einzige befolgen . Das Kätzlein weiß gar nicht , wie der Maus zumute ist . Stell ' dich an meinen Platz in Gedanken , weg von deinem Geld und deinem Anwesen , zu einer Mutter , für die du arbeiten und etwas verdienen möchtest . Kannst du das ? « » Ganz leicht . « » Wir wollen gleich sehen . Sag ' mir nur , ob man da nur lachen und gehen kann , wenn sich auch das Ehrgefühl niemals regen sollte ? « » Aber so als Ladenschneider hast du doch keinem Menschen etwas nachzufragen , wenn du nur deine Sache gehörig machst . « » Als den Bauern , allen Kunden und dem Krämer und der Zusel . Aber schon an der hätte einer genug . Das ist dir eine , viel , viel ärger als drei Wochen Zahnweh . Wenn dich der Alte - denn Vetter mag ich ihn nicht mehr nennen - lange genug gebügelt und geschert hat , fährt auch sie noch daher auf ihrem Hochmut und läßt es mich jeden Augenblick empfinden , daß ich nicht der Hansjörg bin , für den sie ganz ein anderes und ein recht liebliches Paar Augen gehabt hatte . Aber das ist jetzt aus . Ins Haus geh ' ich nicht mehr , aber noch einmal bis vor die Tür , um dem Pfau diese Schalen da zu streuen . Sie wär ' nach dem Brauch noch zu jung für den Jungfrauenstuhl , drum wird das unseren Biggel nicht wenig ärgern . « » Und was willst du dann ? « fragte Hans ernst . » Was ich kann . « » Jetzt gibt ' s Arbeit genug , wenn einer nicht nur schimpfen , sondern auch schaffen will . Du hast dich freilich an die Stube gewöhnt , und nicht jeder , der einen Knecht oder Tagwerker braucht , würde dich gleich anstellen wollen . Komm nach den Feiertagen zu mir . Man kann dich nicht auf der weiten Gasse lassen . « Hans hatte ungewöhnlich entschieden gesprochen , gerade so , als ob jemand das Gegenteil sagte . Es war ihm auch wirklich , als ob er schon das Kopfschütteln seiner Mutter sehe , an die auch seine letzten Worte gerichtet waren . Jos sagte bei weitem nicht so schnell und freudig ja , als Hans wohl erwartet hatte . » Bei mir « , fing der reiche Bauer wieder an , » bei mir wirst du es dann wohl aushalten können , und Zuseln , die dir böse Augen machen und dich quälen , gibt es auch keine . Die Mutter kümmert sich nicht mehr gar so um alles wie früher , Dorothea aber , die Magd , ist so gut und brav , daß du sicher mit ihr zufrieden bist . « » Das glaub ' ich von Herzen gern « , sagte Jos mit einem Seufzer . » Gewiß erleb ' ich in deinem Hause nur Liebes und Gutes , aber es kann einem zuweilen auch das Heilsamste und Kräftigste ungesund sein , wenn es zur unrechten Zeit genommen wird . « » Zu stolz wenigstens « , bemerkte Hans etwas streng , » wird dir des armen Mathisles Dorothea hoffentlich nicht vorkommen ; aber ich weiß gar nicht , wie du da meinst ? « » Honig , zum Beispiel « , sagte Jos , » paßt viel weniger auf den Hemdkragen als auf das Butterbrot « . Jetzt war Hansens Geduld zu Ende . Er meinte es doch so herzlich gut mit dem sonderbaren Trotzkopf . Sogar den lieben Hausfrieden setzte er seinetwegen aufs Spiel , denn es war nicht zu erwarten , daß die Mutter es mit ihm auch habe wie mit dem Krämer , den sie früher gar nicht leiden konnte , der aber jetzt ein Mann ganz nach ihrem Herzen war , so daß Hans ohne seinen Rat kaum eine Ziege kaufen durfte . Hans wenigstens erwartete einen tüchtigen Verweis , daß er so einen ungeübten Knecht ins Haus bringe , einen Menschen überdies , den sie nun einmal nicht leiden könne . Dafür aber hatte er von dem dienstlosen Schneiderlein gerade keinen Dank , doch wenigstens ein freudiges Ja gehofft . Und nun waren solche schlechte Späße der Dank und die Antwort . » Der Teufel « , fuhr er auf , » oder wer sonst Lust hat , mag da dein dummes Gerede deuten und erlesen . Ich will jetzt ganz kurz und gut wissen , ob du am Dienstag kommst oder nicht . « » Ich komme « , sagte Jos , und man konnte ihm dabei leicht anhören , wie wohl ihm wurde , als er endlich mit sich selbst eins geworden war . » Und warum « , fragte Hans , » kommt das denn gar so schwer , daß man fast meinte , man müsse es mit einer Steinschraube heraufwinden ? « Das kam dem guten Burschen in diesem Augenblicke so unerwartet und griff dabei so tief , daß er in der Eile nur eine andere , scheinbar gar nicht hierher gehörige Frage hervorzubringen vermochte : » Sagst du mir auch , für welches Mädchen du die Schalen da bekommen hast , nachdem ich gegen dich so offen gewesen bin ? « » Von Herzen gern « , antwortete Hans fröhlich , » die sind für Dorotheen , die Magd . Die Wirtin hat also ganz umsonst gefürchtet , es könnte Händel geben ... Solche Späße machen wir immer , und du glaubst gar nicht , wie kurzweilig das dann ist . « » Ich kann es mir wohl einbilden « , sagte Jos leise . Hans aber fuhr munter fort : » Ihr Namenstag fällt in eine Zeit , wo es weder Blumen noch frisches Laub gibt . Ich und der alte Knecht aber , ein herzguter Kerl und nicht so ein Kopfhänger wie du heute , wir haben uns gleich zu helfen gewußt . Wir wollten ihr zeigen ,