verfertigt wurde , weil sie einmal solche Fichten und Tannen gewesen waren . Ich fragte den Vater , wenn wir durch die Stadt gingen , wer die große Kirche des heiligen Stephan gebaut habe , warum sie nur einen Turm habe , warum dieser so spitzig sei , warum die Kirche so schwarz sei , wem dieses oder jenes Haus gehöre , warum es so groß sei , weshalb sich an einem andern Hause immer zwei Fenster neben einander befänden , und in einem weiteren Hause zwei steinerne Männer das Sims des Haustores tragen . Der Vater beantwortete solche Fragen je nach seinem Wissen . Bei einigen äußerte er nur Mutmaßungen , bei anderen sagte er , er wisse es nicht . Wenn wir auf das Land kamen , wollte ich alle Gewächse und Steine kennen , und fragte um die Namen der Landleute und der Hunde . Der Vater pflegte zu sagen , ich müßte einmal ein Beschreiber der Dinge werden , oder ein Künstler , welcher aus Stoffen Gegenstände fertigt , an denen er so Anteil nimmt , oder wenigstens ein Gelehrter , der die Merkmale und Beschaffenheiten der Sachen erforscht . Diese Eigenschaft nun führte mich , da ich auf dem Lande wohnte , in eine besondere Richtung . Ich legte die Mathematik weg , und widmete mich der Betrachtung meiner Umgebungen . Ich fing an , bei allen Vorkommnissen des Hauses , in dem ich wohnte , zuzusehen . Ich lernte nach und nach alle Werkzeuge und ihre Bestimmungen kennen . Ich ging mit den Arbeitern auf die Felder , auf die Wiesen und in die Wälder , und arbeitete gelegentlich selber mit . Ich lernte in kurzer Zeit auf diese Weise die Behandlung und Gewinnung aller Bodenerzeugnisse des Landstriches , auf dem ich wohnte , kennen . Auch ihre erste ländliche Verarbeitung zu Kunsterzeugnissen suchte ich in Erfahrung zu bringen . Ich lernte die Bereitung des Weines aus Trauben kennen , des Garnes und der Leinwand aus Flachs , des Butters und des Käses aus der Milch , des Mehles und Brotes aus dem Getreide . Ich merkte mir die Namen , womit die Landleute ihre Dinge benannten , und lernte bald die Merkmale kennen , aus denen man die Güte oder den geringeren Wert der Bodenerzeugnisse oder ihre nächsten Umwandlungen beurteilen konnte . Selbst in Gespräche , wie man dieses oder jenes auf eine vielleicht zweckmäßigere Weise hervorbringen könnte , ließ ich mich ein , fand aber da einen hartnäckigen Widerstand . Als ich diese Hervorbringung der ersten Erzeugnisse in jenem Striche des Landes , in welchem ich mich aufhielt , kennen gelernt hatte , ging ich zu den Gegenständen des Gewerbfleißes über . Nicht weit von meiner Wohnung war ein weites flaches Tal , das von einem Wasser durchströmt war , welches sich durch seine gleichbleibende Reichhaltigkeit und dadurch , daß es im Winter nicht leicht zufror , besonders zum Treiben von Werken eignete . In dem Tale waren daher mehrere Fabriken zerstreut . Sie gehörten meistens zu ansehnlichen Handelshäusern . Die Eigentümer lebten in der Stadt , und besuchten zuweilen ihre Werke , die von einem Verwalter oder Geschäftsleiter versehen wurden . Ich besuchte nach und nach alle diese Fabriken , und unterrichtete mich über die Erzeugnisse , welche da hervorgebracht wurden . Ich suchte den Hergang kennen zu lernen , durch welchen der Stoff in die Fabrik geliefert wurde , durch welchen er in die erste Umwandlung , von dieser in die zweite , und so durch alle Stufen geführt wurde , bis er als letztes Erzeugnis der Fabrik hervorging . Ich lernte hier die Güte der einlangenden Rohstoffe kennen , und wurde auf die Merkmale aufmerksam gemacht , aus denen auf eine vorzügliche Beschaffenheit der endlich in der Fabrik fertig gewordenen Erzeugnisse geschlossen werden konnte . Ich lernte auch die Mittel und Wege kennen , durch welche die Umwandlungen , die die Stoffe nach und nach zu erleiden hatten , bewirkt wurden . Die Maschinen , welche hiezu größtenteils verwendet wurden , waren mir durch meine bereits erworbenen Vorkenntnisse in ihren allgemeinen Einrichtungen schon bekannt . Es war mir daher nicht schwer , ihre besonderen Wirkungen zu den einzelnen Zwecken , die hier erreicht werden sollten , einsehen zu lernen . Ich ging durch die Gefälligkeit der dabei Angestellten alle Teile durch , bis ich das Ganze so vor mir hatte und zusammen begreifen konnte , als hätte ich es als Zeichnung auf dem Papier liegen , wie ich ja bisher alle Einrichtungen solcher Art nur aus Zeichnungen kennen zu lernen Gelegenheit hatte . In späterer Zeit begann ich , die Naturgeschichte zu betreiben . Ich fing bei der Pflanzenkunde an . Ich suchte zuerst zu ergründen , welche Pflanzen sich in der Gegend befänden , in welcher ich mich aufhielt . Zu diesem Zwecke ging ich nach allen Richtungen aus , und bestrebte mich , die Standorte und die Lebensweise der verschiedenen Gewächse kennen zu lernen und alle Gattungen zu sammeln . Welche ich mit mir tragen konnte , und welche nur einiger Maßen aufzubewahren waren , nahm ich mit in meine Wohnung . Von solchen , die ich nicht von dem Orte bringen konnte , wozu besonders die Bäume gehörten , machte ich mir Beschreibungen , welche ich zu der Sammlung einlegte . Bei diesen Beschreibungen , die ich immer nach allen sich mir darbietenden Eigenschaften der Pflanzen machte , zeigte sich mir die Erfahrung , daß nach meiner Beschreibung andere Pflanzen in eine Gruppe zusammen gehörten , als welche von den Pflanzenkundigen als zusammengehörig aufgeführt wurden . Ich bemerkte , daß von den Pflanzenlehrern die Einteilungen der Pflanzen nur nach einem oder einigen Merkmalen , zum Beispiele nach den Samenblättern oder nach den Blütenteilen gemacht wurden , und daß da Pflanzen in einer Gruppe beisammen stehen , welche in ihrer ganzen Gestalt und in ihren meisten Eigenschaften sehr verschieden sind . Ich behielt die herkömmlichen Einteilungen bei , und hatte aber auch meine Beschreibungen daneben . In