so etwas fragst « , erwiderte er ernst . » Wirst ' s nicht ? « fragte sie ruhig , mit Beharrlichkeit . » Die Weiber in unserem Stand sind geschlagen genug mit Sorge , Arbeit und kleinen Kindern « , sprach er mitleidig vor sich hin . » Kleine Kinder ? « fragte sie erschreckt aufhorchend . » Na ja , glaubst , sie kommen schon so groß auf die Welt und so schön wie du ? Bis sie so werden , denk nur zurück , kosten sie viel Sorg und Pflege . « » Ich mag aber keine kleinen Kinder « , flüsterte sie trotzig . » Auch recht ! « schrie der Leopold übermütig und lachte wie toll in das junge blühende Gesicht . » Wenn du mir das alles versprichst , dann heirate ich dich « , sagte sie ernst und setzte sich wie vor Jahren auf seinen Schoß und lehnte ihren Kopf an seine Schultern . » Goldfuchs ! Wer würde nicht der bravste Mann , wenn er so ein schönes Mädel zum Weib kriegt ; gut sollst du es haben bei mir wie keine in der Blauen Gans ! « Vier Wochen später war die Hochzeit , und Leopold dachte schmunzelnd zurück an die drollige Verlobung am Brunnen , und darum hielt er seine Lene so fest an der Hand , damit der Kindskopf nicht fortlaufe , damit sie ihm keiner mehr nehmen könne ... Ah , bah ! Jetzt waren sie ja wirklich Mann und Frau , jetzt gehörte sie ihm an , er schlug seinen Arm um ihren Leib und drückte sie fest an sich , sie aber blinzelte hinauf zu ihm und wisperte : » Aber Leopold ! Du tust mir weh ! « Und sie kicherte schon in dem Augenblicke , als sich der Pfarrer umwendete und hinausschritt . » O du ! ... du meine ! Ich möcht dir dein Lebtag nicht weh tun « , sagte der junge Ehemann fast zu laut und küßte sie schallend auf die roten , vollen Lippen . » Zerzaus mich nicht , Leopold « , lispelte sie geziert und zog den Schleier über das feingefärbte Gesicht , ordnete ihre Locken und das dünne lange Kleid , dann erst horchte sie selbstgefällig zu den Nachbarn hin , die ihre Glückwünsche darbrachten . » Jetzt geht die ganze Hochzeit in die Sakristei , dort wird die ganze Hochzeit eingeschrieben , und nachher wird gegessen , getrunken und getanzt ! « rief der Laternenanzünder und streckte sich in seiner vollen Länge . Der alte Dragoner führte heute das große Wort , er war ja Brautvater , war Vormund und Beistand , er hatte zu dieser Feier sogar seine alte Uniform herausgesucht . » Wie eine Prinzessin schaut das Mädel aus ! « brummte er vor sich hin . » Gelt , Laternanzünder , ich hab ' s erraten mit dem Goldfuchs ? « » Ob es aber so gegangen wäre ohne mein Dreinreden ? « fragte der Laternenanzünder . Der Leopold nickte dankbar , zog den Arm der Lene in seinen und führte sie aus der Kirche . Draußen stand der Nachbar Krippelmacher mit seinem Sohne , sie hatten ihre Geigen mit , und noch ein dritter Musikant war dabei , der blies die Klarinette , daß es jedem durch Mark und Bein ging ; alle drei empfingen die Hochzeiter mit einem lustigen Marsch , dann stellten sie sich an die Spitze und gingen musizierend dem Zuge voran in die Blaue Gans . War das eine Herrlichkeit ! Die große Waschküche war zum Speisesaal und Tanzsaal mit bunten Öllämpchen , Tannenreisig und weißem Zeug hergerichtet , der glitzernde blanke Sand auf der Diele knirschte , und als sie nach der großen Esserei die Tische beiseite rückten und zu tanzen begannen , da liefen alle Nachbarn aus den nächsten Häusern herbei zu den Fenstern , machten lange Hälse und guckten hinein zu den lustigen Hochzeitsleuten . Der junge Hausherrnsohn , der fast immer mit den Strohschneidermädeln herumzog , und noch ein zweiter leichtsinniger Mann , der geschieden von seiner Frau lebte und seines Vaters Geld vertat , die beiden gingen frischweg hinein , schüttelten dem Leopold die Hand , fragten nach seiner Braut und schauten sich alle die anderen hübschen Mädchen an . Der junge Ehemann holte sein Weib , und wie sich das Paar fast ganz allein bei dem Ehrentanz drehte , die mädchenhafte Frau sich so biegsam und lässig bewegte und mit halbgeschlossenen Augen auf den Arm ihres Mannes stützte , da kam es den neuen Gästen vor , als hätten sie die Lene noch nie gesehen . » Du , wie ist denn die so in die Höhe geschossen , ohne daß wir sie bemerkt haben ? « lallte der Jüngere . » Ward uns weggeschnappt ! « erwiderte sein Begleiter . Gleich nachdem der Walzer vorbei war , bot der Leopold seiner Frau einen Stuhl , er trocknete sich die Stirn , küßte die Lene auf die Schultern und lief zu den Musikanten hinüber , die zwei Nachtschwärmer aber drängten sich hinter die Braut . » Das schönste Mädel , das ich mein Lebtag gesehen hab ! « flüsterte der bartlose Bursche , jedoch so laut , daß es die Lene hören mußte . » Aber Franz , Frau ! Frau , mußt du sagen . Die hätte einen Ganzen kriegen können , nicht so einen Dreiviertelmann , der sich anschaut wie ein Vogelschrecker im Saatfeld , an dem die leeren Ärmel herumfliegen , wenn der Wind geht « , spottete der andere . Die Lene blickte zu ihrem Manne hin und schrak zusammen , dann wandte sie sich nach den beiden um , ließ einen langen Blick über die Eindringlinge gleiten und zuckte die Achseln bedauernd und aburteilend . Als der Leopold kam , hängte sie sich an seinen Arm und sagte so laut , daß es die beiden als Antwort nehmen konnten : » Führ mich bald heim , es