Ludwig Heydert , kurfürstlicher Hofgärtner zu Neu-Glienicke , sich bei Gelegenheit des vorerwähnten , in die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts fallenden Umbaues der Stolper Kirche durch eine reiche Beisteuer von 800 Talern derart wohlverdient gemacht hatte , daß ihm das Recht auf Anlegung einer Familiengruft in besagter Kirche bewilligt wurde . Martin Ludwig Heydert starb 1728 und bezog nun , als erster , die wahrscheinlich zu seinen Lebzeiten gebaute Gruft . Ob auch seine zwei Frauen hier beigesetzt wurden , stehe dahin ; jedenfalls aber fanden sein jüngster Sohn und eine seiner Schwiegertöchter ihren Platz an seiner Seite . Das erhellt mit Bestimmtheit aus einem in den Neubau der Kirche mit hinübergenommenen , von Gestalten des Todes und der Trauer eingefaßten Epitaphium , das der junge Heydert ( Joachim Ludwig ) zu nicht näher zu bestimmender Zeit dem Andenken seines Vaters Martin Heydert errichtete , bei welcher Gelegenheit neben dem etwas vorspringenden und mit des Vaters Grabschrift ausgefüllten Mittelfelde zwei reich ornamentierte Seitenfelder freigelassen wurden , in die dann später einerseits die Grabschrift des Sohnes , andererseits die der Schwiegertochter eingetragen werden sollte . Was auch geschah . Mit Hilfe dieser drei Grabschriften lesen wir jetzt die Geschichte der Familie Heydert von dem ihrem Andenken errichteten Steine herunter . Die Grabschriften selbst aber lauten wie folgt . Mittlere Grabschrift . Dieses Denkmal decket die Asche des weyland Herrn Herrn Martin Heydert , geboren 1656 in Rathe im Fürstenthum Oels in Schlesien . Hat im fürstlichen Garten ( zu Oels ) die Gärtnerei erlernt . Hernach von Churfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg aus Holland als Gärtner und Planteur nach Klein-Glienicke berufen , den 18. Februar 1686 . Ist gestorben im August 1728 . Er war zweimal verheirathet und zeugete fünf Söhne und drei Töchter , von denen zwei Töchter und der jüngste Sohn noch itzt am Leben sind . Dieser noch lebende jüngste Sohn hat nach seines Vaters letztem Willen dieses Denkmal setzen lassen . Grabschrift links . Allhier ruhet in Gott Frau Maria Margarethe Heydert geb . Kroocken ( wahrscheinlich Krogh ) geb . in Dänemark den 11. November 1715 , verwaist erzogen von ihrer Tante in Holland , verehelicht daselbst den 26. März 1752 mit Herrn Joachim Ludwig Heydert , nachher berufenen Königl . preußischen Oberhofgärtner , aus welcher Ehe eine Tochter entsprossen , die in ihrem ersten Jahre in Holland verstorben . Sie ( Frau Maria Margarethe ) endete ihr ruhmvolles Leben in christlicher Aussicht zur Ewigkeit zu Potsdam den 29. Dezember 1777 . Dies setz ' ich Dir in Lieb ' und Pflicht . Joachim Ludwig Heydert . Grabschrift rechts . Hier ruht die Asche des K. Hofgärtners Joachim Ludwig Heydert , 1716 am 8. August zu Klein-Glienicke bei Potsdam ( wo der Herr Vater als K. Gärtner und Planteur gestanden ) geboren . Den 21. April 1733 ist weiland derselbe in den Königlichen Gärten bei dem K. Hofgärtner Herrn Saltzmann in die Lehre getreten und Anno 1736 in die Fremde gegangen . Zuerst nach Sachsen und Kopenhagen ; dann nach Holland , wo derselbe 17 Jahre lang konditionirte , später aber von Ihro Majestät dem hochseligen Könige von Preußen , Friedrich II. , engagirt worden ist . Hat sich dreimal verheirathet und hinterläßt aus der letzten Ehe zwei Söhne . Gründer einer Stiftung , von deren Kapital die armen Kinder Freischule haben . Starb den 3. Januar 1794 . * Außer diesem Epitaphium und der dazu gehörigen Heydertschen Gruft fand man im Mittelschiff der Kirche noch ein zweites Gewölbe mit einem noch wohl erhaltenen eichenen Sarge . Der Sage nach sollte dies der Sarg der Frau des Hans oder Michael Kohlhaas sein , die , so hieß es in der Dorfsage , » mit fast fürstlichem Gepränge , auf einem mit schwarzem Tuche ausgeschlagenen Wagen , von Kohlhasenbrück nach Stolpe geschafft und in der dortigen Kirche beigesetzt worden sei . « Dieser Spinnstubengeschichte gegenüber hat Rentier Heydert , ein Nachkomme der in der Kirche zu Stolpe ruhenden Familie Heydert , darauf hingewiesen , daß sein Urgroßvater , der königliche Hof-und Obergärtner Joachim Ludwig Heydert , wie das Epitaphium mit seinen Inschriften auch hervorhebt , dreimal verheiratet gewesen sei , von dessen drei Frauen eine jede das Recht der Beisetzung in der Kirche zu Stolpe gehabt habe . Da nun aber für die dritte Frau schließlich kein Platz mehr in der ursprünglichen Familiengruft vorhanden gewesen sei , so sei noch diese Nebengruft gebaut worden . Eine Vermutung , die ihm durch den merkwürdigen Kopfputz der in dieser Gruft beigesetzten Frauenleiche bestätigt werde . Denn zwei der Heydertschen Ehefrauen seien Holländerinnen gewesen , die stets einen eigentümlichen Kopfputz getragen hätten . Und damit sei denn ein für allemal widerlegt , daß dies Nebengewölbe – jetzt zugeschüttet , während man das andere belassen hat – die Gruft der Kohlhasin gewesen sein könne . 58 1858 war , nach einem von Stüler herrührenden Plane , mit dem Bau der neuen Kirche begonnen worden und am 25. November 1859 wurde sie eingeweiht . Ein Querschiff scheidet das Langhaus vom Chor . Über der Durschschneidung ist der Turm , der mit seinen an den vier Ecken angebrachten gotischen Pyramidentürmchen zu dem romanischen Basilikenstil des Ganzen nicht recht paßt , aber in der Landschaft eine gute Wirkung macht . Die schön ausgeführte Sandsteinkanzel mit den vier Statuetten der Evangelisten , nimmt , neben dem Grabdenkmal der Familie Heydert , das künstlerische Interesse am meisten in Anspruch . * Früher umgab hier in Stolpe , wie überall , der Kirchhof die Kirche . Seit dem Umbau der letzteren aber ist der Kirchhof wegverlegt worden und hat sich , bei dem raschen Wachstum der Gemeinde , rasch mit Gräbern gefüllt . Auch die Nachbarschaft bestattet gelegentlich ihre Toten hier und der in der » Kolonie Wannsee « wohnhafte Zweig der Familie Begas hat ein offenes Erbbegräbnis auf dem Stolper Kirchhof . Ein von Strauchwerk und jungen Bäumen überwachsenes Eisengitter schließt einen geräumigen Platz mit zur Zeit zwei Grabhügeln ein . Der eine wird