leise eine Türe ins Schloß , und barfuß tastete jemand über ein knarrendes Brett und schloff heimlich und still ins warme Nest zurück und schaute noch eine Weile mit nachdenklichen Augen zur Decke hinauf . Dann drehte sich die Zenzi gegen die Wand und schickte den letzten Gedanken zwei Türen weiter , zur Ursula hinüber . » Wart , du Luada ! « sagte sie im Einschlafen . Viertes Kapitel Alle Dinge sind in der Nacht größer und schreckhafter wie am Tage ; und sie werden kleiner , wenn sie deutlicher zu erkennen sind . Das graue Morgenlicht zeigte dem Schormayer , daß hinter seinem gehabten Verdruß eigentlich nichts stand wie die Dummheit einer Weibsperson , die er niemals für gescheit genommen hatte . Und er hätte beim Aufwachen nicht einmal daran gedacht , wenn ihm nicht einige Nebenumstände die Erinnerung aufgerüttelt hätten . Denn wie er mit der Hand nach dem Nagel langte , an dem sonst seine Taschenuhr hing , fühlte er , daß sie nicht dort war ; und wie er sich ' s zurechtlegte , wo sie nur sein könnte , fiel es ihm ein , daß sie noch im Gilet stecken müßte ; und als seine Augen das Gilet suchten , lag es wieder nicht auf dem Stuhle , sondern auf dem Boden , unweit von einem Stiefel , der recht verlassen von seinem Kameraden dastand . Dieser Gefährte aber lehnte unwillig an der Türe neben einem zerknüllten Hute . Es war eine lange Geschichte , der man in der frühen Stunde nur langsam mit den Gedanken folgen konnte ; und erst an ihrem Ende kam die nächtliche Frechheit der Ursula . Der Schormayer überdachte Ursachen und Folgen des Auftrittes , und er wollte gerade finden , daß er sich von einigen anderen recht wenig unterschied , als es klopfte . » Was geit ' s ? « » D ' Kaffeesupp ' n is firti . « Das war eine fremde Stimme . Er richtete sich auf . » Han ? Was is ? « » Da Kaffee is firti . « » Wer is denn do ? « » I. « » Wer i ? « » Die Zollbrechtin . « » Jetzt schaug die amol o ! « brummte der Schormayer vor sich hin , und laut sagte er : » I wer nacha scho kemma . « » Jetzt schaug die amal o ! Is sie furtganga und hat ma dös Weibsbild als Aufsicht umag ' schickt ! « Er schloff in die Lederhose und verschob das Waschen auf später , um schneller in die Küche zu kommen . Von der Zollbrechtin wurde er mit geschwätzigem Eifer in Kenntnis gesetzt , daß die Ursula schon in aller Herrgottsfrühe bei ihr gewesen sei und sie gar schön gebeten habe , für einen Tag herüberzukommen und dazubleiben , bis sie , die Ursula , wieder heimkomme , und es sei schon möglich , daß es bis auf die Nacht dauern könnte ; und sie , die Zollbrechtin , hätte eigentlich die Zeit nicht gehabt , weil es daheim viel Arbeit gebe , aber weil die Ursula es gar so kreuznotwendig gemacht habe , könne sie auch nicht so sein , und sie hätte ihr den Gefallen getan wegen der guten Nachbarschaft , und überhaupt , und es solle ihr hoffentlich gelingen , daß sie es mit dem Kochen recht mache . Der Schormayer löffelte schweigsam den letzten Brocken Brot aus der Kaffeesuppe und trank die Schüssel aus , und indem er sich mit der Hand das Maul abwischte , fragte er die Zollbrechtin : » So ? Arbet hoscht viel dahoam ? « » Ja mei ! D ' Wasch soll i bögeln , und ' s Brot soll i bacha , und putz ' n müaßt i aa no vor ' n Sunntag ... « » Nacha gehst glei hoam ; es is leicht was vosamt . « » Aba bal i ' s do der Ursula vasprocha hab ? « Der Schormayer legte einige Nickelstücke auf den Tisch und schob sie der Zollbrechtin hin . » Sä , « sagte er , » dös is für ' s Kaffeekocha , und wann ' s amal auftrifft , daß i di brauch ' , nacha sag ' i dir ' s scho selm . « » Jetz dös is amal g ' spaßig : bal sie heunt no bei da Dunk ' lheit bei mir g ' wen is und koan Ruah geb ' n hot , bis i g ' sagt hab , daß i kimm ; und auf Ehr und Seligkeit , ho i g ' sagt ... « » Des sell machst mit da Urschula aus ; und jetz ' pfüad di Good ! « Die Zollbrechtin war gekränkt , und , wie es jeder Mensch zugeben muß , mit Recht ; denn für was holt man sie bei der nachtschlafenden Zeit heraus , und wenn sie hernach in der allergrößten Gutmütigkeit nachgibt , wäre es schier gar , als hätte sie um die Arbeit gebettelt , und sie wird für ihre gutnachbarliche Meinung hinausgeschmissen . Aber vielleicht holt man sie noch einmal ? Und vielleicht ist sie noch einmal so dumm und laßt daheim alles liegen und stehen ? Der erlebt was , der wieder so kommt . Adjä ! Und beim Hinausgehen rumpelte sie an den vollen Milcheimer an , den ein Weibsbild hereintrug . » Oha ! « sagte Zenzi und schaute der eiligen Person nach . » Bleibt d ' Zollbrechtin it do ? « fragte sie den Schormayer , der ihr den Rücken zukehrte und zum Küchenfenster hinausschaute . Er gab keine Antwort . » Wer hot an Schlüssel zu ' n Kella ? « » Am Tisch flackt a « , brummte der Bauer , ohne sich umzuwenden . » Soll i heunt Butta rühr ' n ? « » Was woaß i ? Mach dei Arbet , wia sinscht ! « Zenzi