man sicher und als bald danach der von Bassewitz , statt in der Kirche , wie sein Plan gewesen war , auf offenem Marktplatz zutage stieg , wurd ' er gefangen genommen , entwaffnet und mit seinem eigenen Schwerte hingerichtet . Schwert und Panzer aber befinden sich bis diesen Tag im Rathause , während die Stadt selbst alljährlich am Montage nach Invokavit ihr doppeltes Bassewitzfest feiert . 3 Diese drei Wunderbluthostien blieben der Wilsnacker Kirche bis 1552 erhalten , in welchem Jahre sie der erste lutherische Geistliche Johann Ellefeld als Teufelswerk und papistischen Unfug verbrannte . Von seinem Standpunkt aus mit Recht ; heute freilich würden uns die drei Hostien als » historisches Kuriosum « aufrichtig interessieren . Zugleich mit ihnen ( den Hostien ) ist vieles aus der alten Wunderblutzeit zerstört worden , anderes dagegen hat sich bis in unsere Tage hinein gerettet , darunter ein etwa zwanzig Fuß hoher Leuchter , der das Opferlicht der ungarischen Pilger zu tragen pflegte , die holzgeschnitzte buntfarbige Statue des Bischofs Wopelitz , die Sündenwaage , vor allem das ausgebrannte Kirchlein selbst , dessen , bei der Zerstörung von 1383 stehengebliebene Feldsteinwände , beim Bau der Neukirche mit in diese hineingezogen und zur » Wunderblutkapelle « hergerichtet wurden . Alle diese Dinge sind historisch interessant , ohne künstlerische Bedeutung beanspruchen zu können . Von künstlerischer Bedeutung ist nur eins : ein kleiner bronzener Klappaltar ( Bestimmung unbekannt ) , hinsichtlich dessen Professor Bergau darauf drang , daß er aus der Kirche , darin er sich befand , in die Sakristei genommen werde , weil sonst der Tag zu berechnen sei , wo dies bemerkenswerte Kunstwerk , Rarität und Bijou zugleich , der Leidenschaft eines Kunstenthusiasten zum Opfer fallen müsse . 4 Jobst von Mähren , Neffe Kaiser Karls IV. und Vetter von König Wenzel und König Sigismund , war 1388 in den Besitz der ihm vom König Sigismund um Geldes willen abgetretenen Mark Brandenburg gekommen . Jobst war nun Landesherr , erschien aber nur selten in der Mark und ließ diese durch Statthalter oder Landesverweser , die man spöttisch » Landesverwüster « nannte , regieren . unter diesen waren Lippold von Bredow , Hauptmann der Mittelmark – und in Vertretung desselben zeitweise Johann von Quitzow – ferner Herzog Johann von Melckenburg , Graf Günther von Schwarzburg , Herzog Swantibor von Pommern und Kaspar Gans zu Putlitz , Hauptmann der Altmark und Priegnitz , die wichtigsten . Jobsts Interesse für die Mark beschränkte sich darauf , möglichst viel Geld aus ihr herauszuziehen und alle diejenigen Personen , die , wie die Quitzows ( besonders aber Dietrich ) bereit und in der Lage waren , ihm , gegen Pfand , in seinem Geiz oder seiner Geldbenötigung zu Diensten zu sein , waren ihm die liebsten . 5 Solche Parallelen zu ziehen , ist immer ein mißliches Tun , das leicht ins Komische fällt . Es läßt sich aber , wenn man über die freilich sehr verschiedenen Macht-und Größenverhältnisse hinwegzusehen vermag , von einer geradezu frappierenden Ähnlichkeit sprechen , in Charakteren , Daten und Zahlen , in Anfang und Ende . Von 1391 bis 1414 die Quitzow-Tragödie von 1793 bis 1814 die Napoleon-Tragödie . Folgendes sind die Hauptdaten aus der Quitzowzeit : 1391 erste Waffentat vor Schloß Kletzke , 1394 Vermählung mit Elisabeth von Schenk , 1400 Vermählung mit Agnes von Bredow und Einzug ( als Gast ) in Schloß Plaue , 1404 Besitznahme von Schloß Plaue , 1406 Eroberung von Saarmund und Köpenick , 1409 Erwerbung von Schloß Friesack , 1410 bis 1412 erste Zeichen des Niedergangs ; Bündnisse zum Sturz beider Brüder , 1414 wirklicher Sturz . Was dieselben Zahlen unter selbstverständlicher Zurechnung von vierhundert , innerhalb der Napoleonischen Ära bedeuten , ist bekannt . Auch das Waterloo-Nachspiel , der Versuch , das Verlorene zurückzugewinnen , findet sich in veränderter und doch ähnlicher Gestalt bei Dietrich von Quitzow . 6 Der Eindruck , den man von dieser überaus lebendigen Schilderung empfängt , ist der , als ob es sich um Dinge von heut , um moderne Menschen und Vorgänge handle . So würde Bismarck Anno 1866 und 1870 empfangen , umworben und bis zum Abgöttischen gefeiert worden seine , wenn er nicht im Gegensatze zu Dietrich von Quitzow ( der sich erst spät , und zwar in genanntem Jahre 1410 , zum Anti-Berliner ausbildete ) von Anfang an ein Gefühl starker und nicht einmal ausschließlich politischer Gegnerschaft gegen die Hauptstadt gehabt und gezeigt hätte . Gleichviel , damals wie heut etwas Nervöses und Exzentrisches . Ja , man ist geradezu frappiert , die Berlinerinnen des 15. Jahrhunderts den Berlinerinnen des 19. Jahrhunderts so ähnlich zu sehen . Oder war es immer und allerorten so ? 7 Es sind das die 100000 Goldgulden , die zu der Annahme geführt haben , Burggraf Friedrich sei lediglich auf eine Summe vorgestreckten Geldes hin , also wenn man so will als Pfandleiher in den Besitz der Mark gekommen . Das ist aber nicht richtig , wenigstens nicht in dem gewöhnlichen Sinne . Hunderttausend Goldgulden wurden allerdings , als eine Schuld Sigismunds an Friedrich , auf die Mark Brandenburg eingetragen , aber diese Summe war nicht ein zuvor empfangenes Darlehn , sondern um modern zu sprechen » ein nicht ausgezahltes Gehalt samt Repräsentationskosten « . Sigismund , einsehend , daß die Landeseinnahmen kein Äquivalent für die zu gewärtigenden Dienste des neuen Landesverwesers , insonderheit aber nicht ausreichend zur Bestreitung eines Hofhaltes sein würden , bewilligte dem Burggrafen eine Zubuße von 100000 Gulden und weil er ( Sigismund ) sich außer stande sah , dies aus freien Stücken Bewilligte sofort bar auszuzahlen , so ließ er diese Zuschußsumme , ganz so wie wenn es geborgte hunderttausend Goldgulden gewesen wären , auf die Mark eintragen . Die Mark wurde » Pfand « und ging schließlich , als nicht eingelöstes Pfand , in den Besitz des Burggrafen über . Riedel , in seinem ausgezeichneten Buche » Zehn Jahre aus der Geschichte der Ahnherrn des Preußischen Königshauses « hat dies alles in