Jahren war er nicht selten hier gewesen und geredet wurde noch oft genug von ihm ... Er kannte hier Weg und Steg ... Werden Sie denn auch für diese Schwärmer , fragte er den Vorausgehenden nach , ebenso ein Protector sein , wie Ihre Mutter ? ... Die Gesetze protegiren sie ... entgegnete der Graf und sah , nur noch Benno ' s gedenkend , nach der Uhr ... Terschka wollte ihn nicht lassen ... Er suchte ihn in Interessen zu verwickeln , die für beide gemeinschaftliche waren ... Man sagt , begann er , daß Ihre Freundschaft für den Erzbischof von Coni - Ihre Zärtlichkeit für - Ihre Gemahlin jetzt vielleicht - nach dem Tode - Ihrer Mutter - - ... Der Graf hörte nicht ... Seine Gedanken waren nur dem Schlosse und Coni zugewandt ... Warum bin ich nur so feige und tödte mich nicht selbst ! ... unterbrach sich Terschka mit wilder Geberde und weckte somit gewaltsam den Grafen aus seinem fortgesetzten Brüten ... Sie erwarten wirklich jetzt erst in Rom die ganze Strenge Ihres Ordens für Ihre Flucht ! ... sagte der Graf , mit zerstreuter Theilnahme auf seine Worte hörend ... Terschka erwiderte nichts , sondern blickte nieder ... Sie haben mir von den Exercitien des heiligen Ignatius erzählt ! fuhr der Graf , um ihn zu beruhigen , fort ... Werden Sie also in einer dunklen Zelle zubringen müssen mit einem Todtenkopf auf Ihrem Betpult , mit dem Bild einer - verwesenden Leiche in Ihrem Bett - ? 10 ... Terschka schwieg ... Das sind doch in der That nur kindische Dinge ... Auch hab ' ich gehört , daß Sie Ihren Uebertritt , Ihren Verrath am Orden , wenn Sie wollen , als eine wohlberechnete Strategie darstellen dürfen , als ein Mittel , desto besser zu Ihrem Ziel zu gelangen - ... Ja - was war - denn mein Ziel ? fiel Terschka mit zustimmendem Aufhorchen ein ... Der Graf bereuete diese Andeutung gegeben zu haben ... Sie werden , begann Terschka anfangs lebhaft , bald aber seine Stimme dämpfend , als könnten die Blätter der immer mehr bewegten Bäume seine Worte weiter tragen , Sie werden in diesem Thal , in diesen öden Wäldern nicht ewig bleiben wollen ... Ihre Liebe zu den Waffen wird sich wieder regen , zumal wenn Sie sehen , daß eine Zeit kommt , wo nur noch die Waffen die Welt regieren ... Oft schon sind Ihnen glänzende Anerbietungen zum Rücktritt in die Armee gemacht worden ... Ihre Lage , zweien Staaten angehören zu sollen , zumal zweien , die sich unausgesetzt befehden werden , wird Sie zuletzt zu einem Entschluß veranlassen müssen ... Ich weiß nicht , wohin Sie Ihre Ueberzeugung zieht ... Katholisch sein ! ... Selbst in jenen lächerlichen Exercitien des Ignatius liegt ein - dumpfer Ernst - mache nur Einer mit , was ich in Freiburg habe erleiden müssen ... Die Revolution machte dem schrecklichen Kinderspiel , das man mit mir trieb , ein Ende ... Was in Freiburg unterbrochen wurde , wird in Rom wieder aufgenommen werden - ? ... Ja Graf - ! Aber gesetzt , Sie nähmen wieder bei Ihren alten Waffengefährten Dienste , Sie lebten in Wien , wofür sich doch zuletzt die Sehnsucht Ihres Herzens entscheiden wird - Gesetzt - Sie brauchten ja Castellungo nicht zu verkaufen - die Nothwendigkeit für Ihre Gemahlin , in des Erzbischofs Nähe leben zu müssen - ... Was reden - Sie ! ... unterbrach der Graf ... Vergebung ! schmiegte sich Terschka in demüthiger Geberde ... Sie misverstehen mich - Ich meine , der Oberst von Hülleshoven ist ein Projectenmacher und eigensinnig wie seine Frau ... Hedemann wäre für die Verwaltung Castellungos zu brauchen gewesen - Aber der ist - ja wol auch todt ? ... Sie sind - ein schneller - Reiter ! ... entgegnete Graf Hugo , sich erst langsam beruhigend ... Nie noch hatte jemand gewagt , ihm persönlich die Nothwendigkeit , Paula in des Erzbischofs Nähe zu lassen , so offen auszusprechen , wie Terschka ... Ihm war Bonaventura nothwendig , Er nur blieb in des Freundes Nähe - ! So und nie anders hatte sich seit Jahren das Verhältniß im Munde seiner Umgebungen gestalten dürfen ... Wollen Sie diese herrliche Besitzung zu Grunde gehen lassen ? fuhr Terschka immer demüthiger fort ... Konnten Sie über meine Art , in Westerhof zu Geld für Sie zu kommen , klagen ? ... Behalten Sie mich hier ! ... Ich verstehe nicht - entgegnete der Graf ... Ich fürchte mich vor Rom ... Man wird Dinge von mir verlangen - die über meine Kraft gehen ... Die einzige Möglichkeit der Rettung für mich wäre , daß ich draußen in der Welt eine Aufgabe fortsetzte ... Was ich Ihnen früher im Geheimen war , Graf , wenn ich es offen würde - und - sagen könnte - ... Der Graf horchte auf ... Treten Sie über ! ... Lassen Sie mein jahrelanges Werk endlich mit Erfolg gekrönt sein ! ... Thun Sie es öffentlich , so soll es mir nicht zu schwer werden , es meinen Obern so darzustellen , als wenn alles , was ich mir seither habe zu Schulden kommen lassen , nur ein Mittel war zu höherm Zweck ... Thun Sie es geheim , wohlan dann desto besser ... In diesem Fall würd ' ich Ihr Gewissensfreund bleiben , würde Ihr Wächter scheinen dürfen und könnte so fortleben , wie bisher - selbst unterm Schein , Priesterstand und was nicht alles verwirkt zu haben ... Oesterreich erhält die Weisung , meine Lage zu ignoriren - Piemont schützt uns ohnehin ... Werden Sie katholisch , Graf ! ... Graf Hugo brauste nicht auf und entsetzte sich nicht ... Es gab eine Stelle in seinem Innern , die von Terschka ' s Vorschlägen elektrisch berührt wurde ... Die Jesuiten waren ihm nicht der Katholicismus ... Religion nannte er übliche Sitte und Landesart ... Der geselligen Spaltungen , die in seiner