halt scho guat bei die Jahr , « sagte er , » wie alt bischt denn jetzt , Muatta ? « Die Alte gab keine Antwort ; sie schaute wieder vor sich hin , und ihr Kopf sank herunter . » An achtasechz ' g Jahr ' werd sie sei , und g ' arbet hat sie viel , « sagte der Sohn . » Ja , g ' arbet hat sie viel , und acht Kinder hat sie bracht ; des setzt oan zua . Sie g ' fallt mi aba gar net ; sollt ' st dennerst an Pfarra hol ' n , Bauer . « » In Pfarrhof geh ' i net . Dös muaßt ' s scho selm toa ; oder schick umi ! « » Na geh ' n i selm , bal i abg ' spült hab . « Die Alte bewegte wieder die Lippen . » Wos hascht g ' sagt , Muatta ? « Die Schullerin ging zur Ofenbank und horchte aufmerksam . » Ja , ja , Muatta ! Hoscht scho recht . Sie sagt , sie is froh , bal ' s gar is . A so hat ' s koan Wert nimma , sagt sie . « Der Bauer legte den Löffel weg und ging in den Hof hinaus . » Andrä ! « » Wos geit ' s ? « » I nimm jetzt de zwoa Braun ' , und du spannst an Ochsen ei ! « Der Knecht führte zwei stattliche Pferde aus dem Stall ; der Schuller nahm das Leitseil und ging hinter ihnen her . Am unteren Ende des Dorfes holte er den Geitner ein . » ' ß Good , Schuller ! « » ' ß Good ! « » Wo geahscht hi ? « » An Schmidlacker ; Habern vorbaun . « » Wo ' s d ' an Klee g ' habt hoscht ? « » Ja . « » Jetzt geht ' s ja leicht mit ' n bau ' n , weil ' s nimma so trucka is . « » Es tuat ' s. « » Beim Kramer ham s ' g ' sagt , daß dei Muatta schlecht dro is ? « » Ja , sie hat ' s kloa beinand . Oan Tag oder zwoa , länger werd s ' kaam mehr leb ' n. « » Wia ' s halt is . Die Junga könna sterb ' n , und de Alt ' n müassen sterb ' n. « » Da ko ' scht nix macha . « » Hoscht du nix g ' hört , Schuller , wann de Bürgermoasterwahl is ? « » Na , koa Tag is no net g ' setzt , wia ' r i woaß . Im November werd s ' halt sei . « » Dösmal werst as du , Schuller . « » I reiß mi net drum . Mir werd ' s liaba an anderner . « » Wer denn ? Da Kloiber mag nimma . « » Vielleicht sagt er grad a so . « » Na , dös woaß i g ' wiß . Da Kloiber steht z ' ruck . « » Nacha könnt ' s ja an Hierangl nehma . « » I glaab it , daß ' s der werd . Er hat it viel Leut ' auf da Seiten ; bloß de , wo eahm was schuldi san . « » Aba da Pfarrer möcht ' n. « » Ja , weil er moant , daß er eahm helfat mit sein ' Turm , und weil er überhaupts allaweil z ' sammspinnt damit . Aba ' r auf ' n Pfarrer passen mir it auf . « » I sag ' da ' s schnurgrad , Geitner , mi freut ' s gar it . Bal i Burgermoasta waar , gang da Verdruß nimmer aus . Garaus mit ' n Pfarra . Er ko mi net schmecka , dös woaßt ja . Und z ' Erlbach san gnua , de wo zu eahm halt ' n ; nacha gab ' s allawei Zwidrigkeiten . Nehmt ' s an Hierangl , dös is viel g ' scheiter . « » Mi hamm ja no Zeit , Schuller ; aba dös derfst glaab ' n ; bal ' s mir nachgeht , werst as du . I bin auf deiner Seiten ; dös derfst g ' wiß glaab ' n. « » Is scho recht . ' ß Good ! « Der Schuller ging vom Weg ab zu seinem Acker ; wie er die Gäule am Pflug vorspannte , sah er dem Geitner nach und sagte vor sich hin : » Hättst mi gern ausg ' fragt , gel , Tropf schei ' heiliga ? Di kenn i guat . Wiah ! « Die Gäule zogen an ; unter der blinkenden Pflugschar wellten sich die Schollen . Daheim saß die alte Mutter noch immer unbeweglich in der Ofenecke und sah der Schwiegerin zu , welche die Stube aufräumte . Das ging flink mit rüstigen Armen . So hatte die Alte auch einmal gearbeitet und geschaltet im Hause . Dann waren langweilige Tage gekommen , und sie hatte gespürt , wie unnütz ein Leben ohne Arbeit ist . Hohes Alter ist kein Segen . » Du sollst dein Brot verdienen im Schweiße deines Angesichts . « Das ist für die Bauernleute geschrieben , denen die Hände schwer werden beim Rasten . Und die Alte fürchtete sich nicht vor dem Sterben ; das hatte sie sich oft gewunschen , nicht aus Verzweiflung oder aus Trübsinn , sondern weil es recht ist , zu gehen , wenn das Bleiben keinen Wert hat . Der jüngste Bub der Schullerin kam lärmend herein . Die Bäuerin wehrte ihm ab . » Geh aussi , Xaverl , du hoscht do herin nix z ' toa . Siegscht it , daß d ' Großmuatta krank is ? « » Muaß