, wo man schnell mit einer notwendigen Arbeit fertig sein wollte - und solche Stellen gabs immer - wurde auch gearbeitet . Die Zeit wurde in der Nacht - sowohl im Südtrichter wie im Nordtrichter - durch große automatisch tätige Scheinwerferuhren angezeigt . Aber dabei betätigten sich ein paar Hundert Scheinwerfer - sie standen immer unter besonderen Winkeln zueinander - und aus dieser Winkelstellung , die eine kurze Zeit unbeweglich im Trichter sichtbar blieb , entnahm der Pallasianer , wie spät es war . Als die Hälfte der Nacht beinahe vorübergegangen , befand sich Lesabéndio mit dem Führer Peka und dem Führer Labu im Centrum des Sterns . Und die Drei sprachen natürlich nur von dem großen Kronenturm , den Lesabéndio auf dem oberen Rande des Nordtrichters erbauen wollte . Peka und Labu lächelten zu dem Plan . » Woher die kolossalen Arbeitskräfte nehmen ? « fragten sie Beide . Peka wollte den Stern Pallas durch kristallinische , regelmäßige , säulenartig eckige , gradlinig feste , hart und starr aufstrebende Steingebilde verändern ; er brachte demnach seiner Wesensart entsprechend dem Plane des Lesabéndio wenig Wohlwollen entgegen und meinte : » Der Bau mit Kaddimohnstahl will mir nicht sehr gefallen ; ein kompakteres kantiges Baumaterial wäre mir lieber . « Labu interessierte sich dagegen mehr für den Überzug ; er wollte überall Glasur , Email , Stukkatur anbringen , um damit knorrige , wurzelartig dicke , kuppel- und schildartige Formen zu bilden ; er wußte nicht , was er bei dem Lesabéndio-Turm machen sollte . Lesabéndio erklärte dem Labu , daß er die Punkte , in denen mehrere Stahlstangen zusammentreffen mußten , doch im Kuppel- und Wurzelgeschmack verzieren könnte . Doch man begab sich bald , ohne sich über irgendetwas geeinigt zu haben , zur Ruhe . Die zweite Hälfte der Nacht und die erste Stunde des Tages pflegten die meisten Pallasianer zu schlafen . Während des Schlafes nahmen sie durch ihre Hautporen ihre Nahrung auf ; sie schliefen auf Pilz- und Schwammwiesen , die sich in den blauen und grauen Talschluchten und auf den blauen und grauen Höhenzügen der Trichterwände befanden ; diese nahrhaften Schwämme und Pilze wuchsen während des langen Tages wieder aufs neue . Bevor die Pallasianer einschliefen , bildete sich an ihrem Rücken ein Hautgewebe , das bei Eintritt der Müdigkeit sich nach beiden Seiten ausspannte und hoch oben über dem Körper sich zuschloß , sodaß sich der Körper des Schlafenden gleichsam in einem großen länglichen Ballonsack befand . In diesem Ballonsack rauchte der Pallasbewohner sein Blasenkraut , das an einem seiner links befindlichen Arme festgewachsen ist und an einem Wurzelende in den Mund gesteckt wird . Zieht der Mund nun den aromatischen Duft des Blasenkrautes ein , so kommen später durch die Nase und durch die Hautporen kleine Blasen durch , die in dem Ballon größer werden und an der Decke des Ballons haften bleiben . Die Blasen reinigen den Körper - und sie leuchten . Der Pallasianer leuchtet nicht mehr , wenn er schläfrig wird . Viertes Kapitel Es wird ein Traum des Lesabéndio erzählt . Danach wird geschildert , wie die Pallasianer erwachen und zuerst ihre Ballonhaut abschneiden , die in die Morgenluft emporsteigt . Lesabéndio fährt nach dem Erwachen in Pekas Atelier und sucht ihn für seinen Nordtrichter zu begeistern , es gelingt ihm das nicht ; und sie begeben sich in Labus Atelier , der den Sofanti späterhin in dessen Atelier auf die Idee bringt , den Lesabéndio-Turm mit transparenten Häuten zu umspannen . Lesabéndio spricht dann von der Bekämpfung der Müdigkeit , und zum Schluß wird die Auflösung eines Sterbenden geschildert . Lesabéndio träumte . Er sah , wie ihm plötzlich an der rechten und linken Schulter riesig lange Arme wuchsen . Und diese Arme bekamen viele große Krallen . Er flog in einer roten Luft und breitete die Arme nach beiden Seiten aus und versuchte dann , die Krallen vorn einander zu nähern . Da sah er , daß aus den Krallenspitzen große Ballons wurden . Und diese Ballons vergrößerten sich immerzu . Da er aber die Krallen doch nicht einander nähern konnte , so versuchte er , beide Krallenhände mit den Ballons seitwärts nach hinten zu werfen . Und das gelang . Und dabei schoß Lesabéndios Körper mit furchtbarer Geschwindigkeit nach vorn , sodaß die Arme ganz hinten blieben . Da fühlte er , daß er die Krallen bewegen konnte und daß hinten die Ballons weg waren . Da riß er die Arme ganz steif , ohne sie zu biegen , wieder nach vorn - und als sie vorn wieder so waren wie am Anfang , bildeten sich wieder die großen Ballons an den Krallenspitzen . Und er warf die Arme wiederum nach hinten , und sein Körper schoß abermals mit der größten Geschwindigkeit nach vorn . » Jetzt brauchen wir « , rief Lesabéndio im Traume , » die Bandbahnen und die Seilbahnen nicht mehr - so gehts ja viel schneller . « Doch nach diesen Worten erwachte der Träumer und sah über sich in der Ballonhülle , die seinen Körper umgab , oben die vielen Blasen , die vom Rauchen des Blasenkrauts herrührten , ganz groß und ganz weiß . Und er schnitt mit den scharfen Nägeln seiner größten Hände die Ballonhülle dicht am Körper ab . Und da stieg die Ballonhülle , von den Blasen getragen , in die helle Morgenluft empor und verschwand oben . Und ringsum stiegen auch die Ballonhüllen der andern Pallasianer in die Morgenluft empor . Die weiße Spinngewebewolke leuchtete wieder hoch über dem Nordtrichter . Und alle Pallasianer rieben sich die Augen und erwachten und sahen die weißen Felsen ringsum und auch die blauen und grauen . Lesabéndio sprang mit einem Satz auf die nächste Bandbahn und sauste in eine tiefe , ganz dunkelblaue Schlucht hinein und kam von dort in eine sechs Meilen hohe Höhle , die der Peka sein Atelier nannte . Hier gabs sehr sehr viele glatt polierte Felswände in allen möglichen Farben und mit vielen scharfen Ecken