nahen Verwandtschaft , als einem Akte ritterlicher Gesinnung . Thomas Günther von Jagow vermählte sich , in seinem Alter noch , mit Charlotte von Bismarck . Der Ruf der schönen jungen Frau wurde verdächtigt , was dem Vetter , Georg Otto Friedrich von Jagow , Veranlassung gab , den Verleumder seiner Anverwandten zum Zweikampf herauszufordern . Dies gewann ihm das Herz des Alten , der nun dahin testierte , daß seiner Frau das Barvermögen , dem Vetter aber der Güterbesitz zufallen solle . Nach dem Tode des so Testierenden kam es zum Ehebündnis zwischen Vetter und Muhme , was dann erfreulicherweise das kaum geteilte Gesamtvermögen wieder zusammenbrachte . Rühstädt wurde gekauft und das Monument in Dankbarkeit errichtet . – Was sich sonst noch an modernem künstlerischen Schmuck in der Rühstädter Kirche befindet , sind zunächst zwei Marmorbüsten auf Pfeilern oder Säulen von sehwarzem Marmor und ferner ein Marmorrelief . Die beiden Büsten von Professor Wichmann und Professor Cauer herrührend , sind Bildnisse des Georg Otto Friedrich von Jagow , gest . 1810 , und des Friedrich Thomas Achatz von Jagow , gest . 1854 . Das Marmorrelief , von Drake gefertigt und von ganz besonderer Schönheit ( selbst unter Drakes Werken noch hervorragend ) , ist dem Andenken der 1835 früh verstorbenen Berta von Jagow , vermählte von der Schulenburg , gewidmet . Es stellt eine schöne junge Frau dar , die , mit dem Ausdruck stillen Glückes , auf ihr Kind blickt , das ihr , der Mutter , ein kleines Kruzifix reicht . Sie starb jung , mit zweiundzwanzig Jahren , und war eine Schwester des gegenwärtigen Besitzers von Rühstädt . 19 Die Kirche zu Kletzke , nicht so wohl erhalten , wie die zu Rühstädt , war noch um 1750 reich an Quitzowgrabsteinen und Quitzowmonumenten . An ihrer Fülle ließ sich erkennen , daß Kletzke , durch Jahrhunderte hin , mit Quitzöwel und Rühstädt an Bedeutung gewetteifert , ja beide vielleicht übertroffen hatte . Daß neuere Historiker , im Gegensatz zu Klöden , davon ausgehen : Dietrich und Johann von Quitzow seien nicht zu Quitzöwel , sondern zu Kletzke geboren worden , habe ich schon an anderer Stelle hervorgehoben . Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts befand sich noch eine von Anna von Quitzow 1591 dem Gedächtnis ihrer Brüder und Schwestern errichtete Bretterwand in der Kirche , worauf neun Figuren – » vier Manns – und fünf Weibsbilder « wie Bekmann schreibt – in Temperafarben gemalt waren . Alle diese Figuren trugen Unterschriften , von denen die Mehrzahl im Jahre 1750 noch zu lesen war : Antonius von Quitzow war bei einem Feuer umgekommen , Köne von Quitzow in einer Schlacht in Frankreich gefallen . All dies ist jetzt fort und nur zwei Grabsteine sind geblieben . Letztere gelten dem Andenken Dietrichs von Quitzow , gest . 1605 ( ihm gewidmet von Achatz von Quitzow ) , wie dem Andenken Philipps von Quitzow , gest . 1616 , und erinnern lebhaft an die beiden in unserem vorigen Kapitel ausführlicher beschriebenen Quitzowdenkmäler von 1569 und 1593 in der Kirche zu Rühstädt . 20 Von der Eldenburg in seiner gegenwärtigen Gestalt , wie von fast allen Schlössern , Kirchen und Denkmälern , die dieser Quitzöwel-Aufsatz genannt hat , hat Hofphotograph David Schwartz , Potsdamer Platz ( Eingang Bellevuestraße 22 ) die verschiedensten Bilder angefertigt und die Gesamtheit derselben zu einem Album zusammengestellt . Es befinden sich darunter : die Wunderblutkirche zu Wilsnack in vier Aufnahmen , Einzelheiten aus der Kirche , Bildnis des Havelberger Bischofs Johann von Wopelitz , Blick von Quitzöwel auf die Elbe , Schloß Quitzöwel , die Kirche von Quitzöwel , die Ruinen der Quitzowburg in Kletzke , die Kirche zu Kletzke , verschiedene Quitzowepitaphien in der Kirche zu Kletzke , die Kirche zu Rühstädt , Quitzowepitaph in der Kirche zu Rühstädt , Marmorbildnisse der Familie von Jagow ebendasselbe , Quitzowdenkmal auf der Dorfstraße zu Legde , die Eldenburg bei Lenzen , der Quitzowturm in der Eldenburg , Schloß Plaue , das Kreuz am Cremmer Damm , der Marktplatz zu Angermünde u.a.m. 21 Das dem Georg von Waldenfels verliehene Privilegium knüpfte sich übrigens an allerlei Bedingungen , unter denen die Wiederherstellung des Schosses die wichtigste war . Es heißt in der betreffenden Urkunde , daß das alte Schloß , » das sehr zerbrochen , verfallen und ungefestigt sei « , zu Nutz und Frommen der Herrschaft wie des Landes » wieder aufgebracht , gefestigt und gehaut und in gutem Zustande gehalten werden solle « . Dem allen unterzog sich der von Waldenfels auch wirklich und stellte den Bau ( wenigstens partiell ) wieder her , was sich insoweit ohne sonderliche Mühe tun ließ , als das vierzig Jahre früher angeordnete » Brechen und Schleifen « der vierzehn Fuß dicken Schloßmauern nur sehr unvollkommen ausgeführt worden war . Dies vergleichsweise Neue hieß nun zum Unterschiede von der ehemaligen Quitzowburg » der von Waldenfelssche Bau « , war aber im wesentlichen nichts anderes als das alte Schloß , das man in einem Einzelteile – der übrigens noch immer groß genug war – wieder fest und wohnlich gemacht hatte . 22 Dieser Turm war 1717 , also fünfzig Jahre vor Pastor Löseckes obiger Beschreibung , noch so gut erhalten , daß ihn Friedrich von Görne dem im Sommer genannten Jahres auf der Reise nach Magdeburg in Plaue vorsprechenden Könige Friedrich Wilhelm I. als eine Sehenswürdigkeit zeigen konnte . Der König liebte dergleichen aber nicht . Alles was an Adelsmacht erinnerte , verdroß ihn , und so fragte er den in nicht geringen Sehreck und mindestens in große Verlegenheit geratenden Schloßherrn , » ob er den Turm etwa habe stehen lassen , um auch einmal einen Markgrafen darin festzusetzen « . Das war zu deutlich , um nicht verstanden zu werden , und so ließ denn von Görne den Turm bis auf die Höhe von acht Fuß abtragen . Auch dieser Rest verschwand gegen das Ende des Jahrhunderts unter General von Anhalt . Nur das unterirdische Gefängnis , also das