ihm aber - in Ihrem Interesse , Graf - so lange zu , bis ich , ohne Ihre dringende Abmahnung , diesen Gegenstand weiter zu verfolgen , ohne Zweifel der Wahrheit über den Schloßbrand auf den Grund gekommen wäre - ... Sie wußten , daß es ein Gauner war , sagte der Graf , und empfahlen ihn doch jenen Flüchtlingen , deren Partei ich nicht nehme , die aber , mein ' ich , einige brave Menschen in ihren Reihen zählen ... Empfahlen ihnen einen Kerl , der ganz gewiß jener Diener auf Westerhof war , Dionysius Schneid ja wol , für den Ihr alter Hubertus hätte verantwortlich gemacht werden müssen , wenn der alte Freund und zuweilen nicht zurechnungsfähige Protector Ihrer Jugend , einer unter Räubern zugebrachten Jugend , nicht damals mit dem Doctor - Klingsohr ja wol - entflohen wäre - ... Graf - ! unterbrach Terschka mit verdrossener Geberde und hielt , vorauseilend , beide Hände an seine Schläfe , als könnte er Dinge nicht hören , die - das Mal auf seinem Arm erglühen machten ... Nun , nun , beruhigen Sie sich nur ! rief ihm der Graf nach und folgte langsam ... Mein Vorwurf trifft nur die Möglichkeit , wie Sie Ihren Freunden in London einen notorischen Bösewicht haben empfehlen können ! ... Meine Freunde ! wiederholte Terschka und lachte ... Was ist , was war mir diese Freiheit Italiens ! Diese Aufstände , diese Bewegungen ! ... Ich bin zu Grunde gegangen an meinem Bedürfnis , andere froh und glücklich zu sehen ... Jesus , mein Ehrgeiz war schon da befriedigt , wenn ich unter dem Schein der Freundschaft so viele Jahre nur Ihr Bedienter war ... Protestiren Sie nicht , Graf ! ... Ich liebte die Geselligkeit , habe die Rechte , die sie gab , nie mißbraucht , ich lebte ihren oft sehr schweren Pflichten ... Sie haben es gesagt , das unglückliche Gespenst meiner geringen Herkunft ist es , das mich überall verfolgt ... Sie haben sich gut erinnern - ; ich gestand es Ihnen selbst - damals , als Sie sich von dem lieblichen - Kinde in Zara nicht trennen konnten ... Terschka sah den Eindruck seiner an dieser Stelle in Weichheit übergehenden Stimme am Stillstehen des Grafen ... Ein stürzendes Bergwasser begrenzte den Garten ... Eine Erlenbrücke führte hinüber ... Der Graf lehnte sinnend über die weißen Stämme dieser Brücke hinweg und blickte in die rauschende Flut ... Angiolina ! fuhr Terschka in melancholischem Tone fort ... Ach , wenn du , du noch lebtest ! ... Nie würde dein alter , verwitterter , lebensmüder Freund so tief ins Elend gerathen sein ! ... O , diese Zeiten ! ... Graf , oft hör ' ich sie noch im Geiste weinen und - lachen ... Wie sie lachen konnte - die Angiolina - wie sie halt wieder gut machte , was ihre Wildheit zerstört hatte ... O Graf , um Angiolinen schont ' ich ihren Bruder - noch vor drei Tagen sah ich ihr Bild wie zum Verwechseln vor mir - in den Zügen dieses - mir immer nur impertinent gewesenen Bruders - ... Sie sahen - Montalto ? erhob sich der Graf vom Geländer der Brücke ... Wo ? ... Er soll ja verwundet sein - ... So wissen Sie noch nicht , daß er in Coni beim Erzbischof ist ? ... Wer ? fuhr der Graf auf ... Benno von Asselyn ? - in - ? ... Coni ! Auf meiner Fahrt von Genua hierher begegnet ' ich ihm ... Vor wenig Tagen ... Ich glaubte damals nicht , daß er noch den nächsten Tag überlebt ... Aber er ist , verlassen Sie sich , in Coni - ... Der Graf gerieth in die höchste Aufregung ... Dachte er auch nur an die morgende Fahrt nach Coni , so war Grund genug vorhanden , sich zur Umkehr zu wenden ... Lassen Sie mir diese letzte Stunde ! bat Terschka und ergriff die Hand des Grafen ... Es ist die letzte - meiner Freiheit ! Graf , lassen Sie uns so nicht scheiden ! ... Ich bin eine elende Ruine , zu Grunde gerichtet , verloren ... Das ist mein Unglück , ich kann ohne die Vorsehung anderer Menschen , ohne eine Kette nicht leben ... O diese Kette - wie ist sie unendlich - und ach ! - wie schwer - ! ... Sie sind also in der That der Pater Stanislaus wieder ! ... sagte der Graf nicht ohne wärmeren Antheil ... Die Fessel ist dehnbar aber sie reißt - nie ! ... antwortete Terschka im Tone der Vernichtung ... Eine dumpfe Pause trat ein ... Eine öde Stille , ... Nur die Blätter der Bäume fingen mächtiger und mächtiger zu rauschen an ... Der Graf empfand die ganze Verwerflichkeit eines Ordens , den er schon lange gelernt hatte vom Katholicismus selbst zu unterscheiden ... Aber er empfand mit Terschka persönlich Mitleid ... Sie Aermster gehen also nach Rom ! ... Zum Gericht ! fiel Terschka ein ... Und kommen direct ? ... Von Genua - ... Da sahen Sie - Benno von Asselyn ! ... Auf dem Wege nach Coni ... Ich sprach ihn natürlich nicht ... Schon in Witoborn war er mein Todfeind ... Ich sah ja Armgart eben - auf der Altane ... Graf , es wird kühl ... Schließen Sie Ihr Kleid ... Armgart wird erstaunen - ihren Benno wiederzusehen - ... Die nächtlichen Wanderer standen am Eingang zu jenem mächtig sich ausdehnenden Eichenwalde , der die noch unzerstörte Einsiedelei des Eremiten barg ... Sie schritten in die sich mehrende Dunkelheit hinaus ... Eben gingen der Pfarrer und der Gemeindeälteste an ihnen vorüber und sprachen , als beide stillstanden und sie vorüberließen , ein : Salute ! ... Buon viaggio ! durfte der Graf erwidern , da die Wanderer bis zu ihrem Gebirgsthale eine weite Strecke hatten ... Terschka wandte sich abseits , um nicht erkannt zu werden ... In früheren