , gegen die sich Alles in mir sträubte , hatte sie ihren Plan schon halb ausgeführt , Sie wissen , Sir , welche Anerbietungen sie Ihnen gemacht - Sie wiesen sie trotz Ihrer Gefahr zurück und von diesem Augenblicke an lernte ich Sie mit meiner ganzen Seele schätzen . Sie wissen auch , was Sie meiner Frau über Ihr Verhältniß zu Ellen Elliot vertrauten - was Sie dabei nicht mit klaren Worten aussprachen , das ließ sich errathen - und hier bot sich uns ein neuer Weg zu Ihrer Rechtfertigung . Mrs. Morton wußte durch einen schriftlichen Herzenserguß von Ellen , wo sich deren Familie befand - sie theilte jetzt dem Mädchen den ganzen Stand Ihrer Angelegenheiten , so wie Ihre Weigerung , eine Aussage über Ihren Aufenthalt während der