etwas abzumärten sein ; es könnte nicht begreifen , wie Trini zu Bohnen käme , von denen es noch nichts gehört . Unterdessen war Johannes mit dem Schwager im Stall gewesen und hatte ihm alle Herrlichkeit gezeigt . Es war mehr als ein Pferd herausgenommen worden , und Johannes hatte gesagt , er hätte so und so viel lösen können , aber er gebe es nicht , es müsse ihm wenigstens zwei Dublone mehr gelten . Dann war der Schwager ringsum gegangen , hatte es billig gerühmt , sich aber nicht enthalten können , so mit einigen Winken zu verstehen zu geben , daß er auch Augen im Kopfe habe . Etwas mehr Kuttlen würden ihm nichts schaden , sagte er ; wenn das Zeichen etwas kleiner wäre , so würde es ihm wohl anstehen , und wenn es die Ohren etwas näher beieinander hätte , so glaube er , er würde lösen , was er wollte . Von da waren sie zu den Kühen gekommen . Johannes erzählte , wie lange jede trage und wie viel Milch jede gebe und was die und jene ihn gekostet und wie bsunderbar glücklich mit dieser und jener er gewesen . Unterdessen waren des Schwagers Blicke durch einen jungen schönen Schwarzkleb gefesselt worden . Von diesem zog er , wie im Vergeß , die genaueste Erkundigung ein und frug endlich um den Preis desselben . Johannes sagte , der sei ihm eigentlich gar nicht feil , und wenn er ihm nicht so und so viel gelte , so gebe er ihn nicht fort . Der Schwager sagte , das sei viel zu viel . Es sei wohl ein braves Rind , aber er hätte noch viel brävere gesehen ; es sei wohl schwer im Kopf und habe kein schönes viereckiges Uter , aber es kalbere ihm gar anständig . Es gingen ihm zur selben Zeit gerade zwei Kühe gust , und da müsse er etwas Frisches einstellen , das Milch gebe , sonst gäbte es Lärm im Hause . Sie märteten lange miteinander , märteten bis an einen Neuentaler Unterschied , aber da wollte Keiner mehr nachgeben und der Handel zerschlug sich . Hingegen bestellte der Schwager das Kalb davon , wenn es ein Kuhkalb sein sollte , und Johannes versprach , das sollte er nicht zu teuer haben , sondern ungefähr so , wie es Kauf und Lauf sei . So war der Nachmittag vergangen , und Trini suchte den Mann , um ihn an die Abreise zu mahnen . Man redete ein , wie früh es sei , und sie sollten noch in die Stube kommen . Als Eisi immer nötlicher pressierte , verstund man sich dazu . Drinnen stund wieder die stattliche Kaffeekanne , eine mächtige Ankenballe , Küchli , schön weißes Brot , Honigwaben , Kirschmus , Käse , Hamme und süßer Zieger . Trini schlug fast die Hände über dem Kopf zusammen und fragte : Was Eisi doch auch sinne ; sie hätten ja erst zu Mittag gegessen , es düechs , es möchte es noch mit dem Finger erlängen und könnte es machen bis morndrist zAbe . Wenn sie zu ihnen kämten , so könnte es ihnen einmal nicht so aufwarten ; es wüßte nicht , wo es dasselbe nehmen sollte . Aber Eisi sagte , es wolle ihns nur ausführen , denn das Aufwarten hätte es bei ihm gelernt ; wenn man bei ihnen wäre , so käme man ja den ganzen Tag nicht vom Essen weg . Nachdem sich in der Tat noch hie und da ein Plätzchen für ein Küchli oder eine Ankenschnitte gefunden , nachdem die Kaffeekanne der Weinflasche Platz gemacht , auch dieser trotz vielem Weigern zugesprochen und noch Gesundheit gemacht worden war , bestieg man das schon lange bereitstehende Wägeli . Trini mußte dreimal ansetzen und Johannes den Sitz auf der andern Seite halten , ehe es oben war ; dann wurden die Kinder aufgepackt , aus deren Säcken noch Stücke Brot sahen , und endlich stieg der Schwager nach . Wohin der eigentlich sollte , begriff niemand , bis er mitten in die Andern hineinplumpte . Es war fast , als ob ein Kindlifresser da hinaufgefahren ; denn hinter seiner breiten Gestalt verschwanden die Kindlein , nur hie und da streckten sich Ärmchen hervor , die fast aussahen , als ob sie direkt aus seinem Bauche kämen . Es gab viel Wegräumens , und später wurde zu Nacht gegessen , als sonst der Brauch war . Während demselben sagte Johannes : » Mutter , du mußt uns die Laterne rüsten ; Uli und ich müssen diese Nacht dem Kleb wachen , es gibt ein Kalb , ehe es Morgen ist . « Uli sagte , ds Michels Hans hätte ihm versprochen , diese Nacht wachen zu helfen , und wenn es bös gehen sollte , so sei es immer noch früh genug , den Meister zu wecken . Der Meister aber sagte , er solle dem Hans nur absagen ; er hätte nicht gerne , wenn man fremde Knechte unnötigerweise und ungefragt brauche . Michel habe morgen Hans nötig , und man erfahre es alle Tage , was ein Knecht , der nicht geschlafen habe , wert sei . Uli meinte , so könnte ja sein Nebenknecht wachen helfen . Diesmal sei er lieber von Anfang an selbst dabei , sagte der Meister . Es sei das letztemal bös gegangen , er möchte diesmal davor sein . Uli mußte den Meister haben . Drittes Kapitel Eine Kinderlehre während der Nacht Nachdem sie draußen im Stalle die Laterne aufgehängt hatten , den Pferden über Nacht gegeben , streute der Meister selbst dem Kleb noch , der unruhig hin-und hertrappete und in seiner Unruhe nicht liegen konnte , und sagte : Es gehe wohl noch eine Stunde oder zwei ; sie wollten hinaus auf das Bänkli sitzen und noch ein Pfeifchen rauchen , der Kleb werde sich schon künden , wenn es Zeit sei . Es war eine lauwarme Nacht , halb