Grabstein angibt ) , sondern in Trebbin geboren . Die Reihe solcher Beispiele ließe sich leicht fortsetzen , und in aber – hundert Fällen bestätigt es sich in der Tat , daß nichts schwerer ist , als einfach festzustellen , welche Namen Personen führten , wann und wo sie geboren wurden und wann und wo sie starben . 30 Alles dies ist Dorferfindung , in der sich übrigens deutlich erkennen läßt , daß etwas von der Vorgeschichte der Frau von Arnstedt in Hakenberg bekanntgeworden war und zwar ihr damals dreißig Jahre zurückliegendes Verhältnis zu Baron Knyphausen und die Wegführung ihres Töchterchens durch Elliot . Es ist selten , daß solche Dorflegenden ohne jede Spur von Anlehnung entstehen , aber das Volk macht von seinem Geschichten- und Märchenerfindungsrecht Gebrauch und gestaltet das Übernommene mit einer an Willkür grenzenden Freiheit . 31 Ein Jahr vorher , im Juli 1784 , war ein Sohn geboren worden , Karl Wilhelm Tido . Derselbe starb vierjährig ( 1788 ) , und ward in der Familiengruft zu West-Ekelbur in Ostfriesland beigesetzt . – Der oben im Text zitierte Name » Oriane « der fünfzig Jahre vor Tennyson noch ein Fremdling in unserer Mark war , war augenscheinlich verwirrend für die damaligen Pastoren des Löwenberger Landes und findet sich deshalb als » Organe « in ihre Kirchenbücher eingetragen . 32 Um diese Zeit soll Wülknitz einem Anverwandten die Lebensregel mit auf den Weg gegeben haben : » Wenn du einem Bredow begegnest , so wisse , er ist dein Feind . « Ob die Bredows ebenso summarisch verfahren sind weiß ich nicht . In jedem Falle war ihnen stark mitgespielt worden . 33 Ich entnehme den Wortlaut dieser » Warnungsanzeige « der am 29. April 1837 ausgegebenen Nummer des von Dr. C. W. Spicker redigierten » Frankfurter Wochenblattes « . Diese Nummer ist aus bloß drei Stücken sehr merkwürdig komponiert . Sie beginnt mit einem Nekrologe des wenige Tage vorher , 77 Jahre alt verstorbenen Majors Wenzel , des Großvaters des von Arnstedt erschossenen Leutnants Wenzel . Dann folgen drei Spalten » Sentenzen und Erzählungen aus Rückerts Weisheit des Brahmanen « , an welche Weisheitssentenzen sich die › Warnungsanzeige ‹ mit dem Bericht über die Arnstedtsche Hinrichtung unmittelbar anschließt . In den Weisheitssentenzen heißt es gleich zu Beginn : Im Meer gen Süden wohnt auf Inseln ein Geschlecht , Reich in Zufriedenheit , in Einfalt schlicht und recht ; Und über alle herrscht die Inselkönigin , Die hat nicht Waffenmacht und friedlich ist ihr Sinn , Ihr Waffen ist Gebet usw. 34 Seine Mutter , eine noch sehr schöne Frau , war von Sorau nach Frankfurt gekommen , um von hier aus Schritte zur Rettung ihres Sohnes zu tun , oder wenigstens eine Strafmilderung durchzusetzen . Bei dem großen Interesse das die Stadt , namentlich die Frauenwelt , an dem Hergange nahm , kam man ihr vielfach entgegen und unterstütze sie mit Rat und Tat . Auch mit Geld , denn sie war unbemittelt . Eine von ihrer Hand geschriebene Quittung liegt mir vor . Dieselbe lautet : » Vier Doppel-Louisdor zur hülfreichen Verwendung für meinen unglücklichen Sohn von edlen Menschenfreunden anonym erhalten zu haben , bescheinige ich hiermit , und sage den edlen Gebern meinen heißesten , gerührtesten Dank . Frankfurt , 28. Dezember 1836 . Verwitwete von Arnstedt , geb . von Aldobrandini . « 35 In diesem Briefe war auch ein kaum zwei Finger breiter Zettel mit Fräulein Franziskas jüngster , an von Arnstedt gerichteter Dichtung eingeschlossen . Diese lautete : Ewig wird die Freundin Dich lieben , Mit Dir sterben will sie , bei Dir ruhn . Immer mag die Welt mich auch darum verdammen , Leben kann ich ohne Dich nicht mehr . Nur um eine Zeile von Ihrer Hand bittet Franz .... ( Darunter hatte von Arnstedt mit Bleistift geschrieben : äußerst dumm . ) 36 Geheimrat Serre , einer Refugié- oder vielleicht auch Emigré-Familie zugehörig , lebte jahrelang in Kalisch , und hatte mit Graf Dankelmann , als dieser in Sachen der polnischen Grenzregulierung tätig war , in Warschau Freundschaft geschlossen . Ein Sohn des Geheimrats trat in die Armee , war lange Zeit Adjutant des Artilleriegenerals von Blumenstein zu Glogau , und starb als Major in Dresden . Er ist derselbe , der die Schillerstiftung ins Leben rief . Über den hier genannten General von Blumenstein möge folgendes eingeschaltet werden . Er war auch Emigré , hieß eigentlich Rochefleur und hatte sich schon 1794 in der Schlacht bei Kaiserslautern den Pour le mérite erworben . 1806 war er Ordonnanzoffizier im Fürst Hohenloheschen Hauptquartier , in welcher Eigenschaft ihn Marwitz kennenlernte . Beide wurden gute Kameraden und waren einige Tage vor der Jenaer Schlacht beim Herzog von Weimar zur Tafel geladen . Die Gesellschaft bestand , ihrem Kerne nach , aus sechs Personen , einerseits aus dem Herzoge selbst , der zwischen dem Prinzen Louis Ferdinand und dem General von Grawert saß , und andrerseits ( diesen Dreien gegenüber ) aus Goethe , dem der Hauptmann von Blumenstein und von Marwitz als Nachbarn gegeben waren . Als sie schon saßen , erschien Generalleutnant von Holtzendorf , ein Freund Goethes , an den nun Marwitz seinen Platz überließ und mehr abwärts rückte . Von hier aus konnte er erkennen , daß das anfänglich lebhafte Gespräch zwischen Blumenstein und Goethe rasch ins Stocken kam , auf welche Wahrnehmung hin er , nach Aufhebung der Tafel , seinen sonst so redseligen Kameraden interpellierte . » Sagen Sie , Blumenstein , warum sprachen Sie denn nicht ? « » Ei , der verfluckten Kerlen hatten ja wie ein Peckpflaster auf seinen Maulen . Wollten nick antworten . Schweigen ick auck stille . « » Wovon sprachen Sie denn ? « » Wovon kann man sprecken mit einem Poet , von seinen Werken hab ick gesprocken . « » Und das war falsch . Sie mußten von Verwaltungsangelegenheiten mit ihm reden . « » Ist er so hockmütig ? Nach meine Meinungen issen ein großer