, hab ich mir gedacht , soll er . « » Hast recht , Kleebinderin . Ich kann nit anders sagen , als daß du recht hast . Er is a braver Bub und gönnt dir , als seiner Mutter , ja auch alles Gute . « » Das tut er . Der liebe Gott mag ihm ' s lohnen . « » Amen ! « sagte die alte Resl , dann deutete sie nach der oberen Lade eines breiten Wäschschrankes . » Gelt , jetzt is wohl wieder Geld da drein , wie der alte Kasten schon seit viel Jahr nimmer beisamm gsehn hat ? « » Es is schon eins drein « , sagte die Kleebinderin , vom Ellbogen auf die Hände dazu beteuernd schüttelnd , » ich sag nit , daß keins drein wär , aber so viel , wie du vermeinst , mein liebe Matznerin , wohl nit ! Mußt ja bedenken , daß aus ' n harten Zeiten her noch Schulden zu zahlen waren , und was ' s Arbeitszeug kost und d ' Farben , wie hoch d ' Fracht z ' stehn kommt , und was einm d ' Steuer abbricht , Jesus , du mein ! « Sie beugte sich , beide Hände auf die Knie gestützt , vor und sprach zur Diele hinab . » Kannst mir ' s glauben , wann d ' besten Freund kämen , nit ein Heller hätten wir zu verleihen . « » Mein liebe Kleebinderin , wer so gut als ich weiß , wie einm nach nothafter Zeit jeder zruckglegte Groschen anlacht , dem leidt ' s d ' Freundschaft nit , daß er davon borgen kommt . Mußt also nit meinen , ich hätt an dein Geldtruhen klopfen wolln . « » Glaub ' s eh nit , bist ja von je a Sparmeisterin gwest . « » Mußt auch nit glaubn , ich vermut gar so viel bei dir . Gott sei Dank , Rechnen hab ich noch nit verlernt . Es is wahr , ös habts jetzt ein schön Einkommen , und der Muckerl is rechtschaffen fleißig , aber dafür will er halt auch sein Aufheiterung haben , wie ja billig is ; doch das leucht einm ein , daß du kein Haus sparen kannst , bei dem Aufwand , den er macht . « » Mein Muckerl ? ! « » Na ja , und es wird ihm ' s auch niemand verdenken , daß er sein jung Lebn gnießt und sich wie andere Bursche mitn Schatz ins Wirtshaus setzt . « » Mein Muckerl ? mit ein Schatz ? « » Und sauber is die Zinshofer Helen , da laßt sich nix sagn . « » Die Zinshofer Dirn ? « » Und gegen d ' Armut , die s ' plagt , kommt ja der Muckerl auf . Schand macht s ' ihm keine , sie kann sich sehn lassen neben ihm , wie er s ' jetzt hrausputzt hat von Kopf bis zun Füßen . « » Von Kopf bis zun Füßen , sagst ? Oh , der scheinheilige Lotter ! Und ich wüßt um die ganze Gschicht nit einmal von Füßen an , wenn nit das kecke Mensch , um mich z ' ärgern , die Schuh und Strümpf gwiesen hätt , die er ihr kauft hat . « » Jesses ! - So ein Unbedacht ! - Heilige Mutter Anna ! - Hätt ich nur nix gsagt ! « Die alte Resl legte nach jedem dieser An- und Ausrufe die Hand vor den Mund , aber nur , um sie sofort wieder wegzunehmen , und nach dem letzten faßte sie nach den Händen von Muckerls Mutter . » Mußt mir nit bös sein , Kleebinderin . « » Ich muß dir wohl danken « , entgegnete diese niedergeschlagen , » daß du mir noch heut rechtzeitig damit ins Haus kommen bist und ich nit morgen vor alln Leuten im Ort ein Narren gleich schau . « » Nimm ' s nit übel , Kleebinderin , daß ich ' s frei bered ; mir is gleich die Sach nit recht richtig vorkommen , und ich mocht schwer daran glauben , aber sag selber , mußt ich nit ? Konnt ich mir denn denken , du wüßtest um nix ? Freilich war mir ratselhaft , wie sich ' s hat schicken mögen , daß dir mit einmal d ' Zinshoferschen Leut recht sein , die du nie hast leiden mögen ! « » Nach all dem , heut weniger wie je . Jesses , der gottlos Bub ! « » Aber was wahr is , Kleebinderin , is wahr , d ' Schönste hätt er an ihr . « Die Kleebinderin wies mit der Hand alle Schönheiten entschieden von sich . » Ja , ich an deiner Stell gäb auch nix drauf . Dein Bub is a braver Bub , ein guter Bub , aber d ' Schönheit plagt ' n just nit , und nebn der Zinshofer Dirn kommt er gar nit auf . Heirat ein Mann z ' tief unter sein Vermögen , is er seiner Wirtschaft feind , betrat er z ' hoch über sein Schönheit , is er ' s seiner Ruh . « » Mein liebe Matznerin , das is a dalket Reden ! Für mein Bubn is mer d ' Schönste grad sauber gnug , und wär d ' Zinshofer Dirn nur anderer Leut Kind , so sorget ich nit . « » Verzeihst schon , aber soviel wie du von deinm Muckerl kann auch die Zinshofer von ihrer Helen halten , denn jede Mutter hat ' s schönste Kind , und die Alte achtet ' s wohl für kein Gnad , die vom Himmel fallt , wann dein Sohn ihr Dirn zum Weib nähm ! Mein liebe Kleebinderin « ( diese Ansprache überzuckerte jedesmal eine bittere Pille , die eine Alte der andern einzugeben Lust hatte ) , » halt du