, ,Kauuft du deuu gleich so ohne weiteres fort , Hede ? , ,Ia ! sagte sie dumpf . , ,Aber es wird dir gewiß schwer ? , ,Du bist doch meiu Bruder , meiu Eiuziger auf der Welt ! Sie sah ihn nicht an dabei , erhob sich uach eiuem Weilcheu uud giug in die Küche , um Auorduungen zu treffen uud von da zu der kraukeu Daute Gruber , die sie seit lauger Zeit nicht besucht hatte . Die alte Dame empfing sie feufzeud uud ftöhueud . , ,Du bleibft jetzt uatürlich bei ihm , Hede ? endete ihr langer Klagenerguß . , ,In Daute ! , , Kauuft du deuu gleich ? Du bist doch in einer Art Miets ^ verhältuis , uud folche Leute uützeu ihre Macht geru aus - , ,Solche Leute ? Welche Leute ? , ,Der Oberförfter . der Parveuu ! Wenn sie weiter nichts Gutes hat , diese fatale Durchbreungeschichte , das wenigstens hat sie , daß du aus dieser untergeordneten Stellung kommst . Also - er er . laubt in Guadeu , daß du sosort zu Heiuz gehst ? Alles mögliche ! Iu Hedes Augen erstarrte der seuchte Schimmer , aber sie erwiderte kein Wort . , ,Hast du noch irgend welche Wünsche , Dante ? fragte sie kühl . , ,Nein , jammerte die alte Frau aus den weiße ^ Kisfen heraus , , , nur Heiuz follte vernünftig fein , sollte wenigstens fo i thun , als ob er rafend wäre über diesen Menschen , diesen Grellert , sollte so thuu , als ob seiue Forderung ihn nicht mehr erreicht häae , oder von ihm iguoriert würde . Er blamiert sich ja nat feinem refignierten Stillhalten . , ,Weil er sich nicht geschoffen hat mit dem ehrlofen Men . schen- dieser Frau wegeu ? fragte das Mädcheu mit zuckenden Lippen . , ,Na , gottlob , Dante , dazu ist er zu veruünftig - er denkt an feiueu hilflofeu Sohn , ,Sie hätten ja in die Luft schießeu köuueu ! rief die alte Dame . Hedwig zuckte die Achfeln . , ,Was kann Heinz dafür , wenn Grellert durchbrennt , ehe noch die Forderung geftellt werden konnte ? Mein Bruder hätte ficher das Seiuige gethau , um diefer leider noch immer festgehaltenen Sitte zu geuügeu , die ich sür eiu Verbrechen für ein Gottverfucheu ausehe . Frau von Gruber wars ihr einen böfeu Blick zu . , ,Das kommt davou , wenn man jahrelaug mit Plebejeru verkehrt , fagte fie , den Kopf zur Seite wendend . Hedwig giug . Ihr war das Herz sehr schwer , und während fie Anordnungen für ihre Ueberfiedlnug traf , weiute sie eine falle Dhräue um die andere . Sie fand nicht den Mut , noch eiumal uuteu in die Augen der Kiuder zu feheu , um Abschied von ihueu zu uehmeu , die sie so eilig verließ uud die sie so lieb gewounen hatte . Daß ihr auf so ruhige , fachgemäße Weise das Scheiden erlaubt werden würde , hatte sie nicht gedacht , sie hatte gemeint , wenigstens ein Wort des Bedauerns zu höreu . Hiuterließ denn ihr Gehen keine Lücke ? Galt deuu ihr treues Walteu als so wefeulos ? Sie warf plötzlich den Kopf empor , ein harter , ftolzer Zug erschien um ihren Mund - sie hatte wieder einmal die bitterfte Erfahrung gemacht , hatte an ein wenig Dankbarkeit geglaubt uud - , ,Gieb mir .meiu altes Zimmer , in dem ich damals wohnte , i bat sie Heinz , der eben eintrat . , ,Und das Kind nehme ich felbft . verständlich mit herüber zu mir ^ dich ftört es , du mußt Schlaf habeu , Heinz . , ,Das Kind ? Nein ! sagte er ruhig , , , Heiui bleibt bei mir . Sie sah ihn groß au , schluchzte ein paarmal , aber sie schwieg . , ,Hede , uimm ' s nicht übel , bat er . , ,Ich bin traurig , daß ich dir nichts nützen kann , Heinz ! , ,Dn kannst ' s , und du follft fedeusalls hier bleibeu , Hede . Du hättest schou immer hier bleiben müssen , es war ja aber leider fo - na , du weißt es . , ,Hier sein müfseu ? Als Müßiggäugerin ! Das fehe ich nicht ein , antwortete sie bitter . Sie kämpfte noch mit fich , Heiuz fah , sie wollte etwas fagen , aber dann wandte sie sich rasch ab uud ging hiuaus . Am liebste wäre sie sosort wieder in die Obersörsterei ge . flüchtet , alleiu das lia ihr Stolz uicht . Man würde sie ja gar nicht vermisse ! - Die Karoliue habe viel von ihr gelernt - die Aelteste sei fast erwachsen - so sagte er ja , der große gelassene Mann . Sie war am Ende schon seit langer Zeit ein überflüffiges Ding gewesen , . man haae sie nur aus Gewohnheit behalten ? Sie ging in die leere , schlecht gelüftete Stube , in der noch uichts darau gemahute , daß sie wieder hier wohnen follte , schloß dieDhür hiuter sich ab uud grübelte über ihr armes , inhaltsleeres Dasein , das in seiner ganzen Nacktheit uud Oede wieder vor ihr ftaud , uachdem es ihr ein paar Jahre laug ganz freundlich erschienen war . Alles erborgter Schimmer , den sie für echt genommen ! Sie konnte sich nicht erinnern , daß ihr je biaerer zu Mute geweseu - - Uud währeud die Beteiligte fall in dem ^ alteu Schlosse ihrem Kummer nachhangen , war ganz Breitenfels in Aufregung über das Geschehnis . Die widersprechendsten Gerüchte tauchten auf . Die einen sagten , der Schloßhaupauauu habe seine Fran schon seit Jahren schlecht behandelt , die andern , sie sei mit seiner Erlaubuis davongegangen , nur weuige entschuldigten ihu uud klagten die Entflohene an , aber sie drangen nicht durch . Die Wohuftube der Frau Mediziualrat war vielleicht die eiuzige , in