Haupterinnerungsstück , blieb und hat sich bis diesen Tag erhalten . 23 Als Wilhelmi dem Könige diese Einwilligung überbrachte , entspann sich folgende Gespräch : » Hat Er Geschwister ? « » Ja , Majestät ; noch einen Bruder . « » Wo ist der und was ist er ? « » Er lebt in Offenbach und ist Barbier . « » Wie kann einer so dumm sein und ein Barbier werden ? Schreib ' Er ihm gleich und laß Er ihn herkommen . « Dieser jüngere Bruder , Philipp , traf denn auch wirklich aus Offenbach ein , wurde von dem älteren Bruder in den Militärwissenschaften unterrichtet und machte gleichfalls Karriere , wenn auch nicht voll so glänzend wie der ältere ( Wilhelm ) . Philipp von Anhalt starb als Generalmajor . 24 Mirabeau war , bei Personalangaben wie diese , regelmäßig auf Hofklatsch angewiesen und konnte Wahres von Falschem nicht sichten . so läuft denn auch hier viel Falsches mit drunter . Aber all dies Falsche betrifft nur nebensächliche Dinge . Das Gesamtbild , das er hinstellt , ist richtig . 25 Man ist in der Tat bei Lektüre dieser » Tagebuchblätter « wieder und wieder erstaunt über die von vergnüglichster Laune getragenen Formen , immer unter denen das damalige Hofleben verlief , als ob die Frage nach der Fortexistenz des Staates gar nicht existiert habe . So stimm ' ich denn auch folgenden Bemerkungen durchaus bei . » Diese Tagebuchblätter aus dem Jahre 1760 und 1761 zeigen uns in beinahe rätselhafter Weise , wie man sich in derselben Zeit , wo der König inmitten schwerster Verluste mit um so größerem Heldenmute gegen die Übermacht seiner Feinde rang , wie man sich in eben dieser Zeit am Hofe seiner Gemahlin , seiner Schwester und Schwägerinnen die Langeweile mit kleinen Lustbarkeiten zu vertreiben suchte . Dies frappiert um so mehr , wenn man den damaligen äußerst bedrohlichen Gang der Ereignisse ( die Zeit vor und nach der Schlacht bei Torgau ) scharf ins Auge faßt . Es macht alles , um es zu wiederholen , einen befremdlichen Eindruck . Aber es würde ungerecht sein , den einzelnen Personen aus dem einen Vorwurf machen zu wollen , was in der Auffassung und Lebensweise der Zeit lag . « 26 Nicht besser als auf das Land war Mr. Harris auf den König selbst zu sprechen . Er schrieb über diesen : » Um bei seinem System verharren zu können , hat er sich der Moral und Religion entäußert . An die Stelle der Moral hat er eine gewisse Sentimentalität , an die Stelle der Religion den Aberglauben gesetzt . Nur so läßt sich jene buntscheckige Mischung von Barbarei und Humanität erklären , die seiner Regierungsart eigentümlich ist . « 27 Ich gebe aus dem Streit , der sich weithin zog , nur dies Wenige . Das Interessanteste daran ist , daß auch Elliot , aller seiner Shakespeare-Schwärmerei zum Trotz , so weit Kind seiner Zeit war , daß er die » Niedrigkeiten « Shakespeares , auf die Thiébault beständig rekurrierte , gelten ließ . In den hundert Jahren , die seitdem verflossen sind , hat sich das Urteil speziell über diesen Punkt total geändert , und wir finden die Szene zwischen Prinz Heinz und Franz ( » Gleich , gleich Herr « ) zwischen Falstaff und Dorchen Lakenreißer , ja selbst die zwischen den beiden Kärrnern zu Beginn des Stücks , gerade so » sublim « wie Hamlet und Macbeth . Wir haben uns von der Vorstellung befreit , daß das Komische , ja selbst das niedrig Komische , sobald es nur einer vollendeten Charakteristik dient , niedriger stehe , als das Tragische . 28 In einem anderen Briefe heißt es über diesen königlichen Dispens : » Sollte der geschiedenen Frau von Elliot , meiner mir seit 1. Oktober v. J. heimlich angetrauten Frau , dieser Dispens verweigert werden , so wird sie den König wissen lassen , daß die ganze Löwenbergsche Herrschaft in Folge dieser Verweigerung aller Wahrscheinlichkeit nach auf Miß Elliot übergehen , also Besitztum einer Engländerin werden wird . Und in der betreffenden Eingabe wird hinzugefügt werden , daß dies , nach allem in Erfahrung Gebrachten , auch dann noch geschehen wird , wenn die zur Zeit in England oder Schottland lebende Miß Elliot sterben sollte , da das aus Schwiegermutter und Schwiegersohn bestehende Komplott fest entschlossen ist , das Löwenberger Erbe lieber an ein untergeschobenes englisches Straßenkind als an meine Frau gelangen zu sehen . « Es scheint übrigens nicht , daß ein solches Skriptum tatsächlich an den König gerichtet wurde , die Verhältnisse machten es unnötig , jedenfalls aber war es sehr geschickt auf die Neigungen und Abneigungen des Königs berechnet . Ein solches Erbe gleichsam außer Landes gehen zu sehen , war ihm , dem König , ein unerträglicher Gedanke . 29 Frau von Arnstedt wird hier Luise von Arnstedt genannt , in der Knyphausen-Zeit hieß sie Charlotte . Widersprüchen und Abweichungen derart begegnet man beständig , und Kirchenbücher , Grabdenkmäler und Hausinschriften , an deren Zuverlässigkeit man zu glauben gewöhnt ist , lassen einen gerade so gut im Stich , wie Mitteilungen und Briefe der Hinterbliebenen . Das schöne Fräulein von Voß ( später Gräfin Ingenheim ) heißt im Bucher Kirchenbuche Amalie , in den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Tante der Gräfin von Voß aber heißt sie Julie ; am Herrenhause zu Lichterfelde wird auf einem über der Tür angebrachten Inschriftsteine Herr » Joachimus de Roncha ex Italia de Manila « als Baumeister genannt , ein nie dagewesener Name , zu dem sich ein geographischer Unsinn gesellt ; auf dem Bilde des berühmten Otto Christoph von Sparr in der Marienkirche zu Berlin ist 1605 als Geburtsjahr von Sparrs angegeben , eine Zahl , die mindestens einem Zweifel unterliegt ; an dem berühmten Scharnhorstdenkmal auf dem Invalidenkirchhofe erweisen sich Geburtsort und Geburtsjahr als falsch , und der Maler Wilhelm Hensel , der sein Grab auf dem alten Dreifaltigkeitskirchhof hat , wurde nicht in Linum ( wie der