, der war mir aus dem Boskett geschickt worden . - Hör nur , was das für ein Strauß war , und wie witzig der Gärtner ist ; und wie gebunden , und was das bedeuten mag , - in der Mitte eine Moosrosenknospe , da herum Vergißmeinnicht und Heidekraut , die einen Kranz bilden , dann rund herum höher herauf Wacholderzweige und Nesseln , die schirmt wieder allerlei Dornwerk und Laub , was höher steigt , so zierlich gebunden wie ein Kelch , in dessen tiefster Mitte die Moosrose glüht . Das lese ich so : Die Moosrose ist mein Geschenk , der Kranz ; das Heidekraut , was die Rose schirmt , das ist der bescheidne Gärtner , eine Blume , wie sie unzählig sich auf dem Feld ausbreitet , die Vergißmeinnicht , das ist das ewige Andenken ; er wird ' s nimmer vergessen , daß ich ihm den Kranz geschenkt hab , der Wacholder ist der schlichte Weihrauch , den er meiner Gabe als Opferrauch duftet , die Nesseln bedeuten , daß es ihm im Herzen brennt und schmerzt , das Dornwerk und das Laub , was rundum in Kelchform aufsteigt , die Rose zu verbergen , die sagen , daß es in seinem Herzen soll geheim bleiben , und daß er es im Herzenskelch vor aller Augen still bewahren wolle . - Der St. Clair ist wieder zurück , hat mir die Tonie gesagt . War er bei Dir ? - Was hat er vom Hölderlin erzählt ? - An die Bettine Der St. Clair war bei mir , er kam von Mainz , heut erst geht er nach Homburg , bleibt acht Tage oder länger dort , wenn er zurückkommt , das wird am Sonntag sein , will er nach Offenbach kommen , er glaubt , Du werdest dann am Morgen wohl ein paarmal mit ihm im Garten auf und ab gehen , da will er Dir vom Hölderlin alles erzählen . Am Mittwoch reise ich auf drei Wochen zur Nees auf ihr Gut bei Würzburg ; von dort will ich Dir deutlicher schreiben , hier im Augenblick von kleinen Reiseangelegenheiten gestört , kann ich nicht , wie ich wohl möchte , antworten auf Deine Liebe , der ich eben auch vertrau wie dem untadeligen Grund Deiner Seele . Schon fühl ich mich bewogen , Deine Empfindungen , Dein Tun ohne Einwurf gelten zu lassen , tue , wie Dir ' s der Geist eingibt , weil es das beste und einzige ist , wo keines Menschen Rat auslangt ; und auch weil Du so nur den unberufnen Vorkehrungen und Ratgebern kannst ausweichen ; das ist , was hier zu befahren ist ; - nicht Dein kühner Sinn ; Dein sicher abwägendes Gefühl haben wir nicht zu befahren , aber das Messen mit dem Maßstab , der nirgendwie mit Dir zusammenstimmt . Ich selber weiß oft nicht , mit welchem Winde ich steuern soll , und überlasse mich allen . Hab Geduld mit mir , da Du mich kennst , und denke , daß es nicht eine einzelne Stimme ist , der ich zu widersprechen habe , aber eine allgemeine , die wie die lernäische Schlange immer neue Köpfe erzeugt . Was Du sagst und treibst und schreibst , geht mir aus der Seele oder in die Seele ; ich fühle zu nichts Neigung , was die Welt behauptet ; und mustere ich gelassen ihre Forderungen , ihre Gesetze und Zwecke , so kommen sie allesamt mir so verkehrt vor wie Dir , - aber Deine absurdesten Demonstrationen , wie sie Deine Gegner nennen , habe ich noch nie in Zweifel gezogen , ich hab Dich verstanden wie meinen eignen Glauben , ich hab Dich geahnt und begriffen zugleich , und doch muß ich in die Sünde verfallen , Dich zu verleugnen ; es ist mir nicht gleichgültig , daß ich diese Schwäche habe , kannst Du sie mir ausrotten helfen , so bin ich willig zur Buße . Das sei Dir genug zum Fühlen wie die Vorwürfe , die Du Dir um mich machst , mich nur drücken können . Das Produkt jener Stunde , wo Deine Liebe dieser gewaltsamen Stimmung in mir so streng entgegentrat , leg ich Dir hier bei . - Dichten in jedem Herzensdrang hat mich immer neu erfrischt , ich war nicht länger gedrückt , wenn ich mein Verstummen konnt erklingen lassen . Des Wandrers Niederfahrt Wandrer Dies ist , hat mich der Meister nicht betrogen , Des Westes Meer , in dem der Nachtwind braust . Dies ist der Untergang , von Gold umzogen , Und dies die Grotte , wo mein Führer haust . - Bist du es nicht , den Tag und Nacht geboren , Des Scheitel freundlich Abendröte küßt ! In dem sein Leben Helios verloren Und dessen Gürtel schon die Nacht umfließt ? Herold der Nacht ! Bist du ' s , der zu ihr führet , Der Sohn , den sie dem Sonnengott gebieret ? Führer Ja , du bist an dessen Grotte , Der dem starken Sonnengotte In die Zügel fiel . Der die Rosse westwärts lenket , Daß sich hin der Wagen senket , An des Tages Ziel . Und es sendet mir noch Blicke Liebevoll der Gott zurücke , Scheidend küßt er mich ; Und ich seh es , weine Tränen , Und ein süßes stilles Sehnen Färbet bleicher mich ; Bleicher , bis mich hat umschlungen , Sie , aus der ich halb entsprungen , Die verhüllte Nacht . In ihre Tiefen führt mich ein Verlangen , Mein Auge schauet noch der Sonne Pracht , Doch tief im Tale hat sie mich umfangen , Den Dämmerschein verschlingt schon Mitternacht . Wandrer O führe mich ! Du kennest wohl die Pfade Ins alte Reich der dunklen Mitternacht ; Hinab will ich ans finstere Gestade , Wo nie der Morgen , nie der Mittag lacht . Entsagen will ich jenem Tagesschimmer , Der ungern nur der Erde sich vermählt ,