Eulenburg in nähere Beziehungen zu Brandenburg-Hohenzollern traten , gehört der eine Fall dem 15. , der andere dem 17. Jahrhundert an . Über den ersteren finde ich im Urkundenbuche das Folgende : » 1410 wird Wend Herr von Ileburg zum Hauptmann der ganzen Mark bestellt ; 1411 erhält er das Dorf Kriele ( Havelland ) zu Lehn und die Lehnsanwartschaft auf Golzow . Im selben Jahre noch ernennt ihn König Sigismund zu seinem Botschafter bei den Ständen der Mark , welche letzteren bald darauf angewiesen werden , ihm , dem Wend von Ileburg , als Unterhauptmann des Burggrafen Friedrich von Nürnberg Gehorsam zu leisten.Vergl. das Kapitel » Quitzöwel « Seite 37. – Der zweite Fall ist dieser . Im Juli 1656 ( dieselbe Zeit , in der die dreitägige Schlacht bei Warschau geschlagen wurde ) wurde der Kammerherr , Geheime Kriegsrat , Oberst und Chef eines Infanterieregiments , Landrat und Landvogt zu Schaken in Ostpreußen , Jonas Kasimir , Herr zu Eulenburg , seitens des Großen Kurfürsten zum außerordentlichen Gesandten beim moskowitischen Zaren ernannt . Jonas Kasimir traf im September in Moskau ein und vereinbarte mit dem Zaren ein Freundschaftsbündnis zwischen Rußland und Brandenburg . Er blieb auch noch während des Monats Oktober und beantragte beim Zaren die Bestrafung des russischen außerordentlichen Gesandten für Ungebührlichkeiten , die sich derselbe bei der Audienz vor dem Großen Kurfürsten hatte zuschulden kommen lassen . « ( Jonas Kasimir starb 1667 . Er war mit einer von Brandt vermählt . Sein Regiment focht mit in der Schlacht bei Warschau ; sein Bildnis befindet sich im Schloß in Prassen . ) 43 Es gibt immer nur zwölf oder dreizehn Eulenburgs , in vollkommenem Einklange mit der Familiensage . Nach dieser trat ein Liliputchen vor die Schloßfrau von Schloß Prassen und bat um den großen Saal , » weil man eine Hochzeit anrichten wolle . « Der Saal wurde auch gewährt , und die Hochzeit begann . Als aber die Lust am höchsten war , erschien ein Sohn des Hauses , der von der Verabredung nichts wußte , mitten unter ihnen und störte die Freude des kleinen Volks . Am andern Tage brachte das Liliputchen einen Ring und bedankte sich für den Saal . Aber sie seien gestört worden und dafür sollten nie mehr als dreizehn Eulenburgs am Leben sein . Der Ring existiert noch und ist ein mittelgroßer Diamant in einfachster Fassung . 44 Bensch war es auch , der , auf dem Gutshofe dieses Vorwerks Neu-Zehlendorf , zur Errichtung eines in einer Art Tudorstil gehaltenen Herrenhauses schritt . Dasselbe empfing , beinahe dreißig Jahre später , eine Marmortafel mit folgender Inschrift : » Durch die Gnade König Wilhelms I. wurde diesem vom Prinzen Friedrich Karl von Preußen im Februar 1859 gekauften Bauerngute Neu-Zehlendorf , auf Antrag der Teltower Kreisstände , zugleich auch in Anerkennung seiner Siege 1864 im Kriege gegen Dänemark , die Rittergutsqualität und die Benennung Rittergut Düppel laut Patent vom 13. Januar 1865 verliehen . « 45 Zu dem , was der Prinz hier ins Leben rief , gehörte , neben den im Text genannten Forstkulturen usw. auch ein auf der Neu-Zehlendorfer Feldmark errichtetes Gestüt : das Gestüt Düppel . Der Held der Situation – als ich im Sommer 1882 unter sachkundiger Führung dies Gestüt besuchte – war der Hengst » Wildling « , der , nach allem was ich bei der Gelegenheit sah und hörte , seinem Namen Ehre machte . Früher war er mit bei Königgrätz gewesen . Auf welchen Lebensabschnitt er persönlich mit mehr Befriedigung sah , auf den ehemaligen oder den jetzigen , muß ungesagt bleiben . Auch hier heißt es : wer sieht ins Herz ! Übrigens war es , die Wahrheit zu gestehn , nicht eigentlich der » Wildling « , was mich damals am meisten entzückte , sondern seine sich in verschiedenen Einfriedigungen umhertummelnde Nachkommenschaft , zu der er in den kompliziertesten und zugleich unzulässigsten Verwandtschaftsgraden stand . Die junge Nachkommenschaft selbst aber war sich dieser Unzulässigkeit so wenig bewußt , daß sie , grade umgekehrt , in der Lust und dem Übermut ihrer Bewegungen , nichts als einen Protest gegen alle schwerfälligere Weltanschauung auszudrücken schien . Alles an ihnen war Grazie , dabei zugleich von einer so intelligenten Koketterie , daß man sich versucht fühlen konnte , mit ihnen zu sprechen . Es war so ziemlich derselbe Eindruck , wie wenn man in England einer auf einer Waldwiese spielenden Mädchenpension begegnet .... All diese Fohlen erfreuten sich der besonderen Aufmerksamkeit des Prinzen , der ihr Wachstum mit derselben Lust und Liebe , wie das seiner Dreilindner Bäume verfolgte . Die Namen der Fohlen wurden z.B. durch ihn persönlich bestimmt . Unter diesen auch Namen aus den drei Kriegen zu begegnen , wird niemanden überraschen . Da waren : Alsen , Oberselk , Schleswig , Satrup , Oster-Düppel ; ferner Münchengrätz , Königgrätz , Benedek ; endlich aus dem siebziger Kriege : Le Mans , Vionville , Rezonville , Ladonchamp . Was sich sonst noch an Namen vorfand , gehörte freilich einer sehr andern , aber fast ebenso bestimmten Geschichtsepoche an : Attila , Kriemhild , Odoaker , Berengar . 46 Die Zahl und Reihenfolge der persönlichen Adjutanten des Prinzen war in dem langen Zeitraume von 1848 bis 82 die nachstehende : Leutnant von dem Büsche-Münch 1848 ; Leutnant Graf Waldersee 1849 und 50 ; Freiherr von Diepenbroick-Grüter 1850 bis 53 ; Leutnant von Zieten 1853 bis 56 ; Leutnant von Cosel 1854 bis 58 ; Rittmeister von Schöning 1856 bis 58 ( Bruder des 1870 als Kommandeur des 11. Regiments bei Mars la Tour gebliebenen Obersten von Schöning ) ; Premierleutnant von Alvensleben 1858 und 59 ; Oberstleutnant von Blumenthal 1858 bis 60 ( später Kommandeur des IV. Armeekorps ) ; Hauptmann von Witzendorff 1859 bis 64 ( zur Zeit Kommandeur des VII. Armeekorps ) ; Premierleutnant von Jagow 1859 bis 64 ; Premierleutnant Freiherr von Loë 1863 bis 66 ; Major von Bernuth 1864 bis 66 ; Major von Erckert 1866 bis 69