, mein Junge ! Alles wird gut werden . Den Hermogen habe ich nur nicht gut getroffen , er hat solch ein verdammtes Kreuz am Halse , wie wir beide , aber mein flinkes Messerchen ist noch scharf und spitzig . « - » Hi ... hi hi ... tri ... triff gut ... triff gut ! « - So verflüsterte des Doppeltgängers Stimme im Sausen des Morgenwindes , der von dem Feuerpurpur herstrich , welches aufbrannte im Osten . Eben war ich in meiner Wohnung angekommen , als ich zum Fürsten beschieden wurde . Der Fürst kam mir sehr freundlich entgegen . » In der Tat , Herr Leonard ! « fing er an , » Sie haben sich meine Zuneigung im hohen Grade erworben ; nicht verhehlen kann ich ' s Ihnen , daß mein Wohlwollen für Sie wahre Freundschaft geworden ist . Ich möchte Sie nicht verlieren , ich möchte Sie glücklich sehen . Überdem ist man Ihnen für das , was Sie gelitten haben , alle nur mögliche Entschädigung zu gewähren schuldig . Wissen Sie wohl , Herr Leonard , wer Ihren bösen Prozeß einzig und allein veranlaßte ? wer Sie anklagte ? « » Nein , gnädigster Herr ! « » Baronesse Aurelie ! ... Sie erstaunen ? Ja ja , Baronesse Aurelie , mein Herr Leonard , die hat Sie ( er lachte laut auf ) , die hat Sie für einen Kapuziner gehalten ! - Nun bei Gott ! sind Sie ein Kapuziner , so sind Sie der liebenswürdigste , den je ein menschliches Auge sah ! - Sagen Sie aufrichtig , Herr Leonard , sind Sie wirklich so ein Stück von Klostergeistlichen ? « - » Gnädigster Herr , ich weiß nicht , welch ein böses Verhängnis mich immer zu dem Mönch machen will , der ... « » Nun nun ! - ich bin kein Inquisitor ! - fatal wär ' s doch , wenn ein geistliches Gelübde Sie bände . - Zur Sache ! - möchten Sie nicht für das Unheil , das Baronesse Aurelie Ihnen zufügte , Rache nehmen ? « - » In welches Menschen Brust könnte ein Gedanke der Art gegen das holde Himmelsbild aufkommen ? « » Sie lieben Aurelien ? « Dies frug der Fürst , mir ernst und scharf ins Auge blickend . Ich schwieg , indem ich die Hand auf die Brust legte . Der Fürst fuhr weiter fort : » Ich weiß es , Sie haben Aurelien geliebt seit dem Augenblick , als sie mit der Fürstin hier zum erstenmal in den Saal trat . - Sie werden wieder geliebt , und zwar mit einem Feuer , das ich der sanften Aurelie nicht zugetraut hätte . Sie lebt nur in Ihnen , die Fürstin hat mir alles gesagt . Glauben Sie wohl , daß nach Ihrer Verhaftung Aurelie sich einer ganz trostlosen , verzweifelten Stimmung überließ , die sie auf das Krankenbett warf und dem Tode nahe brachte ? Aurelie hielt Sie damals für den Mörder ihres Bruders , um so unerklärlicher war uns ihr Schmerz . Schon damals wurden Sie geliebt . Nun , Herr Leonard , oder vielmehr Herr von Krczynski , Sie sind von Adel , ich fixiere Sie bei Hofe auf eine Art , die Ihnen angenehm sein soll . Sie heiraten Aurelien . - In einigen Tagen feiern wir die Verlobung , ich selbst werde die Stelle des Brautvaters vertreten . « - Stumm , von den widersprechendsten Gefühlen zerrissen , stand ich da . - » Adieu , Herr Leonard ! « rief der Fürst und verschwand , mir freundlich zuwinkend , aus dem Zimmer . Aurelie mein Weib ! - Das Weib eines verbrecherischen Mönchs ! Nein ! so wollen es die dunklen Mächte nicht , mag auch über die Arme verhängt sein , was da will ! - Dieser Gedanke erhob sich in mir , siegend über alles , was sich dagegen auflehnen mochte . Irgend ein Entschluß , das fühlte ich , mußte auf der Stelle gefaßt werden , aber vergebens sann ich auf Mittel , mich schmerzlos von Aurelien zu trennen . Der Gedanke , sie nicht wieder zu sehen , war mir unerträglich , aber daß sie mein Weib werden sollte , das erfüllte mich mit einem mir selbst unerklärlichen Abscheu . Deutlich ging in mir die Ahnung auf , daß , wenn der verbrecherische Mönch vor dem Altar des Herrn stehen werde , um mit heiligen Gelübden freveliges Spiel zu treiben , jenes fremden Malers Gestalt , aber nicht milde tröstend wie im Gefängnis , sondern Rache und Verderben furchtbar verkündend , wie bei Franceskos Trauung , erscheinen und mich stürzen werde in namenlose Schmach , in zeitliches , ewiges Elend . Aber dann vernahm ich tief im Innern eine dunkle Stimme : » Und doch muß Aurelie dein sein ! Schwachsinniger Tor , wie gedenkst du zu ändern das , was über euch verhängt ist ? « Und dann rief es wiederum : » Nieder - nieder wirf dich in den Staub ! - Verblendeter , du frevelst ! Nie kann sie dein werden ; es ist die heilige Rosalia selbst , die du zu umfangen gedenkst in irdischer Liebe . « So im Zwiespalt grauser Mächte hin und her getrieben , vermochte ich nicht zu denken , nicht zu ahnen , was ich tun müsse , um dem Verderben zu entrinnen , das mir überall zu drohen schien . Vorüber war jene begeisterte Stimmung , in der mein ganzes Leben , mein verhängnisvoller Aufenthalt auf dem Schlosse des Barons von F. mir nur ein schwerer Traum schien . In düstrer Verzagtheit sah ich in mir nur den gemeinen Lüstling und Verbrecher . Alles , was ich dem Richter , dem Leibarzt gesagt , war nun nichts als alberne , schlecht erfundene Lüge , nicht eine innere Stimme hatte gesprochen , wie ich sonst mich selbst überreden wollte . Tief in mich gekehrt , nichts außer mir bemerkend und