, und ich stellte mich , um nicht zu nahe an Natalie zu sein , an die rechte Seite und etwas weiter zurück . Nachdem die Frau eine ziemliche Zeit gesessen war , stand sie schweigend auf , und wir verließen den Platz . Wir gingen nun in das Schreinerhaus . Eustach war nicht bei der allgemeinen Bewillkommung im Speisezimmer gewesen . Er mußte wohl als Künstler betrachtet werden , dem man einen Besuch zudenke . Ich erkannte aus dem ganzen Benehmen , daß das Verhältnis in der Tat so sei und als das richtigste empfunden werde . Eustach mußte das gewußt haben ; denn er stand mit seinen Leuten ohne die grünen Schürzen vor der Tür , um die Angekommenen zu begrüßen . Die Frau dankte freundlich für den Gruß aller , redete Eustach herzlich an , fragte ihn um sein und seiner Leute Wohlbefinden , um ihre Arbeiten und Bestrebungen , und sprach von vergangenen Leistungen , was ich , da mir diese fremd waren , nicht ganz verstand . Hierauf gingen wir in die Werkstätte , wo die Frau jede der einzelnen Arbeiterstellen besah . In dem Zimmer Eustachs sprach sie die Bitte aus , daß er ihr bei ihrem längeren Aufenthalte manches einzelne zeigen und näher erklären möge . Von dem Schreinerhause gingen wir in die Gärtnerwohnung , wo die Frau ein Weilchen mit den alten Gärtnerleuten sprach . Hierauf begaben wir uns in das Gewächshaus , zu den Ananas , zu den Kakteen und in den Garten . Die Frau schien alle Stellen genau zu kennen ; sie blickte mit Neugierde auf die Plätze , auf denen sie gewisse Blumen zu finden hoffte , sie suchte bekannte Vorrichtungen auf , und blickte sogar in Büsche , in denen etwa noch das Nest eines Vogels zu erwarten war . Wo sich etwas seit früher verändert hatte , bemerkte sie es und fragte um die Ursache . So waren wir durch den ganzen Garten bis zu dem großen Kirschbaume und zu der Felderrast gekommen . Dort sprach sie noch etwas mit meinem Gastfreunde über die Ernte und über die Verhältnisse der Nachbarn . Natalie sprach äußerst wenig . Als wir in das Haus zurück gekommen waren , begaben wir uns , da das Mittagsmahl nahe war , auf unsere Zimmer . Mein Gastfreund sagte mir noch vorher , ich möge mich zum Mittagessen nicht umkleiden ; es sei dieses in seinem Hause selbst bei Besuchen von Fremden nicht Sitte , und ich würde nur auffallen . Ich dankte ihm für die Erinnerung . Als ich , da die Hausglocke zwölf Uhr geschlagen hatte , in das Speisezimmer hinunter gegangen war , fand ich in der Tat die Gesellschaft nicht umgekleidet . Mein Gastfreund war in den Kleidern , wie er sie alle Tage hatte , und die Frauen trugen die nämlichen Gewänder , in denen sie den Spaziergang gemacht hatten . Gustav und ich waren wie gewöhnlich . Am oberen Ende des Tisches stand ein etwas größerer Stuhl , und vor ihm auf dem Tische ein Stoß von Tellern . Mein Gastfreund führte , da ein stummes Gebet verrichtet worden war , die Frau zu diesem Stuhle , den sie sofort einnahm . Links von ihr saß mein Gastfreund , rechts ich , neben meinem Gastfreunde Natalie , und neben ihr Gustav . Mir fiel es auf , daß er die Frau als ersten Gast zu dem Platze mit den Tellern geführt hatte , den in meiner Eltern Hause meine Mutter einnahm , und von dem aus sie vorlegte . Es mußte aber hier so eingeführt sein ; denn wirklich begann die Frau sofort die Teller der Reihe nach mit Suppe zu füllen , die ein junges Aufwartemädchen an die Plätze trug . Mich erfüllte das mit großer Behaglichkeit . Es war mir , als wenn das immer bisher gefehlt hätte . Es war nun etwas wie eine Familie in dieses Haus gekommen , welcher Umstand mir die Wohnung meiner Eltern immer so lieb und angenehm gemacht hatte . Das Essen war so einfach , wie es in allen Tagen gewesen war , die ich in dem Rosenhause zugebracht hatte . Die Gespräche waren klar und ernst , und mein Gastfreund führte sie mit einer offenen Heiterkeit und Ruhe . Nach dem Essen kam ein großer Korb , welchen Arabella , das Dienstmädchen Mathildens , welches mit den Frauen gekommen war , welches ich aber nicht mehr hatte aussteigen gesehen , herein gebracht hatte . Außer dem Korbe wurde auch ein Pack in grauem Papiere und mit schönen Schnüren zugeschnürt gebracht und auf zwei Sessel gelegt , die an der Wand standen . In dem Korbe befanden sich die Geschenke , welche Mathilde den Leuten mitgebracht hatte , und welche jetzt ausgepackt waren . Ich sah , daß diese Geschenkausteilung gebräuchlich war und öfter vorkommen mußte . Das Gesinde kam herein , und jede der Personen erhielt etwas Geeignetes , sei es ein schwarzes seidnes Tuch für ein Mädchen oder eine Schürze oder ein Stoff auf ein Kleid , oder sei es für einen Mann eine Reihe Silberknöpfe auf eine Weste oder eine glänzende Schnalle auf das Hutband oder eine zierliche Geldtasche . Der Gärtner empfing etwas , das in sehr feine Metallblätter gewickelt war . Ich vermutete , daß es eine besondere Art von Schnupftabak sein müsse . Als schon alles ausgeteilt war , als sich schon alle auf das beste bedankt und aus dem Zimmer entfernt hatten , wies Mathilde auf den Pack , der noch immer auf den Sesseln lag , und sagte : » Gustav , komme her zu mir . « Der Jüngling stand auf und ging um den Tisch herum zu ihr . Sie nahm ihn freundlich bei der Hand und sagte : » Was noch da liegt , gehört dir . Du hast mich schon lange darum gebeten , und ich habe es dir lange versagen müssen , weil es noch nicht für dich war . Es sind Goethes Werke