er sehr wohl zu thun , wenn er auch diese Klosterbewohner von ihrer Klause zurückhielt . - » Hier geht niemand durch ! « murrte er daher barsch den Arglosen entgegen , und stellte sich ihnen , breit und stämmig , wie er war , in den Weg . Die Mönche , obgleich verdutzt im Augenblicke , sahen doch gar bald , daß sie nur mit einem einzigen , wahrscheinlich trunknen Manne zu thun hatten , und bestanden auf ihrem Hausrecht . Der Weglagerer ließ dasselbe jedoch nicht gelten , und verbot fortwährend den Zutritt zur Pforte . Dringendes Ansuchen von der einen , mürrische Abweisung von der andern Seite . Der Auftritt nahm bald eine ernstere Gestalt an . Die Klosterleute , wenig gewohnt sich auf ihrem Grund und Boden die geringste Widerspenstigkeit gefallen zu lassen , wurden böse und giftig ; der Kämpfer dagegen rauh und grob . Von den Worten kam ' s zu Thätlichkeiten . Die Geistlichen wollten mit Gewalt den Schlagbaum auf die Seite schieben . Gerhard ' s kräftige Faust stieß jedoch beide zurück . Der Frevel gegen das heilige Gewand veranlaßte einen neuen gewaltigern Angriff , der abermals abgeschlagen wurde . Um seine Drohungen wirksamer zu machen , zog Gerhard den Stoßdegen aus der Scheide . Während nun einer von den Mönchen vor der Klinge mit Zetergeschrei zurückwich , schob sich der andre hinter Gerhard ' s Rücken vorüber nach der Pfortenglocke , und hatte schon beträchtlich Sturm geläutet , so wie mit Händen und Füßen an die Thüre gedonnert , ehe der Hülshofner ihn von der Schwelle peitschen konnte . Dieses Getöse , das der andre Pater erneuerte , sobald Gerhard , den Ersten verfolgend , den Rücken gedreht hatte , machte endlich die Schlemmer im Refektorium , so wie die Knechte , die im Seitengebäude bei den Würfeln saßen , aufmerksam Die Erstern schrien um Hülfe , die Letztern liefen zum Kreuzgange , ihre rostigen Hellebarden nach sich schleifend . Keiner von den Männern allen jedoch hatte den Muth , die verriegelte Pforte zu öffnen , und den von dem unbekannten Teufelsbraten mißhandelten und zerbläuten Herren zu Hülfe zu kommen . Alle schrien nach dem Prior und dem Pförtner . Der Erstere war aber vom Schmausen noch nicht zurück , der Zweite nirgends zu finden . Der Kellermeister faßte den Verdacht , der Frater möchte wohl im Keller stecken , und ein verbotnes Faß verkosten , und eilte , so schnell es seine Uebehülflichkeit , und das Gedränge der Übrigen erlaubte , der Treppe zu , die nach den untern Gewölben des Hauses führte , aber des Todes war er fast vor Schrecken , da einige Verlarvte die Stiege heraufstürzten , ihn sammt der Lampe , die er in Händen trug , - der Einzigen die ein schwaches Licht verbreitet hatte , die Ampel ausgenommen , welche am Bilde des Gekreuzigten in der Halle hing - zu Boden warfen , und mit Riesensprüngen und Faustschlägen nach allen in den Weg Tretenden , die Pforte gewannen . Der Pickelhäring , der den Vorläufer machte , und dessen Habit allein in etwas unterschieden werden konnte , riß , mit der Ortsgelegenheit vertraut , den Riegel auf , und tobte durch die aufklaffende Thüre in ' s Freie . Seine Begleiter säumten nicht dem Beispiele zu folgen . » Aufhalten ! « donnerte Dagobert dem Gerhard zu , der indessen noch immer seine Hetze in dem Gäßlein fortgesetzt hatte , und lief in ' s Weite ; aber der bereitwillige Fechter konnte nicht verhindern , daß einige Klosterknechte dem Flüchtigen nacheilten , dessen buntes Kleid ihnen besser im Auge blieb , als die dunkeln Gewänder der beiden andern , die nach verschiednen Seiten sich verloren . Unter dem übrigen aus dem Gebäude strömenden Gewühl von Mönchen und Laien wüthete Gerhard ' s flache Klinge mit übermenschlicher Kraft . » Bleibt zurück , ihr Schöpse ! « rief er den Bestürzten entgegen : » Bleibt zurück , oder Ihr seyd des Todes . « - » Greift an ! « hetzten die beiden , seiner Wuth entkommenen Klosterherren : » Er hat das Schwert gezogen , und ist in des Kaisers wie in der Kirche Bann ! « - Der ganze Schwarm wollte sich nun auf den Einzelnen werfen . » Zurück ! « schrie dieser noch lauter , denn zuvor : » Schufte ! habt Ehrfurcht ! Ich bin der Kaiser selbst , ihr Lottergesindel , und will ich meinen Bann hinter die langen Ohren schreiben , daß ihr an mich denken sollt ! « - Diese Aufschneiderei , zu welcher den Edelknecht , dessen Arm schon ermüdete , der Gedanke bewog , daß man ihn bereits heute für den Kaiser angesehen , verfehlte ihre Wirkung nicht . Die Knechte wichen stumm und erschrocken zurück ; der Mund der anfeuernden Geistlichen verstummte , und indem sich die Blicke bald nach dem Kaiser , bald nach dem Pförtner richteten , der unbefangen , als ob er kein Wasser getrübt und staunend , unter die Menge trat , ging Gerhard stolz und aufrecht von dannen , weder aufgehalten von seinen Gegnern , noch von dem Volke , das sich um das Getümmel versammelt hatte . Seinem jungen Freunde war jedoch kein so ehrenvoller Rückzug vorbehalten . Von den rüstigsten Knechten des Convents verfolgt , sprang er links und rechts , geschmeidig wie ein Aal durch die Straßen und die gaffenden Pöbelhaufen , die sich noch in so später Nacht im Freien befanden . Gern hätte er sich in einen Hausgang geworfen , allein allenthalben waren die Thüren verschlossen . Endlich gewahrte er an einem Hause hinlaufend , in dem Erdgeschosse desselben Licht , erwischte , um die Ecke stürzend , einen zu der Thüre heraustretenden Menschen , welcher bedächtig hinter sich zuschließen wollte , beim Kragen , und schleuderte ihn mit Riesenkraft den Nachsetzenden in die Arme . - Während nun diese Letztern den ihnen in die Hände Laufenden aufhielten , befragten , und dieser ihnen