er den Namen Bonaparte aus seiner Götter Tempel . Ob auch die Welt , die schnöd erbärmliche , die Sclavenheerde , die der Tag regiert , die früher dich mit Füßen trat , nun feige dir die Füße leckt und dich als » groß « anstaunt , du eherner Koloß - hohl bist du innen doch wie tönend Erz , du hast die Liebe nicht , die Liebe nicht , die Liebe nicht zum ewig Liebenswerthen - du bist verworfen von Schiller und Beethoven ! Abtrünniger , du bist nicht groß . Er ist nicht groß ? Blickt her , ihr großen Seher , aufs ferne menschenöde Eiland , wo Prometheus einsam festgeschmiedet am Fels im Meer ! Was wogt durch diese Seele wohl , bis sie gesänftigt , wie nach dem Sturm der wrackbesäte Ocean ! Dies stolze unruhvolle Herz , dies Meer , in das Vulkane sich gebettet , sänftigt sich nun und dehnt sich weltenweit und ruhig wird ' s in ihm . Aus dem Giganten , der den Ossa auf den Pelion gethürmt , wird nun ein Gott , ein ruhig stolzer Gott , der im Bewußtsein seiner Ewigkeit mit unsterblich hehrem Leiden auf das Vergängliche herniederschaut . Jetzt bist du groß ! Wie einst der arme Unbekannte groß - jetzt , jeder Macht entkleidet , allein dem Schöpfer gegenüberstehend , allein in deiner Blöße , Mensch ! Kleiner war der Kaiser , als einst der arme Lieutenant . Da er auf Throne als Schemel sich stützte , als Molochgötze der Gloire , war er kleiner als jetzt , wo er einsam an dem Grabstein seiner Größe lehnte , wieder allein mit den Träumen seiner Jugend , allein mit seinem Genie . Abgefallen sind Purpurtoga und goldner Lorbeerkranz und ellenhoher Kothurn , die Rolle Cäsars ist ausgespielt . Alles Andre war nur ein Fiebertraum im Scheintraum dieses Lügenlebens . Marengo , Austerlitz - das sind nur Namen , gelallt vom Weltgeist im Delirium - Kaiserthum , Weltreich und Gloire , das Gift von Fontainebleau und Elbas Schmach , der Flug gen Notredame , der Donnerschlag von Waterloo - alles nur Schatten , die der Wahn erzeugte , Leiden und Freuden eines Fiebertraums . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Und auch aus diesem Traum fuhr der junge Dichter empor , dem Traum der Wahrheit . Verstand er die Wahrheit , die ihm aus dem Abgrund des Unbewußten mächtig entgegenquoll ? Verstand er , daß Alles Irdische nichtig sei , keines Lächelns werth und keiner Thräne ? Daß nur Eines wahr und echt bleibt im kreisenden Wechsel der Dinge : Das große Ich , die kleine Welt umfassend ? O hüte , hüte dich , junger Gott ! so hörte er entschlummernd eine unsichtbare Stimme . Reiße dir nicht das Ewige aus wundem Herzen ! Laß den Fittich deiner Seele nicht hinschleifen im Staube , nicht frech emporkriechen an deines Geistes Postament das niedere Gewürm ! Sei groß ! Selbst im Orkan bewahre die kalte Wonne innerer Ruhe , wie Alpen ihren Schnee ! Schüttle den eitlen Größenwahn ab , der die wahre Größe vergiftet ! Sei groß ! Mit einem Lächeln entschlummerte der Träumer . Wie des Mondes goldiges Strahlenöl die Gewässer sänftigt , so gossen diese Gedanken Frieden in sein dunkles Sein . Noch im Schlaf trugen seine Züge den Ausdruck stolzer Unbeugsamkeit . Ein großer Mann oder ein großer Narr zu werden - beides war in seine Hand gelegt . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Rother fuhr hinein in den reinen kaltklaren Wintermorgen mit verkümmertem welken Herzen . Dem Ideale innerlichst geweiht , verdammte ihn ein Dämon , nach Sinnlichem zu schmachten . Am Abgrund taumelnd , verlor er sich selber und schleppte , gemein nun mit Gemeinem , die innere Kette seines Wahnsinns mit , wie der Galeerensclave seine Fessel . Genuß ! Drängt nicht nach Genuß jedes Wesen ? Und nur dem Idealisten - ach , nur ihm soll der Schmerz als Genuß genügen . Wer aller Gabea zum Genusse bar , dem blüht nur noch ein Islandmoos am Kraterrande : Entsagung . War er denn schuldig ? Hatte eigene Schuld ihn verstrickt in lächerlichen Wahn ? Nein , das Schicksal einzig hatte es so gefügt , das tief in ihn gepflanzt den Keim der Leidenschaft , die selbstvernichtend zugleich vernichtet , was sie wild erstrebt . Höre den Winterwind , wie er brausend hinheult über die öden Felder ! Aus dem Schnee heben sich die dunkeln Sträucher , wie Kuchenbrocken aus einer Schicht von Sahne und Zucker . Fern ist noch die lenzliche Stunde , wo diese kahlen Aeste sich mit hellgrünen Knospenspitzen besetzen werden , freundlich angelacht von der warmbestrahlenden Mittagssonne . In diese brachen Flächen , noch des Winters ganze frostige Starre athmend , werden sich kleine Inseln greller Grasstriche einsprengen . Ob auch droben in den Wipfeln noch Alles todt und kahl , drunten schießt das Gras in üppiger Fülle empor . Immer höher züngeln und klettern die Keimtriebe des Frühlings hinan , bis sie auf den Kronen der Wälder ihr grünes Laubpanier ausstecken und siegesfroh schwenken über die junge Welt . Die Sonnengluthen werden goldig glitzern , als wolle die Natur Hochzeitfackeln entzünden , und alle Vögel werden jubiliren , wenn der große Naturmaler die Palette anlegt und beginnt , die Natur zu untermalen . Ja , das Alles wird sein . Aber noch ist er nicht da , der Frühling , noch herrscht der Winter . Der Wind heult ein Sterbelied der Vergänglichkeit in tollem Vernichtungsdrang , wo er durch ächzende Wälder psalmirt . Und im Winde vernahm Rother ein Sterberöcheln , das ihn durchschauerte wie das seiner eigenen Seele , die Selbstmord an sich beging . Ihm war , als